Test: Einmal nach Einall

Pokémon - Schwarz & Weiß Test

Schon wieder ein Pokémon-Spiel? Ist das nicht auf Dauer ein bisschen langweilig? Und wer will denn bitte allen Ernstes 649 dieser Viecher virtuell einfangen? Nun, ähm... wir zum Beispiel. Denn das bewährte Pokémon-Spielprinzip ist auch in der neuesten Auflage der Serie nicht totzukriegen und punktet zudem mit tollen Online-Funktionen.
Philipp Spilker 25. März 2011 - 20:20 — vor 6 Jahren aktualisiert
DS
Pokémon Schwarze Edition ab 44,89 € bei Amazon.de kaufen.
von Gerjet Betker

Seit der Japan-Veröffentlichung des allerersten Serienteils Pokémon Grün im Jahr 1996 ist der Entwickler GameFreak einen langen Weg gegangen. Wo einst "nur" 150 "Pocket Monster" und ein linearer Plot waren -- von der bescheidenen Grafik einmal ganz abgesehen --, erwarten Spieler der weißen und schwarzen Edition von Pokémon nun knapp 650 Pokémon auf modernem Stand. Dazu kommt, dank ausführlicher Hauptgeschichte und zahlreicher Nebenquests, eine äußerst stattliche Spielzeit -- wir waren bei ausgiebigem Spielen gut eine Woche lang beschäftigt. Überhaupt sind die neuesten Editionen der Taschenmonster-Serie ein gelungenes Paket, dem insbesondere Serienfans eine Chance geben sollten.

Serpifeu (links), Floink (Mitte) oder Ottaro (rechts)? Mit einem dieser drei Pokémon startet ihr in euer Abenteuer.

Unser Trainer ist der Beste

Euer Abenteuer beginnt in euren eigenen vier Wänden, wo ihr mit euren Freunden Cheren und Bell plaudert (die seltsame Namensgebung hat sich in der Pokémon-Reihe nun schon über Jahre hinweg als gute Tradition etabliert). Dann sucht ihr euch euer allererstes Pokémon von Professorin Esche aus. Dabei habt ihr die Wahl zwischen niedlich, niedlich und niedlich. Denn in diese Kategorie passen Feuerschwein Floink, Wasserotter Ottaro und Pflanzennatter Serpifeu allesamt. Kurz darauf verwüstet ihr in einem Probekampf mit eurem neuen Schützling direkt mal euer gesamtes Zimmer. Nach dieser Feuerprobe erhaltet ihr dann auch ohne Umschweife einen alten Bekannten im Pokémon-Franchise: das Allzweckgerät Pokédex, das Datenbank und Taschencomputer miteinander vereint. So ausgerüstet, könnt ihr richtig ins Abenteuer starten.

Das gestaltet sich zunächst nach Schema F. Soll heißen: Wer je ein Pokémon-Spiel gespielt hat, findet sich auch hier sofort zurecht. In der neuen Region namens Einall warten zahlreiche Routen auf euch, die mit brandneuen Pokémon nur so gespickt sind. Die erobert ihr, indem ihr sie besiegt -- und zwar in einer Abwandlung des guten alten "Quartett-Kartenspiels", bei dem höherer Wert niedrigeren Wert schlägt. Natürlich ist das in Wahrheit alles viel komplizierter, weshalb ihr anfangs noch von Trainern mit hilfreichen Tipps bedacht werdet. Später aber seid ihr dann schon mehr auf euch allein gestellt. Generell fällt deutlich auf, dass die KI sich im Gegensatz zu den Vorgängern verbessert hat. Eure Gegner achten in den Kämpfen nun viel besser auf Vorteile des von euch benutzten Taschenmonster-Typs und vermeiden somit größtenteils ineffiziente Attacken. Das hat auch einen leicht erhöhten Schwierigkeitsgrad im Gegensatz zu den eher wenig knackigen Vorgängern zur Folge. Wir fanden das im Testverlauf angenehm herausfordernd. Und auch das gelungene Design der Einall-Region lässt Langeweile so schnell nicht aufkommen.

Virtuelle Sightseeingtour
 
Die Spielwelt reicht von lauschigen Wäldern über Lagerstädte bis hin zu Hochhausschluchten. Und schon ein kurzer Blick auf die Weltkarte offenbart, dass Einall in einigen Teilen New York nachempfunden wurde. So erinnert die steinige Himmelsbrücke an die Brooklyn Bridge. Auch die ligarelevanten Arenen sind in Pokémon Schwarz und Weiß sehr abwechslungsreich gestaltet. In welchem Ambiente würdet ihr eure Kämpfe gerne austragen: Gemütliches Cafe? Check! Flughafenhangar mit Kanonen? Check! Oder lieber in der etwas intellektuelleren Atmosphäre eines Ateliers? Check! Als ebenfalls sehr angenehm haben wir im Test die Einwohner der Region Einall empfunden, die weit davon entfernt sind, wandelnde und recht seelenlose Stereotypen zu sein. Jeder eurer Kontrahenten hat einen ganz eigenen Charakter. Einige von ihnen sind uns sogar ans Herz gewachsen -- was uns natürlich nicht davon abhielt, gegen sie zu kämpfen.

DIe Himmelsbrücke in der Spielwelt Einall ist ziemlich eindeutig von der Brooklyn Bridge in New York inspiriert.
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 30 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.