Test: Fußball und Rasenschach

PES 2011 Test

Bei der Previewversion von PES 2011 schwankten wir zwischen Lust und Frust. Umso gespannter waren wir bei der Testversion: Würde sich das neue Pass-System, die neue Unberechenbarkeit bewähren, oder uns den Spaß vergällen? Und vor allem: Wer gewinnt das aktuelle Duell Fifa gegen PES? Kommen wir zum japanischen Herausforderer...
Rechen 24. September 2010 - 23:01 — vor 8 Jahren aktualisiert
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von Benny Kratsch

Endlich! Die lang ersehnte Schlacht  Fifa gegen PES wird ausgefochten! Beide Titel erscheinen am 30. September 2010, die Tests findet ihr schon jetzt bei uns. Im GamersGlobal-Test-Stadion herrscht bereits eine Bombenstimmung, wir schalten live in unsere Partie: Chaos im Torraum, die Werder-Defensive patzt, Bayerns Tormaschine Robben setzt zum Kopfball an. Werder-Wiese hechtet ins rechte Eck. Es gelingt ihm knapp, den Ball gerade noch rechtzeitig ins Feld zu fausten. Just in diesem Moment schnappt sich Schweini das Leder, kann aber die Verteidigung der Bremer nicht durchbrechen. In der Flanke sieht er seine einzige Chance. Es folgt ein scharfer Schuss nach hinten, der jedoch im Aus landet. Nach einem schnellen Einwurf überbrückt Pizarro das Mittelfeld und verwandelt seine Chance!

Genau so muss sich moderner Fußball anfühlen: Schnell, unberechenbar und unbarmherzig. Doch derart unberechenbar wie PES 2011 war noch keine Fußballsimulation zuvor. Da stellt sich uns die Frage: Was ist da los? Und natürlich: Kann das Spaß machen?

Auch wenn ihr es vielleicht nicht glauben könnt: So hervorragend sieht PES 2011 tatsächlich aus.

Mühsam gepflückte Trauben schmecken besser

Verantwortlich für Schweinis Patzer ist ganz klar das runderneuerte Passsystem. Bereits in unserem Angetestet-Artikel vor einigen Wochen haben wir euch das vorgestellt. Die Kurzversion: Beim Abspielen müsst ihr mehrere Faktoren berücksichtigen. Zum einen die Position zum Ball, aber auch die Laufrichtung eures Mitspielers und die Schussstärke. Alle drei Faktoren müsst ihr genau richtig einschätzen, um einen gelungenen Pass zu landen. Auch wenn die Profis unter euch da jetzt sicherlich gelassen abwinken: Ihr werdet als etliche Stunden Übung brauchen, bevor ihr das gekonnte Abspielen, Flanken und Lupfen beherrscht, Veteran hin, Veteranr her. Vor allem bei euren ersten Partien werden eure Bälle häufig ins Aus gehen oder an andere Stellen, an denen ihr euren Ball auf gar keinen Fall haben wollt. Das ist natürlich frustrierend, insbesondere für Anfänger, die neu in die Serie einsteigen.

Doch irgendwann kommt dann euer großer Moment, in dem ihr euren Lieblingsstürmer nach vorne jagt, er den Ball präzise zugespielt bekommt, um dann an der gegnerischen Verteidigung vorbei zu ziehen. Und dann ist es endlich soweit: Hilflos muss euer Kontrahent zusehen, wie ihr auf das Tor zu prescht und den Ball ins Netz donnert. Was für ein Erlebnis! Vor allem deswegen, weil der Weg dahin so steil und steinig war: Tore sind in PES 2011 harte Arbeit! Das ist einer dieser Augenblicke, wie wir sie in Spielen leider immer seltener erleben. Wir werden gefordert, sind kurz vor derm Aufgeben -- und nach vielen Stunden schaffen wir es dann endlich, unser Ziel zu erreichen. Konami geht hier also genau den richtigen Weg für anspruchsvolle Bildschirmkicker. Hin zu mehr Authentizität und einer in sich konsequenten Simulation -- bei der Champions League gibt es schließlich auch nicht nur Traumbälle, sondern ebenso krumme Flanken und Fehlpässe.

Neue Schussstärke-Leiste

Um in diesem harten Umfeld erfolgreich zu sein, müsst ihr die neue Schussstärke-Leiste nutzen, die nicht mehr unten am Bildschirmrand, sondern als Halbkreis unter dem jeweils ausgewählten Sportler angebracht ist. Damit könnt ihr sowohl die Stärke als auch die Genauigkeit jedes einzelnen Schusses und Passes exakt austarieren. Und zwar egal, ob es sich dabei um lange Pässe in den Raum, kurze in den Lauf oder Doppelpässe handelt. Die Dosierung der Schussstärke spielt dabei eine zentrale Rolle: Wer etwa eine Flanke anschneiden will, muss den Button mittellang drücken, und den Effet per Stick hinzufügen. Möchtet ihr hingegen direkt vor dem Tor angreifen, dann solltet ihr ordentlich Kraft in euren Kick legen.

Der Ball wirkt im Spiel insgesamt etwas schwerer als gewohnt, weshalb ihr in Schüsse generell etwas mehr Druck stecken solltet. Außerdem machen die Torhüter meist einen sehr guten Job und fausten selbst harte Bälle gekonnt zur Seite. Auch bei Flanken in den Strafraum treten sie souverän auf. Grobe Fehler haben wir nur äußerst selten festgestellt, etwa dann, wenn ein Keeper sich bei einer Flanke stark verschätzt, am Ball vorbeisegelt und wie ein nasser Kartoffelsack hinfällt. Doch selbst solche KI-Aussetzer sind im Grunde realistisch. Denken wir nur an die WM, oder an Bayern-Keeper Butt, der ebenfalls nicht nur Sternstunden erlebt.
 
Genau wie im richtigen Fußball geht auch im Spiel oft was schief. Das motiviert uns aber nur, noch besser zu werden!

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