Fix, aber nicht fertig!

Ridge Racer Test

Die Ridge-Racer-Serie steht seit jeher für gute Arcade-Rennspiele, in denen Drifts und der kluge Einsatz des Nitros zum Erfolg führen. Genau das bietet auch der PSVita-Ableger. Trotzdem kann er nicht mit den Varianten auf den großen Konsolen mithalten. Wobei das nicht allein am geringen Umfang liegt.
Jonas Schramm 21. Februar 2012 - 18:58 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal.

Die Ridge Racer-Serie ist eine feste Größe, wenn die Veröffentlichung einer neuen Konsole ansteht. Der  japanischen Rennspiel-Serie wurde die Ehre zuteil, sowohl für die Playstation, als auch Playstation 2, Playstation 3, PSP und zuletzt für den Nintendo 3DS einen Starttitel liefern zu dürfen. Diese Tradition setzt  Namco Bandai  im Fall der PSVita am morgigen Mittwoch fort. Folgerichtig erwartet Fans ein neuer Teil, der den einfachen Namen Ridge Racer trägt. Eine Sache ist diesmal aber anders: Egal, ob einem die Serie in der Vergangenheit gefiel oder nicht, die Spiele ließen sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  als vollständige Spiele bezeichnen. Das trifft auf Ridge Racer für die PSVita nicht zu.

Das bekannte Spielgefühl
Aber zunächst zur guten Nachricht: Am grundlegenden Ridge-Racer-Spielgefühl hat sich nichts verändert. Die futuristischen Fahrzeuge kleben förmlich auf der Straße und besitzen wie üblich kein Schadensmodell. Generell werden so ziemlich alle physikalischen Gesetzmäßigkeiten außer Acht gelassen, und natürlich spielen waghalsige Drifts eine tragende Rolle. So ladet ihr eure Nitro-Anzeige in drei Stufen auf. Den kurzzeitigen Extraschub setzt ihr dann in taktisch klugen Situationen ein, um Kontrahenten zu überholen oder wenigstens den Anschluss nicht zu verlieren. Das schon aus Ridge Racer 7 bekannte Fahren im Wind, klappt auch in  der PSVita-Fassung. Klemmt euch also an das Heck eines Kontrahenten und erlangt so einen Geschwindigkeits-Boost! Untermalt wird die Renn-Action von einem japanisch angehauchten, gut passenden Techno-Dubstep-Soundtrack.

Auch an der eingängigen Arcade-Steuerung hat sich nichts geändert. Schon nach einer kurzen Eingewöhnungszeit jagen selbst Einsteiger ihre Fahrzeuge locker um die Kurven. Das Drift-Verhalten eures Boliden lässt sich neuerdings anhand eines Sliders einstellen. So legt ihr fest, ob euer Wagen eher gemächlich in den Drift übergeht, oder ob dies dynamisch und direkt geschieht. Während der Rennen entfallen  fast alle Eingaben auf die Sticks und Tasten der PSVita. Der Touch-Screen des Handhelds dient lediglich dazu, die Kamera zu drehen, damit ihr seht, was hinter euch geschieht. Die Menüs steuert der Spieler nur per Berührung, was auch gut funktioniert. Das hintere Touch-Pad der Vita wird nicht genutzt.
Kleiner Umfang zum Release
Ridge Racer hält drei Spielmodi für euch bereit. Unter anderem fahrt ihr gegen Ghosts. Optional ladet ihr die Geister anderer Spieler aus dem Internet herunter.
Ridge Racer kommt  mit gerade einmal fünf Vehikeln und drei Strecken daher, die sich immerhin auch rückwärts befahren lassen. Im Laufe der nächsten Monate soll dann immer wieder Downloadcontent erscheinen, der Ridge Racer irgendwann zu einem vollständigen Spiel macht.  Käufer der Boxversion (die um die 30 Euro kostet) erhalten einen sogenannten Gold-Pass, der drei Strecken und fünf Fahrzeuge hinzufügt. Erscheinen soll dieser DLC im Februar oder März. Solltet ihr Ridge Racer herunterladen, erhaltet ihr den Gold-Pass ebenfalls -- jedoch nur, wenn ihr das Spiel vor dem 31. März kauft. Danach kosten die neuen Strecken und Fahrzeuge 6,99 Euro extra. Das ist aber noch nicht alles: Im April folgt der auf jeden Fall kostenpflichtige Silber-Pass für 5,99 Euro. Er gewährt Zugang zu allen DLCs, die im Laufe der Zeit noch zu Ridge Racer erscheinen. Natürlich sind die Inhalte auch alle separat erhältlich. Hat euch das nun verwirrt? Im Kasten auf der nächsten Seite haben wir alles noch einmal zusammengefasst.

Unter die drei bereits in der Spielepackung enthaltenen Strecken fallen Harborline 765, Highland Cliffs und Southern Docks. Fans der Serie dürften diese Kurse bekannt sein. Wegen des geringen Umfangs kennen aber sicher auch Serien-Neulinge  die Kurse schnell in und auswendig. In Sachen Fahrzeuge bietet der Titel  ebenfalls nicht viel Neues. So haben die Entwickler den Himmel E.O. und den Kamata Fiera eins zu eins übertragen. Der Assoluto Bisargento sieht  indes nicht viel anders aus als ein Assoluto Bissonte. Neu sind der Kamata SYNCi, der an das Konzeptauto Lexus LFA angelehnt ist und der Soldat Rauna, der einen Hauch Ferrari Enzo versprüht.

In pun
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cto grafischer Details machen vor allem die Rennwagen einiges her. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrem Design erheblich, auch an Feinheiten wie Spiegelungen im Lack haben die Macher gedacht. Bei der Optik der Strecken kann man geteilter Meinung sein. Auf der einen Seite fallen sie alle durch ein ganz eigenes Farbspektrum auf, sodass sie sich stark unterscheiden. Die satte grüne Landschaft, die euch auf der Strecke Highland Cliffs geboten wird oder die futuristische Großstadt, durch die ihr in Harborline 765 rast, sind schön anzusehen. Gleichzeitig wirken die Umgebungen steril und leblos. Viel mehr als ein paar grasende Kühe, einen Helikopter, der immer an der gleichen Stelle in der Luft steht oder ein mickriges Feuerwerk gibt es abseits der Strecke nicht zu bewundern.

Einen soliden Eindruck macht Ridge Racer in technischer Hinsicht. Sollten sich einmal mehrere Fahrzeuge auf der Strecke tummeln oder setzt ihr den Nitro ein, kann die Bildwechselfrequenz aber auch einmal einbrechen. Das Gefühl für Geschwindigkeit könnte dagegen viel besser sein. Der Eindruck, dass die Wagen mit fast 300 Sachen über die Strecke bügeln, wollte sich bei uns nicht einstellen.
Drifts sind auch in Ridge Racer für die PSVita ein wichtiges Spielelement, denn nur so erhaltet ihr Nitro.

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