Es muss nicht immer Core sein

Puzzle Quest 2 Test

Bereits vor gut zwei Monaten erschien mit Puzzle Quest 2 der erste direkte Nachfolger zum RPG-Casual-Mix von Infinite Interactive. Nun sind die bunten Murmeln auch auf den PC gekullert. Aber macht das Spiel genauso süchtig wie der erste Teil und sind die Verbesserungen wirklich sinnvoll? Antworten darauf gibt unser Test.
Jörg Langer 17. September 2010 - 0:07
PC 360 DS iOS
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von Florian Pfeffer
 
Vor dreieinhalb Jahren wagte sich der australische Entwickler Infinite Interactive an einen so bisher noch nie da gewesenen Genre-Mix: Einen Bejeweled-Klon mit Rollenspieleinschlag namens Puzzle Quest. Das Experiment gelang, der Zeitfresser mit den bunten Kugeln konnte durch die Bank gute bis sehr gute Wertungen einfahren und wurde vom Nintendo DS bis zur Playstation 3 für nahezu jede Plattform umgesetzt. Der Erfolg rief zahlreiche Nachahmer auf den Plan und so erschienen in der Zwischenzeit vom selben Hersteller Puzzle Kingdoms, Puzzle Chronicles und das mäßige Galactrix, das das Geschehen aus der gewohnten Fantasywelt ins All verlagerte. PopCap und Square Enix brachten Gyromancer, Ubisoft das durchaus vergleichbare, im Kampfsystem aber wesentlich komplexere Might & Magic: Clash of Heroes  (GG-Test: 7.5) für den Nintendo DS.

Das immer wieder variierte Grundprinzip des Aneinanderreihens gleichfarbiger Steine macht anfangs großen Spaß.

Heroische Taten für Murmelschubser

Ein Gegner drischt auf uns ein -- im harmlosen Comiclook.
Nun erscheint mit Puzzle Quest 2 zum ersten Mal ein direkter Nachfolger des Originals bei Namco Bandai. Am Spielprinzip hat sich nicht allzu viel geändert. Wie gehabt, erstellt ihr zuerst einen männlichen oder weiblichen Helden, als Attentäter, Barbar, Zauberer oder Templer. Diese vier Klassen beeinflussen allerdings ebenso wie die Charakterattribute (etwa Moral, Stärke oder Intelligenz) lediglich die Fähigkeit, Vorteile aus der Kombination bestimmter Murmelfarben zu ziehen und auf die Auswahl an verfügbaren Zaubersprüchen und keinerlei Auswirkungen auf die Hintergrundgeschichte oder ähnliches.

Mit eurem fertigen Charakter zieht ihr durch eine Fantasywelt wie aus dem Rollenspiel-Lehrbuch, erfüllt Quests für herumstehende NPCs und kämpft euch auf diese Weise immer tiefer in die Spielwelt vor. Gefechte werden auf einem acht mal acht Felder großen Spielbrett nach dem Bejeweled-Prinzip ausgetragen. Wer drei Steine horizontal oder vertikal in eine Reihe bringt, dem werden entsprechend viele Punkte dieser Farbe gut geschrieben. Hat man genug Punkte gesammelt, kann man damit Zaubersprüche verschiedenster Art auf den Gegner loslassen.
 
Diese reichen von der Stärkung der eigenen Abwehr über das Konvertieren der Murmeln in andere Farben bis zu etlichen Buffs und Debuffs, die über mehrere Runden lang die Kampfkraft erhöhen oder die gegnerische senken. Euer Ziel ist aber immer dasselbe: Die Hitpoints des Gegners auf Null bringen, bevor er das gleiche mit euch macht. Zum direkten Abzug von Lebenspunkten führt die Kombination von drei Totenköpfen. Kombiniert ihr vier Murmeln in einer Reihe, gibt es zur Belohnung einen weiteren Zug, bei fünf lockt als Prämie ein Multiplikator, der eure Farbpunkte vervielfacht. Neu sind die Fehdehandschuhe, die ebenfalls Punkte einbringen, die ihr für den Einsatz eurer Waffen verwenden könnt. Waren die Waffen im ersten Teil noch mit ein paar Boni behaftetes Zierwerk, so kommen sie nun direkter zum Einsatz. Sie ziehen, von einer hübschen Extra-Animation begleitet, dem Feind sofort ein paar Hitpoints ab. Kämpfe gegen mehrere einzelne Gegner gibt es nicht, diese werden zu einem Duell zusammengefasst („Rattenschwarm“, „Wolfsmeister“). Die Bestrafung für Fehlklicks wurde glücklicherweise abgeschafft, wenn ihr also versehentlich einmal einen nicht erlaubten Zug macht, hat das keinerlei Konsequenzen mehr. Im ersten Teil wurde man dafür noch mit Punktabzug gemaßregelt, und der Gegner war am Zug.
 
Gold, Ressourcen, Minispiele

Wir plündern eine Schatztruhe in einem der zahlreichen Minispiele
Wie in einem klassischen Rollenspiel gibt es für jeden Kampf Gold und Erfahrungspunkte, manchmal auch wertvolle Items. Für die gewonnenen Goldstücke kauft ihr beim Händler bessere Waffen und Ausrüstungsgegenstände . Sammelt ihr genügend Rohstoffe, die ebenfalls bei Kämpfen oder im Schatzsuchen-Minispiel angehäuft werden, könnt ihr eure Items bei speziellen NPCs upgraden lassen.
 
Aufgelockert werden die stets recht ähnlich verlaufenden Auseinandersetzungen durch eine Reihe von Minispielen; beispielsweise wenn eine Tür geöffnet oder eine Schatztruhe geplündert werden soll. Im Falle der Tür habt ihr oft mehrere Möglichkeiten: So kann das Schloss geknackt, ein Zauberspruch verwendet oder die Tür gewaltsam eingetreten werden.Diese Minispiele laufen ähnlich, aber eben nicht genauso wie die Kämpfe ab. Unter Zeitdruck oder mit einer bestimmten Anzahl an Zügen müssen dort meist vorgegebene Symbole vom Spielbrett eliminiert oder möglichst viele Symbole einer bestimmten Art gebildet werden. Auch das Plündern von Schatztruhen verläuft so: Wenn die schmucken Kisten auf dem Spielfeld miteinander kombiniert werden, winken wertvolle Items oder zumindest Materialien, die für ein Upgrade verwendet werden können. Dummerweise könnt ihr vor dem Kauf nicht feststellen, wie die Art des Upgrades aussehen wird.
 
Einer der vielen Minibosse erwartet uns. Eigentlich macht uns schon allein der Name Angst...
 
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Puzzle/Logik
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Namco Bandai
22.06.2010 (DS) • 30.06.2010 (Xbox 360) • 12.08.2010 (PC) • 09.12.2010 (iOS) • 16.12.2010 (Windows Phone) • 21.10.2011 (Android) • 04.10.2016 (Xbox One (Xbox 360 Backward Compatibility))
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