Fix, aber nicht fertig!

Ridge Racer Test

Jonas Schramm 21. Februar 2012 - 18:58 — vor 7 Jahren aktualisiert
Das verdiente Nitro setzt ihr dann in taktisch klugen Momenten gegen eure Kontrahenten ein.  Ein Nennenswertes Geschwindigkeitsgefühl will sich dabei nicht einstellen.
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Mehrspieler-FokusFür Solisten hält Ridge Racer drei Spielmodi bereit: den sogenannten Geisterkampf, den Zeitangriff und Rennen um Punkte. In den ersten beiden Varianten fahrt ihr um die Bestzeit, wobei euch beim Geisterkampf der Ghost eines anderen Fahrers zusätzlich unter Druck setzt. Die Punktrennen tragt ihr gegen sieben von der künstlichen Intelligenz gesteuerte Kontrahenten aus. Einen Karriere-Modus sucht ihr vergebens. Der Fokus liegt  klar auf der Online-Komponente. So ist es möglich, Rennen mit bis zu acht Spielern online oder via Ad-Hoc auszutragen. Außerdem ladet ihr euch über das Internet neue Ghosts herunter.

Den Mittelpunkt der Online-Erfahrung stellt die sogenannte Team-Vision dar. Zu Beginn des Spieles entscheidet ihr euch für einen von vier Rennställen, für den ihr auf Punktejagd geht. Je nachdem, wie erfolgreich ihr einen Wettkampf (sei es on- oder offline) abschließt, erhaltet ihr Victory Points, die in eine weltweite Rangliste einfließen. Zudem gibt es dynamische Herausforderungen, die sich täglich ändern und euch zu mehr VP verhelfen. So gilt es, an einem Tag ein bestimmtes Team, am nächsten einen bestimmten Fahrer zu schlagen. Missionsziele erhaltet ihr aber nur, wenn ihr online seid. Wer offline (zum Beispiel unterwegs) spielt, der schaut in die Röhre und erhält keine zusätzlichen Punkte.

Nutzlose Upgrades
"Vollständig" per DLC
Ridge Racer bietet einen kläglichen Umfang. Namco Bandai erweitert das Spiel aber für Frühentschlossene. Später auch gegen Geld. Und das geht so:

Boxversion (29,99 Euro)
3 Strecken, 5 Fahrzeuge
Gold-Pass (solange der Vorrat reicht)
 
Download-Version (19,99 Euro)
3 Strecken, 5 Fahrzeuge
Gold-Pass (bis zum 31. März 2012)
 
Gold-Pass (6,99 Euro, wenn nicht inklusive)
3 weitere Strecken, 5 neue Fahrzeuge
 
Silber-Pass ( 5,99 Euro, ab April erhältlich)
Zugang zu allen weiteren DLCs, die noch erscheinen werden (DLCs auch separat erhältlich).
Neben den Victory Points erhaltet ihr nach jedem Rennen auch Credits. Diese investiert ihr (meist) in Verbesserungen für euer Fahrzeug. Das Aufmotzsystem in Ridge Racer ist wie ein Fähigkeitenbaum gestaltet . Ihr kauft neue Felder hinzu und baut den Baum so immer weiter aus. Von drei Kategorien müsst ihr allerdings zwei erst freispielen. Ihr dürft immer nur ein Teil aus jeder Kategorie in euren Wagen einbauen. Doch bei Ridge Racer ist nicht jedes Upgrade automatisch eine Verbesserung für euren Wagen, neinnein! In manchen Fällen schaltet ihr zwar für 400 Credits (der allgemeine Preis für die Upgrades) tatsächlich ein neues Bauteil frei. Zum Beispiel Erweiterungen für die Nitro-Einspritzung oder die Möglichkeit, einen Blitzstart hinzulegen, wenn ihr richtig dosiert Gas gebt. Es passiert aber genauso oft, dass ihr einen wenig hilfreichen „hilfreichen Tipp“ erhaltet oder - sollte es euch ganz übel treffen - auch einmal gar nichts bekommt. Ja, ihr habt richtig gehört: Ridge Racer stellt ein Tuning-System zur Schau, bei dem ihr immer wieder Geld für nichts und wieder nichts investiert.

Ihr rüstet übrigens alle Fahrzeuge gleichzeitig auf, individuelle Upgrades lassen sich nicht anbringen. Außerdem verfügen die Boliden alle über die gleichen Fahreigenschaften, was die Wahl des Gefährts einzig und allein auf darauf reduziert, wie stark euch das Design anspricht.

Mickriger Umfang und andere Mängel Zumindest das Spielgefühl eines Ridge Racer haben die Entwickler mit der PSVita-Version eingefangen. Die Steuerung ist auch auf der PSVita klasse, und so macht es auch diesmal eine Menge Spaß, den Wagen um die Kurven zu jagen. Das war es aber auch schon an positiven Punkten. Ridge Racer ist einfach kein vollständiges Spiel. Entsprechend  habt ihr euch  an der mageren Strecken- und Fahrzeugausbeute schnell sattgesehen. Für Serien-Fans wiegt dieser Punkt noch schwerer, wurde doch ein Großteil der Strecken und Fahrzeuge aus den Vorgängern wiederverwertet. Der mickrige Umfang macht sich aber auch in  puncto Spielmodi bemerkbar. Solospieler vermissen  einen Karriere-Modus, und wer unterwegs ohne Internetverbindung spielt, dem entgehen die Rennmissionen. Es ist aber noch schlimmer: Warum die Entwickler ihren Fahrzeugen keine unterschiedlichen Fahreigenschaften spendiert haben, ist uns schleierhaft. Dass ihr eure hart verdienten Credits oft für nichts verpulvert, kann man nur als ganz, ganz schlechten Witz verstehen.

Autor: Jonas Schramm / Redaktion: Harald Fränkel

 Ridge Racer
Einstieg/Bedienung
  • Eingängige und direkte Steuerung
  • Gute Menü-Steuerung per Touch-Screen
 
Spieltiefe/Balance
  • Gutes Fahrgefühl
  • Drifts und Nitro als taktisches Spielelement
  • Wenige Strecken und Fahrzeuge zum Release
  • Kein Karriere-Modus
  • Strecken und Fahrzeuge wurden zum Großteil recycled
  • Wenige Spielmodi
  • Alle Fahrzeuge haben die gleichen Fahreigenschaften
  • Upgrade-System, das nur bedingt seinen Namen verdient
Grafik/Technik
  • Fahrzeuge sehen gut aus
  • Strecken farbenfroh...
  • Mangelndes Geschwindigkeitsgefühl
  • .. aber auch steril und leblos
  • Kleinere Performance-Einbrüche
Sound/Sprache
  • Passender Soundtrack
  • Schwaches Motorengeräusch
Multiplayer
  • Online- und Offline-Rennen die in eine große Rangliste einfließen
  • Vier Teams
  • Tägliche Rennmissionen
 
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