Zum Abschluss das Beste

Prototype 2 (PC) Test

Mit der PC-Version von Prototype 2 legt Radical Entertainment seine wahrscheinlich letzte eigene Produktion vor. Wir haben uns für euch nochmals ins New York unter Quarantäne gestürzt und herausgefunden, ob sich der Entwickler würdevoll von der großen Bühne verabschieden kann.
Benjamin Braun 27. Juli 2012 - 15:58 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal.


Eigentlich würde die Bezeichnung „Das Jahr der Fortsetzungen“ zu so ziemlich jedem Spielejahrgang passen. Denn neue IPs am Markt zu etablieren, ist wesentlich risikoreicher für Publisher und Entwickler als mit einem bekannten Namen seine Zielgruppe zu erreichen. Activision und Radical Entertainment probierten es mit Prototype vor gut drei Jahren dennoch, eine neue Reihe ins Leben zu rufen. Im April dieses Jahres erschien mit Prototype 2 der Nachfolger für Xbox 360 und Playstation 3. Ende Juni mussten große Teile der Belegschaft bei Radical gehen, der Rest unterstützt zukünftig die anderen Spielestudios von Activision nach Bedarf. Ein letztes eigenes Projekt allerdings hatte das kanadische Studio noch in der Entwicklung: die PC-Version von Prototype 2, die wir für euch unter die Lupe genommen haben. Wenn ihr mehr über die Geschichte von Hauptfigur James Heller, seine Superkräfte und die drei von Mutanten überfluteten Stadtteile von New York erfahren wollt, empfehlen wir euch die Lektüre unseres Tests zu den Konsolenversionen. In diesem Artikel möchten wir uns vornehmlich mit den grafischen Unterschieden sowie den Vor- und Nachteilen der Steuerung mit Maus und Tastatur beschäftigen.

James Heller kann auch Panzerfäuste oder MGs benutzen. Viel mehr Spaß macht aber die gute alte Handarbeit...
Dezent hübschere Open WorldDass der durchschnittliche Spiele-PC längst allermindestens eine Klasse über dem Leistungsniveau der aktuellen Konsolen liegt, ist den oft mit Zeitabstand folgenden PC-Umsetzungen nicht immer sofort anzusehen. Das ist auch bei Prototype 2 nicht anders, zumindest, was die quasi nicht erhöhte Weitsicht oder den allgemeinen Detailgrad der Spielwelt angeht. Im direkten Vergleich machen sich die Kantenglättung sowie die in drei Stufen regelbaren Schatten- und Effektdetails allerdings angenehm bemerkbar: Plakate und Verkehrsschilder in der Spielwelt erscheinen deutlich schärfer und sind deshalb auch aus größerer Entfernung noch lesbar. Die nicht allzu detaillierten Häuserwände erscheinen aufgrund dessen etwas plastischer. Und wo etwa auf der Xbox 360 der rund um die Sperrgebiebte aufgezurrte Stacheldraht hier und dort „Lücken“ zeigte, ist er auf dem PC deutlich zu erkennen.

Detailgrad und Texturqualität der Spielfiguren haben allenfalls marginal zugenommen. Unser Held Heller hat keine feineren Gesich
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tszüge und die Embleme auf seiner Jacke sind nicht wesentlich schärfer als in der Konsolenvorlage. Besonders innerhalb der Selbstlaufsequenzen in Spielgrafik ist zu erkennen, dass sich bei der Umgebungsgrafik einen Hauch mehr getan hat als bei Heller, den NPCs oder den Monstern. Bei Letzteren ist uns der Kontrast sogar eindeutig zu groß, denn bei den vielen leicht eckigen, unifarbenen Flächen fällt die Kantenglättung kaum mehr ins Gewicht.

Bei den Effekten zeigt sich zunächst ebenfalls eine Verbesserung: Panzer, die ihr mithilfe eines Raketenwerfers in die Luft jagt, produzieren eine Spur mehr Rauch und verpixeln vor allem nicht ganz so stark, wie es häufiger in der Konsolenvorlage der Fall ist. Brände bieten nun zudem authentischeres Hitzeflimmern. Obendrein sehen sie weiterhin gewaltig aus. An anderen Effekten hingegen hat sich weniger getan. Die schon auf der Konsole aus der Entfernung nett anzuschauenden Wasserlachen auf der Straße entpuppen sich aus der Nähe auch auf dem PC als kleine Blender. Echte Spiegeleffekte gibt es nicht, und wenn ihr von oben auf das vermeintliche Wasser schaut, sieht es nur noch wie ein dunkler Fleck auf dem Asphalt aus.
before
after
...  in der PC-Fassung leicht höher aufgelöste Texturen vorhanden sind und ihr dank Kantenglättung das Symbol am gelben Tor besser erkennt.
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