Test: Spiel zur TV-Erfolgsserie

Prison Break - The Conspiracy Test

Intrigen, Morde und ein beinharter Knast: Diese Zutaten haben aus der Prison-Break-Fernsehserie einen viel beachteten Beitrag zur Populärkultur gemacht. Koch Media versucht sich nun an einer Umsetzung für Konsolen und PC -- kann der Genremix auch dort überzeugen?
Anatol Locker 22. März 2010 - 18:45 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC 360
Prison Break - The Conspiracy ab 24,99 € bei Amazon.de kaufen.
Für ihre Mitarbeiter stellt Die Company keine Visitenkarten aus. Man arbeitet lieber unerkannt hinter den Kulissen, am Rande der Legalität, im Zentrum der Macht. Es wird intrigiert, verschleppt, kidnappt, manchmal gemordet. Wer sich der Company in den Weg stellt, wird beiseite geräumt.
 
Das hat Lincoln Burrows zu spüren bekommen: Ihm wurde ein Mord angehängt. Und nicht irgendein Mord: Er soll den Bruder der Vize-Präsidentin erschossen haben, weshalb er jetzt im im Todestrakt des Fox-River-Gefängnis schmort. Sein kleiner Bruder Michael Scofield hat beschlossen, ihn aus dem Gefängnis rauszupauken. Also überfällt Scofield eine Bank, lässt sich schnappen und landet ebenfalls in Staatsgefängnis. Mit einem ausgeklügelten Plan und einem Rückentattoo, in dessen Bilderflut alle Informationen zur Flucht gespeichert sind.

Bekannte TV-Serie als Vorlage

Held der Serie: Michael „Cleverle“ Scofield mit seinem „Du kommst aus dem Gefängnis frei“-Tattoo
Soweit die Story, die viele GamersGlobal-Leser aus dem Fernsehen kennen dürften. Die Fox-Serie Prison Break knüpft an alte -- und ziemlich gute -- Klassiker wie Alcatraz oder The Fugitive an. Vier Staffeln wurden produziert. Die erste ist aus unserer Sicht ebenso spannend wie ausgeklügelt. Die zweite kann den Bogen einigermaßen halte. Doch ab der dritten hatten die Produzenten ihr Pulver verschossen. Weshalb sie in der vierten und letzten den Sack zumachen und ein paar Charaktere final über die Klinge springen lassen. Das war’s dann wohl mit Prison Break...

Prison Break - The Conspiracy, das Spiel zur TV-Serie, erscheint, nachdem diese beendet ist: Vielleicht nicht das cleverste Timing, um einen Hype mitzunehmen. Egal: Wir schlüpfen die Rolle von Tony Paxton, einem breitschultrigen, knurrigen Company-Mitarbeiter. Er wird undercover nach Fox River eingeschleust, um Scofield zu beobachten. Vieles, was wir im Spiel erleben, spiegelt sich in der ersten Prison-Break-Staffel wieder. So beschaffen wir beispielsweise Insulinblocker für Scofield, die ihm in der Serie später von einem Häftling verkaufen wird. Auch die fiesen Spielchen des Mafia-Bosses Abruzzi bekommen wir hautnah zu spüren. Und mit dem gruseligen Massenmörder T-Bag legen wir uns gleich am ersten Tag an.

Viele schillernde Nebenfiguren
 
Wir bekommen es also mit den vielen schillernden Nebenfiguren der Serie zu tun, die maßgeblich zu ihrem Reiz beigetragen haben. Da wären beispielsweise: Scofields Freundin in spe Doktor Tancredi, der schmierige Wärter Bellick und Michaels Zellengenosse Sucre. Diese enge Verwandschaft zur TV-Vorlage macht durchaus Laune: Dank des Original-Soundtracks, der Zwischensequenzen und der guten Synchronsprecher fängt das Spiel den Charme der Serie ein.
 
Doch, o weh: Das Gefängnis, in dessen Bahnen wir uns erstaunlich frei bewegen können, sieht aus wie in jedem Dutzend-Shooter -- da haben wir schon Besseres gesehen. Die Gesichtsanimationen der Charaktere sind… naja, etwas starr geraten. Streckenweise sehen die Protagonisten aus, als wäre der Knast eine Botox-Farm, deren Insassen zu keinerlei Mimik mehr fähig sind. Auch die Bewegungen der Cut-Scenes besitzen einen hohen Ruckfaktor. Das alles trübt die an sich durchaus gelungene Grafik -- ohne aber die sehr dichte Gefängnisatmosphäre ernsthaft zu gefährden. Insgesamt wurde das TV-Szenario glaubhaft auf PC und Konsole übertragen.

Helle Außenszenen wir hier im Gefängnishof sind nicht unbedingt typisch fürs Spiel; oft seid ihr im Dunkeln unterwegs.
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 8 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.