Test: Aller guten Dinge sind 3

Runaway 3 - A Twist of Fate Test

Die Runaway-Serie hat einen sehr guten Ruf bei Adventure-Fans, auch wenn Teil 2 etwas umstritten war. In Kürze kehrt Brian Basco zurück, um wieder einmal knifflige Rätsel zu lösen. Helft ihm und seiner Freundin Gina dabei, ein neuerliches Komplott aufzudecken -- und seinen eigenen Tod aufzuklären!
AndreasBertits 13. November 2009 - 15:39 — vor 10 Jahren aktualisiert
PC DS
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10 Adventure-Tests
Die folgenden 10 Adventures haben wir bislang auf unserer noch jungen Website getestet. Die Reihenfolge geht von Super bis Okay:

1. Secret of Monkey Island S.E.
Die Legende kehrt zurück. Note: 9.0

2. The Book of Unwritten Tales
Rätsel mit Pfiff. Note: 9.0

3. The Whispered World
Ein traurig-netter Clown. Note: 8.5

4. Black Mirror 2
Horror made in Germany. Note: 8.5

5. Runaway - A Twist of Fate
Aller guten Dinge sind 3. Note: 8.5

6. Machinarium
Rätseln und Staunen. Note: 8.0

7. Baphomets Fluch Director's Cut
Gutes Klassiker-Remake. Note: 7.5

8. Tales of Monkey Island Ep. 1
Fortsetzung oder Zumutung? 7.5

9. Ghost Pirates of Vooju Island
Frische Brise bei den Piraten? 6.5

10. Wallace & Grommit in Fright of the Bumblebees
Ein kurzes Vergnügen. Note: 6.0
 
Brian Basco ist tot! Offenbar hat ihn ein großer Ventilator in der Irrenanstalt, aus der er fliehen wollte, geköpft. Als jedoch bei seiner Beerdigung Brians Freundin Gina einen Anruf von seinem Handy erhält, gerät sie in ein Abenteuer voller Gefahren. Ist Brian nun wirklich tot? Innerhalb der ersten Minuten des Spielintros beantwortet sich diese Frage schon: Nein. Brian lebt. Er täuschte seinen Tod vor, um untertauchen zu können. Denn Brian ist des Mordes angeklagt. Aufgrund seines labilen Geisteszustandes jedoch wurde er nicht hingerichtet, sondern in die Anstalt Happy Dale eingewiesen. Und nun scheint er trotz aller Bemühungen unter der Erde in einem Sarg zu liegen. Klar, dass Gina sich gleich daran macht, Brian zu retten. Von der ersten Minute an fesselt uns die Handlung des neuen Pendulo-Adventures Runaway - A Twist of Fate. Wir wollen einfach wissen, was passiert ist, und wie es weitergeht.
















Im Laufe des Abenteuers begegnen euch immer wieder interessante Charaktere, wie etwa der Elvis-Presley-Verschnitt Eddie. Der Pfleger aus der Happy-Dale-Anstalt kann Gina mit wertvollen Informationen versorgen. Generell solltet ihr – wie in jedem Adventure üblich – mit allen Personen sprechen, die ihr trefft. Dadurch erfahrt ihr nicht nur Hinweise, wie bestimmte Rätsel zu lösen sind, die Personen sind auch fantastisch ausgearbeitete Charaktere, die euch tief in die Geschichte ziehen. Gabbo Spiegelman etwa ist ein Kumpel Bascos aus dem Sanatorium. Die äußerlichen Ähnlichkeiten zu Schauspieler Steve Buscemi lassen sich nicht von der Hand weisen. Er ist ein wertvoller Ratgeber -- aber auch unberechenbar und teilweise gefährlich, wenn er scharfe Waffen in die Finger bekommt. Doktor Bennett dagegen ist nachdenklich und sieht übrigens Schauspieler Willem Dafoe (also dem etwas in die Jahre gekommenen aus Antichrist, nicht dem jungen aus Platoon) zum Verwechseln ähnlich.

Doppelte Vergangenheitsbewältigung: Während seiner Sitzungen bei Dr. Bennet erzählt Brian von seinen erschütternden Erlebnissen in Runaway 2. An anderen Stellen des Spiels übernehmt ihr Gina.
 
Filmreif

Zu Beginn macht ihr euch erst einmal dran, den Friedhof zu erkunden. Dabei fällt vor allem die tolle Grafik auf: Wunderschön gezeichnete 2D-Hintergründe laden zum Erkunden ein. Allerdings werdet ihr schnell bemerken, dass die Anzahl der Orte pro Kapitel recht klein ist. Die Figuren sind allesamt 3D-Modelle, die dank Cell-Shading wie Comicfiguren aussehen und sich hervorragend in die gezeichneten Szenerien einfügen. Letztere sind überdies alles andere als statisch. Hier fliegt ein Vogel, dort plätschert Wasser. Optisch macht Runaway – A Twist of Fate auch aufgrund der effektiven Breitbild-Auflösung von 1280x720 (auf typischen PC-Monitoren bleibt oben und unten ein schwarzer Balken) einen hervorragenden Eindruck.
 
Wir bedrohen Kordsmeier -- wenig später werden wir des Mordes angeklagt. Was geschah wirklich?
Runaway – A Twist of Fate präsentiert sich euch im guten Sinne als interaktiver Film. Nicht nur die spannende Handlung, sondern vor allem deren Inszenierung lassen euren Schreibtischstuhl zum Kinosessel mutieren. Besonders in den häufigen Zwischensequenzen könnt ihr atemberaubende Kamerafahrten genießen, oder dramatisch aus dem Schatten auftauchende Charaktere. Dadurch gewinnt das Spiel enorm an Dichte. Hinzu kommen die gelungenen Dialoge, die nie zu ausschweifend sind und genügend Witz enthalten, ohne ins Lächerliche abzudriften. So fragt Brian einen Insassen der Anstalt, was dieser vom Ende des (bei Fans weniger gut angekommenen Vorgängerspiels) Runaway 2 hält. Daraufhin flippt dieser völlig aus und wirft mit Beschimpfungen nur so um sich. Die Sprachausgabe könnte dabei aus einem Kino-Blockbuster stammen. Sprecher wie Christian Stark (Brian Basco in allen drei Teilen) und Jennifer Harder-Boettcher (Gina) oder Patrick Bach (lieh Sam Gamdschie in Der Herr der Ringe seine Stimme) und Udo Schenk (Grima Schlangenzunge in Der Herr der Ringe), unterstreichen die filmreife Präsentation. Hinzu kommt ein stimmungsvoller Soundtrack, der jedoch zuweilen etwas in den Hintergrund rückt.

Jedoch: Noch nie war die Präsentation das Wichtigste an einem Adventure, was also ist mit den Rätseln? Dazu kommen wir auf der nächsten Seite.

Gezeichnete Grafik mit Special Effects-- hier sehr ihr (vor allem im bewegten Spiel) einen schönen Blitzeffekt.
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