Erbsen auf halb 6

Plants vs. Zombies - Garden Warfare Test

Florian Pfeffer 25. Februar 2014 - 9:14 — vor 5 Jahren aktualisiert
Wir haben mit unserem Schnapper – der fleischfressenden Pflanze – den All-Star-Zombie von hinten gepackt und werden ihn gleich genüsslich verschlingen. Im Hintergrund seht ihr eine eingetopfte Erbsenkanone, die sich aber nicht bewegen kann.
Anzeige

Sammelkarte, ick hör' dir trapsenEine weitere Designentscheidung von Popcap ist diskussionsbedürftig: Beim Spielen verdient ihr permanent Münzen. Ob ihr nun einen Treffer verbucht, einen Kameraden heilt, einen Boss besiegt oder einen Garten verteidigt – ständig prasselt das virtuelle Kleingeld auf euer Konto. Von diesen Münzen könnt ihr im Ingame-Shop dann neue Ausrüstung oder Outfits für eure Spielcharaktere kaufen, neue Figuren freischalten oder ein paar andere nützliche Extras abstauben. Eine Option, Ingame-Währung gegen Echtgeld zu kaufen, gibt es nicht. Einen Haken hat die Sache aber doch: Anstatt euch im Store direkt für einen Gegenstand oder bestimmte Vorräte zu entscheiden, müsst ihr Sammelkartenpacks erwerben, auf deren Inhalt ihr keinen Einfluss habt. Je teurer das Päckchen, umso größer die Chance auf seltene oder sehr seltene Karten. Frustrierend wird das besonders dann, wenn euch etwa in einer Partie Gartenkommando die MG-Erbsen ausgegangen sind und ihr nun immer wieder Nachschub-Päckchen kaufen müsst, bis ihr die passende Sammelkarte ergattert.

Beim Aufreißen der Kartentütchen seid ihr leider immer auf Glück angewiesen: Der Pack Choi etwa ist sehr selten und überaus praktisch im Nahkampf.
Habt ihr einmal eine bestimmte Karte gefunden, wird diese in ein virtuelles Sammelalbum eingeklebt – allseits bekannt und beliebt durch die Panini-Fußballheftchen. Ein Schelm, wer bei dieser Analogie böses denkt: Obwohl echtes Geld in Garden Warfare aktuell noch keine Rolle spielt, könnten wir uns durchaus vorstellen, dass die PvZ-Karten verschiedener Wertigkeit auch demnächst einmal neben den Magic- und Yu-Gi-Oh-Tütchen im Spielzeugladen hängen. Ähnliches hatte EA schon 2009 mit Battleforge versucht. Wir haben damit insoweit unsere Schwierigkeiten, dass wir einfach gerne selbst entscheiden würden, welche Gegenstände wir für die erspielten Münzen einkaufen wollen und dies nicht dem Zufall überlassen werden sollte.

Motivierender Casual-ShooterDie Xbox 360-Fassung von Garden Warfare macht grafisch einiges her. Von gelegentlichen Pop-Ups abgesehen, wenn bestimmte Texturen nicht schnell genug von der Scheibe geladen werden, können wir die Präsentation nur loben. Die Animationen sind nicht nur durch die Bank flüssig, sondern auch sehr witzig. Auch die Lichteffekte können uns überzeugen, die Frostbite-3-Engine leistet hier beste Arbeit. Ein Ruckeln oder Performanceeinbrüche haben wir selbst bei 24 Spielern gleichzeitig auf einer Karte nicht feststellen können. Auf der Xbox One soll das Spiel in 900p mit 60 Bildern pro Sekunde laufen, wird aber bei der Ausgabe auf 1080p hochskaliert.

Der Sound ist gelungen und bietet einige aus der Tower-Defense-Vorlage bekannte Melodien, die perfekt zum Cartoon-Look des Games passen. Besonders gefallen haben uns das düster-grummelige Thema, das erklingt, wenn man als Zombieteam einen Garten einnimmt, sowie die gesummten und gepfiffenen Melodie-Passagen.

Alternativen
Wer das Pflanzen gegen Zombies-Universum mag, der kann sich natürlich die ersten beiden Serienteile nicht entgehen lassen (Erster Teil GG-Test 8.5, zweiter Teil User-Durchschnitt 6.5). Wer hingegen nicht nach einem Fun-Shooter, sondern nach einem "richtigen" Genrevertreter sucht, kann aktuell bei Call of Duty - Ghosts (GG-Multiplayer-Test 9.0) oder bei Battlefield 4 (GG-Multiplayer-Test 9.5) fündig werden.
Trotz weniger Spielinhalte und zweifelhafter Sammelkarten-Mechanik macht Garden Warfare jede Menge Spaß. Dazu tragen das gezielte Hochleveln der eigenen Charaktere mittels Mini-Missionen Marke „Erledige fünf Spieler mit einer Chili-Granate“ einiges bei, aber auch das Freischalten neuer Fähigkeiten und Spielercharaktere. So haben wir uns oft dabei ertappt, doch noch eine weitere Runde zu spielen, einfach weil wir noch einen Level aufsteigen oder eine weitere Fertigkeit freischalten wollten. Als Fun-Shooter für zwischendurch ist der Titel bestens geeignet.

