Test: Pirates für Verzweifelte

Pirates of Black Cove Test

Achtung, hier kommt ein absolutes Highlight! Ein von sämtlichen Konkurrenzpublikationen völlig falsch eingeschätztes Spiel! Voller Überraschungen! Spannenden Schlachten! Ach Quatsch. Pirates the Black Cove ist eine Strafe für jeden Spieler, der den Klassiker Pirates auch nur mal aus der Ferne gesehen hat. Mick Schnelle rechnet ab.
Mick Schnelle 14. August 2011 - 20:26 — vor 7 Jahren aktualisiert
Pirates of Black Cove ab 14,99 € bei Amazon.de kaufen.
Alle Screenshots in diesem Test stammen von uns.

Die besten Piratengeschichten basieren auf uralten Legenden. Hier ist eine davon: Anno Domini 1987 hielt der Autor dieser Zeilen eine Spieleschachtel in Händen, die dank dickem Handbuch und Seekarte so schön schwer war, dass er dachte: "Wow, da muss ein Wahnsinnsspiel drin stecken!" Und genauso war es auch. Pirates! von Sid Meier war seinerzeit ein Riesenkracher, dessen hochmotivierende Verbandelung von Seehandel- und wandel, versteckten Schätzen, schönen Gouverneurstöchtern und Raubzügen auf die legendäre Silberflotte sowie dem einen oder anderen Landgang (inklusive Mini-RTS!) unglaublich motivierend war. So motivierend, dass dasselbe Gefühl nie wieder von einem Nachfolgerspiel, egal ob offiziell oder Klon, erreicht werden sollte.

An einen solchen Textbeginn könnte sich nun ein "... bis heute" anschließen, eine kleine Sensation, die Entdeckung eines Geheimtipps. Spart euch die Vorfreude: Auch Pirates of Black Cove kommt nicht an den Klassiker heran. Man könnte auch sagen, nie war ein Pirates-Klon schlechter. Und dabei liest sich der Werbetext so viel versprechend. "Segle über eine offene Welt und nimm Missionen an", "Ruhm und Ruf bringen dich dem Ziel, König aller Piraten, näher", "Kämpfe mit den Streitkräften der Black Cove und anderen Kolonialmächten", "Vielfältige Einheiten und Waffen" – und was sich da ein kreativer Mensch noch so alles hat einfallen lassen. Wir berichten euch nun von dem Spiel, das wir tatsächlich in der Packung gefunden haben...
Falscher Alarm: Der dicke Fisch hängt nur an dem kleinen Segler. Nach dem Versenken passiert nichts Aufregendes.

Zwei Missionen – ein Ziel
Nach einem statischen Intro plus minutenlangem Gequassel geht es endlich hinaus in karibische Gewässer. Erstes Ziel: Genug Respekt erarbeiten, um als Pirat anerkannt zu werden. Also schippern wir mit unserem kleinen Schiffchen los in Richtung des ersten, auf einer Karte markierten Ziels. Was man da genau erledigen mus
Anzeige
s, steht im Kleingedruckten der Missionsbeschreibung. Aber die zu lesen ist reine Zeitverschwendung. Denn es gibt genau zwei Missionstypen. Dabei gilt es entweder ein Schiff auf offener See zu stellen und solange drumherum zu kurven und zu ballern, bis es sinkt. Dank gut umgesetzter Maus und Tastatursteuerung ist das auch bei dickeren Gegnern kein Problem. Vermutlich ahnt ihr es schon: Die KI ist strunzdumm, nutzt keinerlei Deckung durch Inseln aus und lässt sich bereitwillig versenken. Das würden wir vermutlich auch, wenn wir als Gegner in so einem Spiel herhalten müssten...

Missionstyp Nummer zwei schickt uns auf eine der Inseln, wo es gilt, mit einer zuvor angeheuerten Truppe von Schlagetots die Karte Richtung markiertem Ziel abzulaufen. Die unterwegs sporadisch auftauchenden Gegner attackieren unsere Burschen, wenn wir einen mutigen Rechtsklick ausführen. Wer mag, darf auch den eigenen Kapitän mit ins Gefecht schicken. Das darauf folgende Gewusel ist zwar stets unübersichtlich, aber irgendwie gewinnen unsere Mannen stets haushoch. Verluste lassen sich an der Heimatbasis für einen Grog und 'n Korn, sprich einen Appel und ein Ei, wieder auffüllen.
Irgendwo im Gewühl steckt der Feind. Muss man aber nicht finden, unsere Jungs erledigen den vollautomatisch.

Kommentare nicht sichtbar (43)