Erbsen auf halb 6

Plants vs. Zombies - Garden Warfare Test

Der neueste Ableger der Pflanzen-gegen-Zombies-Reihe verspricht rasante Mehrspieler-Action und dank Frostbite-3-Engine auch Topgrafik. Ob das Spiel Wort halten kann oder doch nur ein kleines Pflänzchen mit Free-to-Play-Anleihen ist, das auf dem Weg vom Tower Defense zum Shooter verkümmert ist, verraten wir euch in unserem Test.
Florian Pfeffer 25. Februar 2014 - 9:14 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Gleich nach Angry Birds ist Pflanzen gegen Zombies wohl eines der bekanntesten und meistgespielten Casual Games überhaupt. Dank seines Tower-Defense-Konzepts eignet sich der Titel vor allem für den Einsatz auf tragbaren Geräten, aber auch auf Computern und Konsolen erfreut sich das Spiel großer Beliebtheit. Mit dem im letzten Sommer erschienenen zweiten Teil setzte Hersteller Popcap zum Leidwesen vieler Spieler aber auf ein Free-to-Play-Konzept, bei dem derjenige deutlich schneller und chancenreicher voran kam, der gegen echtes Geld Zusatzinhalte kaufte. Beim neuen Plants vs. Zombies – Garden Warfare, einem Fun-Shooter im Universum der beiden Tower-Defense-Titel, lag daher die Befürchtung nahe, dass Electronic Arts auch bei diesem Spiel weitere kostenpflichtige Zusatzinhalte anbieten könnte – auch deshalb, da es von Anfang an eher im mittleren Preissegment angesiedelt ist. Nach unserer Testphase mit Garden Warfare können wir diesbezüglich schon mal Entwarnung geben: Ihr könnt zwar Unmengen an zusätzlichen Inhalten kaufen, doch zumindest im Augenblick nur gegen Ingame-Währung.

Garden Warfare erscheint zunächst für die beiden Microsoft-Konsolen Xbox One und Xbox 360. Eine PC-Version ist bereits angekündigt, weitere Systeme sollen möglicherweise folgen. Zum Testen spielten wir auf der Xbox 360. Obwohl der Titel noch nicht offiziell erschienen ist, tummelten sich auf den Servern bereits zahlreiche Spieler, sodass wir auf den Maps keineswegs ganz alleine umherballern mussten. Neben einigen Kollegen, die ebenfalls über Testmuster verfügten, waren auch ein paar Entwickler von Popcap unterwegs, die uns das Leben naturgemäß besonders schwer machten.

Sonnenstrahl und Chiligranate
Der Zombie-Wissenschaftler kann einen Healbot aufstellen, der uns und den Teammitgliedern gute Dienste leistet.
Wer Pflanzen gegen Zombies schon einmal gespielt hat – und das dürfte selbst unter selbsternannten "Hardcore-Gamern" ein zumindest nicht unbeträchtlicher Prozentsatz sein – der kennt das zugrunde liegende Szenario bereits. Ihr stellt allerlei Pflanzen auf einem Rasen auf, um das Haus des Landeis Deppie Dave gegen die anrückenden Zombiehorden zu verteidigen. Natürlich lässt sich dieses Konzept nicht Eins zu Eins in einen 3D-Shooter übertragen, doch gibt es mit dem „Gartenkommando“-Modus eine Spielvariante, die dieser Art von Abwehrkampf zumindest ziemlich nahe kommt. Ihr spielt hier eine Pflanze und müsst einen kleinen quadratischen Garten zehn Zombiewellen lang halten.

Eure Spielfigur wählt ihr wie auch bei den „richtigen“ Multiplayer-Modi aus vier Grundtypen von Pflanzen aus, die unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Die Erbsenkanone etwa entspricht dem einfachen Fußsoldaten, der mit (Erbsen-)Pistole oder Chilibohnengranate zu Werke geht. Außerdem kann sie für kurze Zeit sehr schnell laufen und sich als stationäres MG-Geschütz betätigen. Der Schnapper ist dagegen eine fleischfressende Pflanze, die immer direkt neben dem Gegner stehen muss, um ihm Schaden zuzufügen. Er kann sich dafür auch ungesehen für kurze Strecken durch den Boden wühlen und die Gegner per Schleimattacke verlangsamen. Als weitere spielbare Pflanze gibt es noch die Sonnenblume, die auf die Heilung von Teamkameraden spezialisiert ist, aber mit ihrem Sonnenstrahl auch beträchtlichen Fernschaden austeilen kann. Zu guter Letzt steht noch der Kaktus zur Verfügung, der Barrikaden errichtet, Kartoffelminen legt und seine Nadeln verschießt. Jede Klasse verfügt über ihre speziellen Fertigkeiten und Aufgaben, die erst nach und nach durch Hochleveln freigeschaltet werden.
Teamwork ist angesagt: Wir halten uns mit unserem Erbsenagenten in Lauerstellung, während der Teamkollege "Sonnenblume" den angreifenden Kollegen "Kaktus" mit dem Heilstrahl versorgt.

Auf die Töpfe, fertig, los!„Gartenkommando“ spielt ihr alleine oder mit bis zu drei Mitstreitern, wobei sich die Menge der gegen euer Gärtchen anbrandenden Zombies nach der Anzahl der Spieler richtet. Lokaler Multiplayer im Splitscreen ist nur auf der Xbox One möglich, nicht aber auf der 360 und dem PC. Warum es den Splitscreen exklusiv auf der Nextgen-Konsole gibt, können wir nur mutmaßen – wir vermuten allerdings eher einen Dea
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l mit Microsoft denn Performance-Gründe hinter dieser Entscheidung. Nach dem Beginn einer Zombie-Welle müsst ihr die Untoten nicht ganz alleine abballern, sondern dürft auch diverse Pflanzentypen in Blumentöpfe einsetzen, die um eure Basis herum verteilt sind. Diese sind schon aus den 2D-Spielen bekannt und erstrecken sich von Drachenmäulchen, die eine Art Flammenwerfer darstellen, bis hin zu dem berühmt-berüchtigten Pack Choi, der Gegnern gerne mal die Faust ins Gesicht donnert.

Die Pflanzen in den Töpfen sind allerdings im Gegensatz zu den Spielern nicht beweglich und müssen ersetzt werden, falls sie von den Zombies besiegt werden. Der Haken daran ist, dass ihr nicht unbegrenzt viele Samenvorräte habt, sondern diese zwischen den Spielen auffüllen müsst. Nach jeweils fünf beziehungsweise zehn Runden erscheinen mächtige Bosse, die zufällig bestimmt werden. Darunter sind auch alte Bekannte wie der Yeti-Zombie, der Disco-Zombie oder Gargantua. Abwechslung kommt ins Spiel, wenn euch Deppie Dave eine Zusatzmission wie das Vernichten von Grabsteinen oder das Entschärfen von Bomben anbietet, durch die ihr euch ein paar Münzen extra verdienen könnt.
Die letzte Welle ist die Schlimmste: Wir haben ziemliche Schwierigkeiten, gegen Eimerzombies, Wissenschaftler und den Yeti-Boss gleichzeitig zu bestehen. Die eingesetzte Topfpflanze rechts hinter dem Eimerzombie ist längst Geschichte.
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