Test: The Penal Zone

Sam & Max Devil's Playhouse - Episode 1 Test

Die Entwickler von Telltale Games schicken das Ermittlerduo Sam und Max in ihre mittlerweile dritte Staffel. Doch abseits von gelungenen Wortspielchen und witzigen Dialogen bleibt die neueste Episode unterm Strich ein Adventure light. Ob Tierliebe und Nostalgiebonus ausreichen, um eine Empfehlung auszusprechen? Lasst euch überraschen.
Alex Hassel 19. April 2010 - 13:47 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC PS3 andere
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Anno 1993 wütete ein Ermittlerduo bestehend aus dem anzugtragenden Hund Max und einem vor Zynismus strotzendem Hasen Max erstmals auf heimischen Computern. Das LucasArts-Adventure Sam & Max Hit the Road schickte seine Helden auf eine Chaostour quer durch die Vereinigten Staaten und dabei auch einen der Höhepunkte des damals im Sinkflug begriffenen Adventure-Genres. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Lucas Arts entschied sich Jahre später, das Adventuregenre zu ignorieren und sich fortan ausschließlich auf die Marke Star Wars zu konzentrieren. Teile des Teams verließen daraufhin Lucas Arts und gründeten Telltale Games. Mit einigem Erfolg startete man in den vergangenen Jahren einen Reboot der Monkey Island- und Sam & Max-Marken. Letztere geht mittlerweile in die dritte Staffel, den Anfang macht die Episode The Penal Zone, die soeben erschienen ist.

Mit ihm ist nicht gut Bananen essen: Weltraumaffe Skun-Ka'pe möchte die Welt erobern.

Zurück in die Zukunft

Auch wenn sich das Spiel problemlos ohne Vorkenntnisse der vergangenen Staffeln spielen lässt -– die grobe Rahmenhandlung wird in Dialogen erklärt –, ist der Einstieg in The Penal Zone durchaus verwirrend. Wir finden uns inmitten des Chaos wieder. Nämlich an Bord eines Raumschiffes, das gerade die Stadt New York in Schutt und Asche legt. Hinter diesem Plan steht ein Gorilla namens Skun-Ka'pe, an dessen Seite sich die grünhaarige Stinky auf einem Thron räkelt. Und während Hase Max neuerdings mit übersinnlichen Kräften ausgestattet ist, wechseln sich ein sprechendes Gehirn und ein Sprecher in Schwarz-weiß abwechselnd mit (noch diffuseren) Erklärungen ab. Alles verstanden? Okay, dann nochmal von vorn. Also: Raumschiff. Affe. New York. Stinky auf Thron. Max kann zaubern. Gehirn kann sprechen. Sprecher (in Schwarz-weiß) auch.
 
Es ist bei all dieser Menge an Informationen, die binnen weniger Minuten auf uns hereinprasseln, nicht allzu schwer, den Faden zu verlieren. Denn nachdem wir den wild gewordenen Gorilla in die "Penal Zone" befördert haben, dreht das Spiel einmal an der Uhr -- und wir finden uns mit Sam und Max in der Vergangenheit wieder. Fortan ist es unser Ziel, die Geschehnisse bis zur Auseinandersetzung mit Sku-Ka'pe zu rekonstruieren und diesen von seinem Plan abzubringen.

Das Dialog-Menü werdet ihr in diesem sprachlastigen Spiel öfter zu sehen bekommen als euer Inventar.

Beam me up, Max!

Nach der, nennen wir sie "turbulenten" Einleitung auf dem Raumschiff präsentiert sich The Penal Zone in einer klassischeren Form. Wie schon in den Vorgängern steuern wir den Hundedetektiv Sam, während Max uns begleitet und unsere Aktionen mit grundsätzlich zynischen Anmerkungen kommentiert. Bewegung und Interaktionen erfolgen wahlweise per Maus, Tastatur oder Gamepad. Wenn wir mit Personen sprechen, erscheint ein rundes Dialog-Menü, das optisch leicht an jenes aus Mass Effect erinnert. Bis hierhin also die üblichen Genrestandards.
 
Neu ab dieser Staffel sind die bereits erwähnten übersinnlichen Kräfte von Max. Diese erlauben ihm beispielsweise, sich zu abgelegenen Orten zu teleportieren, sich in einen Gegenstand zu verwandeln oder einen ungemein praktischen Blick in die Zukunft zu werfen. Per Knopfdruck gelangen wir in den Kopf des Hasen und erblicken die Umwelt aus seiner Sicht -- inklusive den vollkommen absurden Bildern, die vor dem geistigen Auge des Hasen umher schwirren. In dieser Perspektive können wir die Spezialfähigkeiten auswählen und anwenden. Mehrere leer stehende Kästchen in diesem Menü lassen darauf schließen, dass Max in vier noch folgenden Episoden weitere Fähigkeiten erhalten wird.
 
Die übersinnlichen Kräfte sind nicht nur kleine Spielereien, sondern bei einem Großteil der Rätsel zur Lösung notwendig. So wählt Max mit einer Spezialbrille Objekte und Personen an und betrachtet deren Aktionen in der Zukunft. Unsere Aufgabe ist es danach, genau die Ursache herauszufinden, die zu der beobachteten Aktion geführt hat. Was anfangs noch erfrischend wirkt, verkommt auf Dauer zur lästigen Pflicht. Denn immer wieder hören wir aufgrund der Vorhersage Dialoge doppelt, und müssen jeden Gegenstand als lästige Pflichtroutine untersuchen, um überhaupt wieder in der Gegenwart aktiv werden zu können. Gelungener finden wir die Teleportation, die nicht nur clever in einige Rätsel integriert wurde, sondern sich im späteren Verlauf auch als hilfreiche Schnellreise-Funktion erweist.

Die wichtigsten Charaktere in The Penal Zone
In der Welt von Sam & Max wimmelt es von abgedrehten Personen. Wir stellen euch die wichtigsten Figuren aus der ersten Episode kurz vor. 1 Den Anfang macht der stets im Anzug auftretende Sam. Als Kopf des Detektiv-Duos hat er nicht nur mit Verbrechern, sondern meistens mit den Launen seines Partners zu kämpfen. 2 Max ist ein kleiner Hase. Was ihm an Klamotten fehlt, macht er durch seine Gewaltfantasien wieder wett. 3 Aktueller Kontrahent von Sam und Max ist der Weltraumaffe Skun-Ka'pe. 4 Ihm zur Seite steht Stinky, die sich vom Charme des Affen hat verführen lassen; für ihn gab sie ihren Job im Diner auf. 5 Die Maulwurfmenschen, denen der Weltraumaffe sein ganz besonderes Interesse widmet. 6 Chippy, der wortkarge Pong-Automat.
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