Test: Irres Action-Adventure

Rabbids Go Home Test

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Diese Hasen haben Charakter
1

Im Charaktereditor bringen wir den Kopf unseres Hasen mit einem Schraubstock in Form.  2 Wir verhelfen ihm mittels Luftdruckgerät zu größeren oder kleineren Ohren oder lassen selbige einfach platzen.  3 Per ferngesteuerter Antenne machen wir den Rabbid zum Zyklopen. 4 Schließlich verschönern wir ihn mit Tattoos ...  5  ... und beweisen modischen Geschmack mit einer trendigen Kopfbedeckung.  6 Dann stürzen sich die modifizierten Hasen wieder ins Abenteuer.

Der Rabbid-Editor

Rabbids Go Home enthält nämlich einen Charaktereditor der ganz besonderen Art. Direkt zu Beginn, wenn das Spiel eure Bedienung konfiguriert, werdet ihr nämlich von der Warnung verunsichert, dass ein unbekanntes Objekt in eurer Wiimote gefunden wurde. Daraufhin zoomt Rabbids Go Home virtuell in eure Fernbedienung hinein. Und tatsächlich: Dort hat es sich ein Rabbid gemütlich gemacht. Nicht sonderlich geschickt von ihm, denn dort ist er nun euren Launen völlig ausgeliefert. Neigt ihr die Remote zur Seite, haut es den verrückten Hasen an die Wand. Schüttelt ihr sie kräftig, wird er zum Ping-Pong-Ball umfunktioniert. Und dort könnt ihr ihm auch mithilfe eingesammelter spezieller Gegenstände ein neues Styling verpassen, siehe Kasten oben. Fortan wird er euch in seiner verwandelten Gestalt auch im Spiel begleiten. Der Editor hat uns beim Testen eine Menge Spaß gemacht: Eine wirklich witzige Idee!

Unsere Welt, durch Hasenaugen gesehen
 
Auch der Art-Style des Spiels ist Ubisoft Montpellier gut gelungen. Rabbids Go Home ist weit entfernt davon, ein Grafikwunder zu sein, insbesondere die Levels sehen undetailliert aus. Zu Settings wie Shopping-Zentrum oder Krankenhaus passt dieser sterile Look aber außerordentlich gut, und bis auf sehr seltene Framerate-Einbrüche und die teils etwas
Umgebungen wie das Krankenhaus sind ganz bewusst in einem äußerst sterilen und nüchternen Stil gehalten.
ungeschickt platzierte feste Kamera haben wir uns nie an der Grafik gestört. An den Ladezeiten allerdings schon! Die betragen bei jedem Levelwechsel etwa 15 Sekunden und werden von der immer selben Rendersequenz "verkürzt". Nervig! Nicht auf die Nerven aber gingen uns die sehr gut gelungenen Animationen der Rabbids. Zum Humor des Spiels tragen nicht zuletzt auch die vereinzelten Äußerungen der Menschen bei, die gerade Opfer unseres Wahnsinns geworden und ergo bis auf die Unterhose entblößt sind. So begegnen wir im Einkaufszentrum beispielsweise öfters dem Kaufhaus-Weihnachtsmann, der vor uns fliehend „Ich bin gar nicht der Weihnachtsmann. Ich heiße eigentlich Karl-Heinz!“ schreit. Kurzum: wir hatten beim Spielen häufig ein Grinsen auf dem Gesicht.

Zwei große Kritikpunkte
 
All diesem Lob stehen zwei große Kritikpunkte gegenüber. Zum einen die mangelnde Herausforderung; fordern kann euch nur das Aufklauben aller Gegenstände n einem Level, was sehr schwer ist. Abgesehen davon steigert sich der niedrige Schwierigkeitsgrad im Spielverlauf kaum. Zwar werden euch immer neue Hindernisse in den Weg gelegt, angefangen von Kakteen bis hin zu explosiven Barrieren und Bombentürmen. Außerdem wollen euch die Verminators (verkleidete Menschen) mit Waffengewalt, Karatetricks oder Stampfattacken überwältigen. Aber zwei Schreie später ist ihr Sauerstofftank bereits zerstört, und ihr könnt die Überreste der Verminator-Ausrüstung einsammeln. Gähn.
 
Der zweite Minuspunkt ist das Gefühl der Sättigung, das ihr nach einer Weile unweigerlich empfinden werdet, allen Gameplay-Variationen zum Trotz. Einige Settings wiederholen sich im Spielverlauf, vor allem aber macht ihr letzten Endes immer dasselbe: A drücken, durch Wackeln der Wiimote die Levels konstant mit Rabbid-Geschrei beschallen und dabei möglichst viel Krimskrams einsammeln. Das ist für kurze Spielsessions gerade im sehr trüben November ideal, eignet sich jedoch nicht für Leute, die gerne in langen Sessions spielen. Zumal es an einem echten Multiplayer-Modus mangelt. Ein zweiter Spieler kann sich zwar jederzeit einklinken, ist jedoch in seinen Möglichkeiten äußerst eingeschränkt. Dazu gehört das Ablenken von Menschen oder das Zeigen auf Gegenstände: alles eher Beraterfunktionen statt wirklich aktivem Mitspielen. Diese Multiplayer-Option hat daher eine reine Alibi-Funktion und wird gerade Spieler 2 sehr schnell langweilen.

Im Einkaufswagen seid ihr im späteren Spielverlauf sogar auf dem Wasser unterwegs und sammelt Zeug.
 
