Strafverteidiger auf dem 3DS

Phoenix Wright - Dual Destinies Test

Der neuste Teil der beliebten Ace-Attorney-Serie erschien in Japan bereits im Juli. Nun kommt der Download-Titel auch nach Europa und Nordamerika. Während die Vorgänger noch für Nintendo DS veröffentlicht wurden, spielen wir nun auf 3DS. Ob das Detektivspiel mit dem Rest der Serie mithalten kann, verrät euch der GamersGlobal-Richter.
Xaver Zöllner 24. Oktober 2013 - 13:39 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Von Xaver Zöllner. Alle Screenshots stammen von GamersGlobal. Sie entsprechen durch digitales Abgreifen exakt dem auf dem Bildschirm gezeigten und wurden von uns per Pixelverdreifachung hochskaliert.

2005 konnten Besitzer eines Nintendo DS erstmals in die Rolle des Anwalts Phoenix Wright schlüpfen und vor Gericht den Angeklagten verteidigen. Seitdem sind vier weitere Teile des ursprünglich in Japan auf dem GBA erschienenem Detektivspiel erhältlich. Das zuletzt veröffentlichte Spiel Ace Attorney Investigations - Miles Edgeworth (GG-Test: 8.5) stellte einen Spinoff der Serie da, in dem ihr die Rolle des Gegenspielers Edgeworth übernehmt. Mit dem neuen Download-Titel Phoenix Wright - Ace Attorney - Dual Destinies kehrt Entwickler Capcom nun zur Hauptperson Phoenix Wright zurück. Serienliebhaber werden einige Charaktere aus früheren Teilen wiederfinden, wie zum Beispiel der aus Teil 4 bekannte Apollo Justice. Und ja, die Handlungsträger haben fast alle derart sprechende Namen...

Leicht verrückte Figuren
Im Emotionen-Game sollen wir emotionale Ungereimtheiten bei Zeugenaussagen aufspüren. Da es hier schlüssig ist, dass das Mädchen "überrascht" war, drücken wir den "Pinpoint"-Taster nicht.
Während wir im letzten Serienteil komplett vom Gericht verbannt wurden und unseren Tätigkeiten direkt am Tatort oder in dessen Nähe nachgegangen sind, dürfen wir nun, zumindest zeitweise, in den Gerichtssaal zurückkehren. Dual Destinies lässt uns serientypisch gleich mehrere Fälle lösen. Diese reichen von einem Bombenattentat auf das Gerichtsgebäude bis zu einem Mord, der anscheinend von einem fliegenden Ungeheuer begangen wurde... Der Spielverlauf dürfte Serienfans bekannt vorkommen: Es wird viel geredet, zu geeigneten Zeitpunkten müssen wir als Spieler eingreifen und beispielsweise die Aussage des Zeugen mit dem passenden Beweisstück widerlegen. Doch das soll nicht heißen, dass einfach nur der Vorgänger auf den 3DS portiert und mit neuen Fällen versehen wurde. Es gibt eine Menge neuer Elemente.

Zum einen wären das natürlich frische Charaktere, der wohl interessanteste dürfte Athena Cykes sein. Sie ist eine der drei Hauptfiguren und arbeitet zusammen mit Apollo Justice und ihrem Chef Phoenix Wright in der Anwaltskanzlei. Da sie erst 18 Jahre alt ist, hat Athena kaum praktische Erfahrung. Das macht sie aber mit ihren besonderen Fähigkeiten wieder wett: Da sie unter anderem Psychologie studiert hat, hilft sie uns bei der Erstellung von genauen Täterprofilen. Athenas wohl wichtigste Eigenschaft ist ihr extrem gutes Hörvermögen. Mit diesem ist es ihr sogar möglich, die Gefühle eines Menschen direkt aus dem Herzen zu hören (Nein, wirklich! Ihr könnt das nicht...?). Daraus hat Capcom ein Minispiel gebastelt: Während ein Zeuge seine Aussage macht, überprüft Athena, welche Gefühle die Person bei bestimmten Wörtern zeigt. Finden wir eine nicht zur Aussage passende Emotion, sprechen wir den Zeugen direkt darauf an und entlocken ihm Genaueres. Nicht immer muss das zu Ungunsten des Zeugens sein, ein Beispiel: Angenommen, wir entdecken die Emotion "Freude" in einer an sich schrecklichen Szene, haken wir natürlich sofort nach. Nun kann es sein, dass der Zeuge sich erinnert, dass ihm in der Notsituation von einer Person geholfen wurde, was die (kurzzeitige) Freude erklärt.

Diesen streng dreinblickenden Richter müssen wir jeweils von der Unschuld unserer Mandanten überzeugen.

Langweilig und trocken?Insbesondere für Neueinsteiger klingt so ein Anwaltspiel wohl erst mal ziemlich langweilig und trocken - doch das stimmt
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ganz und gar nicht. Die einzelnen Fälle sind sehr unterschiedlich und sorgen für angenehme Abwechslung. Zwar gibt es zwischendurch Passagen, die nur aus dem Betätigen der "Weiter"-Taste bestehen - doch die Dialoge sind interessant und vor allem humorvoll gestaltet, sodass sich das nicht negativ auswirkt. Etwas schade finden wir aber, dass diese nicht vertont wurden. Dafür baute der Entwickler Capcom stimmige Soundeffekte ein, die passend zum Text der jeweiligen Person abgespielt werden. Die Stimmen der Personen bekommen wir leider nur in den seltenen Videosequenzen zu hören, wo sie dann aber schon fast fremd wirken. Im Ganzen betrachtet, ist die Soundkulisse zwar gelungen, jedoch ist lautlos spielen überhaupt kein Problem, da einem keine wichtigen Details entgehen.

Dual Destinies erscheint weltweit nur auf Japanisch und Englisch, Sprachausgabe gibt es nur selten, etwa beim Einspruch im Gerichtssaal. Die meisten Textdialoge sind zwar auch ohne exzellente Englischkenntnisse zu meistern, jedoch stoßen wir spielbedingt auf Fachbegriffe aus dem Wortschatz der Juristen. Es gab also durchaus Momente, in denen wir glücklich über ein Onlinewörterbuch waren.
Ja, ja, der Ding-Dong-Dämon war es! Es ist eure Aufgabe, die wahre Ursache für das Ungemach von Jinxie zu finden.

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