Autor: Florian Pfeffer (GamersGlobal)
Redaktion: Christoph Vent (GamersGlobal)


Florian Pfeffer
Garden Warfare spricht ganz klar den Casual-Fan in mir an, der einfach abends noch eine Runde ballern will, ohne sich über Sinn und Zweck Gedanken machen zu müssen. Die quietschvergnügte bunte Grafik und die altbekannten PvZ-Melodien tragen ordentlich zum Spielspaß bei. Einfach nur noch eine Runde, vielleicht schaffe ich es ja diesmal endlich, den Vorgarten von Deppie Daves Villa für die Zombies zu erobern. Beim Thema Sammelkarten-System bin ich allerdings geteilter Meinung: Einerseits motiviert es mich, da ich immer wieder noch ein paar Münzen mehr sammeln will, um mir ein teures Päckchen leisten zu können, andererseits nervt es aber auch, wenn das gewünschte Accessoire wie so oft Tütchen um Tütchen einfach nicht kommen will.

Ein paar mehr Inhalte hätten es aber durchaus sein dürfen. Wieso gibt es nur eine Handvoll Karten, die man schon nach einem Wochenende auswendig kennt? Und warum hat man dem Spiel noch nicht einmal eine Mini-Map oder zumindest ein paar aufnehmbare Extras spendiert? Ebenso sind mir die de facto nur drei Spielmodi einfach zu wenig. Hier hat Popcap Chancen vergeben und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, für wenig Geld eben auch nur wenig Spiel zu liefern. Die umfangreichen Möglichkeiten, seine Spielfigur durch Outfits, Accessoires und Gesten zu individualisieren, reizen mich nun mal überhaupt nicht. Trotz dieser Kritikpunkte hatte ich jede Menge Spaß mit dem Fun-Shooter, ob als Pflanze oder als Zombie – beide Parteien haben ihren Reiz, sind gut ausbalanciert und haben auch ihre jeweiligen Stärken. Am besten gefallen hat mir der Zombie-All-Star, eine Art untoter Terminator mit Football-Outfit und Gatling Gun, mit dem man die Pflanzen hübsch in grünen Matsch verwandeln kann. Da fällt mir nur noch eins ein: Braaains!

 Plants vs. Zombies - Garden Warfare
Einstieg/Bedienung
  • Einsteiger-Modus, der schlechtes Spielen durch Boni ausgleicht
  • Kleine Videotutorials beim Freischalten jeder neuen Fähigkeit
  • Präzise Steuerung, die einfach zu erlernen ist
  • Einige der spielbaren Figuren bewegen sich recht träge
Spieltiefe/Balance
  • Viele verschiedene Fähigkeiten der Pflanzen- sowie Zombietypen
  • Gelungenes Levelsystem
  • Spielen als Zombie / Pflanze möglich (je vier Klassen mit Subklassen)
  • Viele Spezialpflanzen und Zombies, die freigeschaltet werden können...
  • Motivation durch Bonusziele und Herausforderungen
  • Koordinierte Klassenauswahl wichtig
  • Eine Vielzahl freischaltbarer Verkleidungen und optischer Extras
  • Zu wenige Spielmodi
  • Nur 10 Karten (inkl. Tag- und Nachtmodus für einige Maps)
  • Keine (Mini-)Map
  • ... was jedoch hauptsächlich Glückssache ist
Grafik/Technik
  • Gelungene Umsetzung der Pflanzen und Zombies von 2D nach 3D
  • Nette Animationen und hübsche Effekte dank Frostbite-3-Engine
  • Jederzeit flüssig
  • Gelegentliche Pop-Ups durch Nachladen von der DVD (360)
Sound/Sprache
  • Bekannte PvZ-Tracks wurden aufgemotzt
  • Witzige Soundeffekte, die gut zum Cartooncharakter des Spiels passen
  • Kaum Sprachausgabe
Multiplayer
  • Bis zu 24 Spieler in den Modi "Teamsieg" und "Gärten u. Friedhöfe"
  • Vier Schwierigkeitsgrade im Tower-Defense-Modus "Gartenkommando"
  • Splitscreen-Modus nur auf der Xbox One
  • Keine manuelle Server-/Spielauswahl möglich, automatische Zuteilung

Partner-Angebote
Amazon.de Aktuelle Preise (€): 42,63 (), 17,99 (Xbox 360), 29,99 (PC Code - Origin)
Userwertung
7.6
Registriere dich, um Spiele zu bewerten.
Action
3D-Action
7
PopCap Games
Electronic Arts
27.02.2014
Link
PCPS3PS4360XOne
Screenshots
Videos
Mehr zum Thema
Artikel
News
Florian Pfeffer 25. Februar 2014 - 9:14 — vor 5 Jahren aktualisiert
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 23 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.