Test: Rückkehr zu alten Stärken?

Prince of Persia - Die vergessene Zeit Test

Eine der langlebigsten Serien im Actiongenre, Untergattung "Klettern und Springen", kehrt zurück. Doch die Sprungeinlagen und Kämpfe schienen uns in einer Vorversion noch arg belanglos zu sein -- hat sich im fertigen Spiel in diesen Punkten noch was getan? GamersGlobal hat den Krummsäbel umgeschnallt und ist der Frage nachgehüpft.
Mister G 18. Mai 2010 - 18:00 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3 Wii DS PSP
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Eigentlich will der Prinz nur seinen Bruder Malik besuchen, der doch der hat gerade keine Zeit für Tee und Gebäck: Seine Festung wird von einer riesigen osmanischen Armee angegriffen. Um einen besseren Blick auf die Lage zu bekommen, klettert der namenlose Blaublüter auf den Turm einer Moschee. Dann, Schnitt. Die Kamera zoomt auf ein Katapult, verfolgt die Flugbahn seines Geschosses, das immer schneller und schneller wird. Es schlägt in die Moschee ein, der Turm bricht zusammen und der Prinz kann sich gerade noch so auf einen Mauervorsprung retten. Hey, das fängt ja richtig gut an! Und es geht weiter: Mit dem tosenden Brüllen der feindlichen Artillerie, surrenden Brandpfeilen, deren Schützen es auf den Prinzen abgesehen haben, einstürzenden Gebäuden und den Soldaten Maliks, die verzweifelt versuchen, mit Steinen und Pech die Angreifer abzuwehren. Ein Schlachtgemälde wie in Der Herr der Ringe: Die zwei Türme.

Selbst mit solch einer Horde Skelette hat der Prinz zu keiner Zeit ein Problem.

Die Suche nach Malik
 
Nach dem famosen Start von Prince of Persia - Die vergessene Zeit erwarten wir etwas Großes und werden erst mal enttäuscht: Über quälende zwei Stunden erstrecken sich Levels, die sich wie ein nicht enden wollendes Tutorial anfühlen. Wir reden von der Suche nach Malik, der sich mit seiner Leibwache ins Innerste der Festung zurückzieht. Er will die Sandarmee König Salomons erwecken, der Prinz aber weiß: Das ist nur ein Mythos, in Wahrheit hat jene Sandarmee die Macht, jeden Menschen in eine Sandstatue zu verwandeln; sie würden Malik töten und sein Königreich zerstören. Die Geschichte ist also relativ banal, reicht aber als Unterbau für ein actionreiches Jump-and-run in 3D.

Der Prinz muss Malik hinterher eilen und lernt währenddessen, wie man springt, mit der R2-Schultertaste auf der Playstation 3 einen Wandlauf startet, also schräg am Gemäuer entlang spurtet. Timing spielt hier kaum eine Rolle, es reicht, R2 gedrückt zu halten – der Prinz hält sich automatisch fest. Selbst die Kombinationen aus Wandlauf, an eine Säule springen und von der Säule an eine Stange, um sich über einen Abgrund zu schwingen, sind vom Leveldesign her so ausgelegt, dass man weder Säule noch Stange verfehlen kann. Auch beim Schwingen brauchen wir nicht den richtigen Moment zum Absprung abpassen, sondern landen ganz automatisch per Knopfdruck am gewünschten Ziel.Das ist uns zu einfach, zu einem Erfolgserlebnis gehört die Möglichkeit des Versagens und sich Verbesserns einfach dazu.

Taste drücken, Wandlauf starten, der Rest geht automatisch; darüber können auch die Krieger der Sandarmee nur lachen. Oder weinen über ihre schwachen Texturen?
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