Test: Koop-Taktik oder Shooter?

Operation Flashpoint Red River Test

War der Vorgänger Dragon Rising noch ein Konkurrent zu Armed Assault, konzentriert sich Codemasters mit Operation Flashpoint Red River aufs Wesentliche: den realistischen und taktisch anspruchsvollen Infanteriekampf in modernem Setting. Die KI versagt zwar häufig, dennoch machen die riesigen Areale Laune -- und der Koop-Modus sowieso.
Christoph Licht 21. April 2011 - 8:00 — vor 8 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Alle Screenshots in diesem Artikel sind von uns selbst erstellt, wie bei fast allen Tests und vielen Previews. In unserem First15-Video zu Red River zeigen wir euch unkommentiert die ersten rund 15 Minuten.

Die Operation Flashpoint-Serie und deren inoffizieller Ableger, die Armed Assault-Reihe (von den Machern des ersten Operation Flashpoint), sind bekannt für ihren hohen Realismus-Anspruch. Das freut erfahrene Taktiker. Einsteiger finden jedoch nur äußerst schwer in diese Taktik-Shooter hinein, da dort überhaupt nicht klappt, was doch in Schießbuden-Spielen wie Medal of Honor und Modern Warfare so wunderbar funktioniert: Wild ballernd Dutzende von Gegnern in Sekunden zu erledigen und Verwundungen durch kurzes Innehalten hinter Deckung zu heilen.

Ganz anders die ernsthaften Militär-Shooter, zu denen sich auch Operation Flashpoint - Red River zählen darf. Und doch versprechen die Entwickler eine erhöhte Einstiegsfreundlichkeit, ohne dass es dem Realismus schaden soll. Weitere Versprechungen des internen Codemasters-Teams: eine Kampagne mit zusammenhängenden Missionen und vor allem einen stark überarbeiteten Mehrspielermodus. Wir waren Teil der Operation "Enduring Shield" und haben uns in Tadschikistan mit Aufständischen und Chinesen angelegt.

Während wir unsere Wunden verbinden, nehmen die Kollegen von der Alpha-Kompanie das Gebäude unter Beschuss.
 
Angriff bei Nacht
 
"Feindliche Patrouille!" ruft der Truppführer von Alpha übers Headset, gleich darauf meldet sich unser Kommandant: "Sie können sie umgehen oder ausschalten. Ihre Entscheidung, Bravo!" Na, wie entscheiden wir uns wohl? Wir, das ist im Spiel übrigens Sergant William Kirby, der Führer eines vierköpfigen Eliteteams des US-Militärs. Gerade befinden wir uns mitten in einem nächtlichen Einsatz, irgendwo in Tadschikistan.

Während der Alpha- und Charlie-Trupp um die Feindstellung herumschleichen, befehlen wir unserem Trupp, das Feuer einzustellen und die Position zu halten. Wir knien uns hin, zücken das Fernglas und blicken hinaus in die nächtliche Schwärze. Dank unseres Nachtsichtgeräts ist alles in einen dunkelgrünen Schimmer getaucht, aber halbwegs gut erkennbar. "Gewehrschütze, 150 Meter, Norden" sagt unsere Spielfigur automatisch, als wir die Feinde erblicken. Wir wechseln unsere Haltung von kniend auf liegend und zücken unser Hightech-Scharfschützengewehr, das M107NK. Der Blick durch das Zielfernrohr ersetzt das Grün durch einen Schleier aus Grautönen, nur die Feinde sind in grelles Weiß getaucht. Zwei gezielte Schüsse, und die Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee (VBA) sinken lautlos zu Boden.
 
Durch das Zielfernrohr unseres Scharfschützengewehrs sehen wir einen Trupp VBA-Soldaten.
Einen halben Kilometer und mehrere erfolgreich ausgeschaltete Patrouillen weiter, sind wir endlich im Zielgebiet. Wir sollen einen herannahenden VBA-Konvoi ausschalten, um den Nachschub der Chinesen zu unterbrechen. Während Alpha am westlichen Ende der Stadt einen Hinterhalt legt und Charlie unsere Rückzugsroute deckt, erwarten wir den Feind direkt am Dorfeingang. Praktischerweise haben die Chinesen ein paar Raketenwerfer zurückgelassen, die wir nun gegen sie verwenden können. "Gebäude verteidigen. Keiner nähert sich ihm!" ordnen wir an, sofort verteilt sich unser Trupp in der Lehmhütte am Straßenrand. Gerade rechtzeitig, denn am Horizont erblicken wir bereits den Konvoi.

"Noch ein Stückchen näher" denken wir uns und schießen einen Moment später unsere ungelenkte Rakete auf einen der LKW, der sogleich in einer Explosion zerstört wird. Nun bricht die Hölle los. VBA-Soldaten verlassen ihre Fahrzeuge und schwärmen aus, suchen Deckung in den Straßengräben und nehmen uns dann unter Beschuss. Während unsere Kameraden sie auf Abstand halten, zerstören wir nacheinander die restlichen Transporter und nehmen dann die Beine in die Hand. Unter schwerem Beschuss erreichen wir die Landezone. Mission erfolgreich abgeschlossen. Doch bis Tadschikistan wieder frei ist, steht uns noch ein langer Weg bevor.

Über das Kreismenü (ist auf PC und Konsole gleich) befehlen wir unseren Mannen, in den Humvee einzusteigen.
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