Fazit: Unterhaltsame Casual-Kost

Wir würden diese Formulierung gerne vermeiden, aber Rabbids Go Home ist ein Casualspiel. Da man unter dieser Bezeichnung jedoch gerade auf der Wii meist automatisch billig produzierte Dutzendware vermutet, müssen wir im selben Atemzug deutlich betonen, dass Rabbids Go Home hohe Produktionswerte hat. Nicht zuletzt wurde es von Leuten produziert, die auch für den Geheimtipp Beyond Good & Evil verantwortlich waren. Und deren Einfallsreichtum sieht man an jeder Ecke. Das erste Soloabenteuer der Rabbids kann daher den Namen Casualspiel mit Stolz tragen. Ihr werdet es, sofern ihr natürlich das generelle Ambiente mögt, immer wieder für einige Levels aus dem Regal holen. Und der schlichtweg geniale Soundtrack wird euch über Wochen als Ohrwurm begleiten. Wer aber auf eine Fortsetzung der drei beliebten Party-Minispielsammlungen Marke Rabbids gehofft hat, der sollte von dem Programm Abstand halten. Ansonsten gilt: Der Wahnsinn der gestörten Hasen ist ansteckend, nur sollte man ihn in kleinen Portionen genießen.

Autor: Philipp Spilker (GamersGlobal)

Einstieg/Bedienung Steuerung ist leicht erlernbar und fühlt sich gut an Von Beginn an starker Rabbids-Humor Irrwitzige Story ... ... die sich im Spielverlauf kaum weiter entwickelt
Spieltiefe/Balance Motivation, alle Gegenstände in einem Level zu finden Witzige Gameplay-Varianten Zu leicht
Grafik/Technik Art-Deco Stil Gelungene Animationen  Einzelne Ruckler Nerviger gerenderter Ladescreen bei jedem Levelwechsel Kamera teils schlecht platziert
Sound/Sprache Lizenzierte Songs Großartiger, völlig irrer Soundtrack der Blaskapelle Vagabontu Witzige Lautsprecherdurchsagen
Singleplayer Über 40 Levels Charaktereditor macht großen Spaß unkompliziertes, rasantes Gameplay  Wird auf Dauer eintönig
Settings wiederholen sich recht häufig
Multiplayer Koop-Modus verdient den Namen nicht: Zweiter Spieler stark eingeschränkt und nur mit "Beraterfunktion"
Philipp Spilker 9. November 2009 - 17:08 — vor 13 Jahren aktualisiert
ganga 20 Gold-Gamer - P - 22775 - 12. November 2009 - 1:30 #

Wenn paar Freunde vorbeikommen, wirds vllt mal ausgeliehen, für mehr reichts nicht.

Reaktorblock 11 Forenversteher - 769 - 12. November 2009 - 8:37 #

Ich spiele ja echt gerne mit meiner Wii. Alleine oder mit meinen Kids. Aber die Rabbids waren mir bisher echt zu bescheuert. Das sind IHMO Spiele für 10-12 jährige Jungs. Vielleicht ist das die moderne Form des Tom & Jerry Cartoons... naja, mir egal, dann seh ich mir lieber das Orginal auf DVD an oder spiel ein halbwegs intelligentes Adventure wie Sam & Max oder Ratchet & Clank.

Jamison Wolf 19 Megatalent - P - 13516 - 12. November 2009 - 13:11 #

Also ich bin schon über 12 Jahre, aber mich haben die Rabbids bisher wunderbar unterhalten und ins schwitzen gebracht. Ein "Bhwaaaaaa!" für alle Rabbid-Freunde. :)

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22755 - 12. November 2009 - 15:37 #

Rabbids Go Home ist Irrsinn on a whole new level. Nicht nur für 10-12 jährige Jungs. Anders gesagt: so doof, dass es wieder witzig ist. Subtiler Humor wie in Sam & Max ist das freilich nicht: die Rabbids winken nicht mit dem Zaunpfahl, sondern mit dem ganzen Zaun.

Anonymous (unregistriert) 12. November 2009 - 16:09 #

Lol? Ich spiele das Spiel mit 25-33 Jährigen (Männern und Frauen) - und die Älteren lachen sich noch mehr schrott, als die Jüngeren.

ichus 15 Kenner - 2987 - 12. November 2009 - 18:12 #

Es ist ja okay, wenn du die Rabbids nicht magst, aber mit Tom&Jerry zu vergleichen ist doch ein bisschen an den Haaren herbeigezogen.

grimmi 10 Kommunikator - 516 - 12. November 2009 - 21:47 #

Seit wann sind die Tom&Jerry-Cartoons nur etwas für kleine Kinder? Das ist so eine typisch deutsche Unsitte, dass alles, was gezeichnet ist, automatisch als "Kinderkram" abgetan wird...

GingerGraveCat (unregistriert) 12. November 2009 - 9:55 #

Werde mir das Spiel mal ausleihen. Ich denke aber nicht das es mir genung Abwechslung bietet, um es zu kaufen.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22755 - 12. November 2009 - 15:28 #

Ausleihen ist nie verkehrt. ;)

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 73192 - 12. November 2009 - 13:56 #

Ich finde die Rabbids irre lustig (und ich bin weit über 12 ;-) ), aber das Teil scheint etwas zu eintönig und simpel zu sein. Ich warte auf eine Budget-Veröffentlichung, aber dann wird es bestimmt gekauft.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22755 - 12. November 2009 - 15:27 #

Es ist bei Rabbids Go Home essentiell wichtig, dass du vorher weisst, was dich erwartet. Wenn du an das Spiel mit der Erwartung rangehst, immer mal wieder für eine halbe bis ganze Stunde Spaß zu haben und es dann aber auch wieder gut sein zu lassen, wird es dich als Rabbids-Fan sicher nicht enttäuschen. Und das heißt aus meinem Mund was: Ich fand die Rabbids nämlich bisher nicht prall, aber in Rabbids Go Home mag ich sie ziemlich gern.