Ein alptraumhafter Montag?

Randal's Monday Test

Was, wenn immer Montag wäre? Jeden Tag aufs Neue? Ein schrecklicher Gedanke! Doch genau das widerfährt Randal im Erstlingswerk der Nexus Game Studios, das wir mit beabsichtigtem Dauer-Déjà-vu getestet haben.
Stephan Petersen 15. November 2014 - 16:06 — vor 5 Jahren aktualisiert
Randal's Monday ab 4,00 € bei Green Man Gaming kaufen.
Randal's Monday ab 9,95 € bei Amazon.de kaufen.
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Montage. Jeder hasst sie. Nach einem zumeist vergnüglichen Wochenende läuten sie den Beginn einer Arbeitswoche ein. Eine Woche voller Knechtschaft und Unfreiheit. Montage sind einfach zum…Aber wir schweifen etwas ab. Kurzum: Montage haben nicht den besten Ruf. Was für ein Alptraum wäre es, wenn jeden Tag Montag wäre? Darum geht es im Adventure Randal's Monday.
 
Maniac MondayDabei fängt alles ganz harmlos an. Randal sitzt zusammen mit seinen Freunden Sally und Matt in der Stammkneipe. Ein Bier nach dem anderen wird hinuntergestürzt. Schluss ist erst, wenn der Erste kotzt. Das ist normalerweise Matt. So auch in diesem Fall. Dessen konsumiertes Bier landet in einem großen Strahl im Hinterhof der Kneipe. Dabei verliert Matt seine Brieftasche mitsamt einem für Sally bestimmten goldenen Ring. Randal bemerkt zwar den Verlust, steckt Brieftasche und Ring aber selber ein. Damit nimmt das Unglück seinen Lauf. Am folgenden Morgen steht der Vermieter vor der Tür und will seine Kohle sehen. Prompt setzt sich Randal über die Feuerleiter ab und versetzt den Ring bei einem Pfandleiher.
 
Doch dieser Montag hält noch weitere fiese Überraschungen für Randal parat. Als er gefeuert wird, Matt Selbstmord begeht und ein Obdachloser ihm ein „Du bist verflucht“ an den Kopf wirft, dämmert es Randal langsam, dass dies kein normaler Montag ist. Nach einem irren Tag und einer ruhigen Nacht erwacht Randal in seinem Bett. Doch der größte Schock folgt erst jetzt: Es ist wieder Montag. Randal ist in einer Zeitschleife gefangen, die irgendwie mit dem Ring im Zusammenhang steht. Immer wieder erlebt er den Montag. Um diesem grausamen Schicksal zu entfliehen, muss Randal unbedingt den Ring wieder in seine Finger bekommen.
In nahezu jeder Szene gibt es Populärkultur-Anspielungen zu entdecken, gerne gleich im zweistelligen Bereich wie hier.

Dauer-Anspielungen an die Popkultur
Doc Brown benötigt unsere Hilfe und wir sein Plutonium.
Angesichts des Plots werden Filmfreunde bereits schmunzeln. Randal’s Monday erinnert stark an den Film Und täglich grüßt das Murmeltier. Genau wie in der Vorlage kann sich Randal an alles erinnern, seine Mitmenschen jedoch nicht. Gleichwohl gibt es auch Unterschiede. Randals Aktionen sind nachhaltig und haben Einfluss auf den kommenden Tag. Einmal gelöste Rätsel müssen nicht erneut angegangen werden, und gefundene Objekte bleiben in seinem Besitz.

Der Kult-Film mit Bill Murray ist bei weitem nicht die einzige Referenz. Randal’s Monday ist reich gespickt mit Anspielungen auf die Popkultur – vor allem auf die der achtziger und neunziger Jahre. Star Wars, Futurama, Herr der Ringe, Lucas Arts, Star Trek, Fallout, die Liste ließe sich noch lange weiterführen. Das ist bisweilen sehr atmosphärisch und auch lustig, wenn etwa Randal Filmzitate zum Besten gibt oder Doc Brown plötzlich wie aus dem Nichts auf einer Science-Fiction-Convention auftaucht und uns Plutonium in die Hand drückt, weil die Libyer hinter ihm her seien. Allerdings wirkt diese Flut aus Anspielungen nicht selten geradezu erdrückend, und der Humor mit dem Holzhammer dargereicht.
 
Klassisches Point & Click
Das Inventar wird nach einiger Zeit ziemlich unübersichtlich.
Spielerisch gibt sich Randal’s Monday als klassisches Point-and-Click-Adventure. Wahlweise dürft ihr euch für eine Maussteuerung mit zwei Klicks oder einem entscheiden. Bei der ersten Variante klickt ihr auf ein Objekt und wählt danach die entsprechende Interaktion, etwa Untersuchen oder Nehmen. Bei der zweiten Variante liegen die Interaktionsmöglichkeiten bereits auf der linken und rechten Maustaste. Komfortabel sind beide Varianten. Das lässt sich vom im Comicheft gestalteten Inventar nur teilweise behaupten. Dieses rufen wir zwar ganz einfach per Tastatur oder Scrollen des Mausrads auf. Die Übersicht geht angesichts zahlreicher aufgesammelter Gegenstände irgendwann aber flöten. Zudem müssen wir ein gewähltes Objekt erneut anklicken, wenn wir mit ihm in der Spielwelt interagieren wollen. Aufgrund der vielen Hotspots in den einzelnen Szenen wird einfaches Ausprobieren somit erschwert. Immerhin gibt es aber eine komfortable Hotspot-Anzeige, die alle relevanten Objekte eines Schauplatzes anzeigt.

Fordernde RätselkettenWährend der Schwierigkeitsgrad am Anfang noch recht moderat ist, zieht er bald zügig an und versorgt uns mit knackigen Rätselketten. Diese können bisweilen motivieren, aber auch frustrieren, weil  sie nicht immer nachvollziehbar sin
Anzeige
d. So vergisst Barkeeperin Sally etwa auf der Toilette nur dann ein für uns nützliches Schminketui, wenn wir vorher ihre gesamte Getränkekarte durchgetrunken haben und unsere Zielübungen am Pissoir missglückt sind. Aber wie soll man vorher ahnen, dass sie dort das Schminketui liegenlassen würde? Auch wirken einige Rätsel arg konstruiert. So benötigen wir etwa den Inhalt einer Schublade. Die ist zwar verklemmt, aber immerhin schon halb geöffnet. Den Hammer im Inventar können wir jedoch nicht benutzen, sondern müssen einen umständlicheren Weg finden, bei dem Streichhölzer und eine Sprühdose eine Rolle spielen. Gelegentlich kommen wir auch nicht weiter, weil man erst irgendwo ein bestimmtes Ereignis auslösen muss. Das erneute Abklappern von Schauplätzen und das Ausprobieren aller möglichen Objektkombinationen sind daher zwei wichtige Ratschläge. Wer gar nicht weiter weiß, kann auf das äußerst praktische Hilfesystem zurückgreifen (siehe Screenshot nächste Seite). Der Preis dafür ist aber hoch: Für jeden Hinweis wird ein Kätzchen geopfert. Ein Virtuelles natürlich – aber immerhin. Zudem wird man mit einem entsprechenden Steam-Achievement gebrandmarkt.
Manchem Rätsel fehlt es an Nachvollziehbarkeit. So in diesem Fall, wo abstruse Umwege zu einem Schminketui führen.
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 19 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.