Rasen, bis der Gangster kommt

Need for Speed - Rivals Test

Karsten Scholz 26. November 2013 - 13:09 — vor 6 Jahren aktualisiert
In wenigen Sekunden sind wir der Polizei entkommen. Je höher das Fahndungslevel, desto schwieriger wird die Flucht.
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Der schnöde MammonNatürlich heizen Raser nicht nur für Ehre in Spitzengeschwindigkeiten über den Asphalt und auch die Polizei riskiert ihr Leben nicht für den monatlichen Gehaltscheck. Alles was ihr macht, bringt Speedpoints, selbst als Cops erspielt ihr euch mit Beinaheunfällen, Geschwindigkeitsübertretungen und gefährlichen Drift-Manöver die wichtigen Punkte. Während die einmal erspielten Zähler der Ordnungshüter direkt auf dem sicheren Treuhandkonto landen, leben Raser immer mit der Gefahr, den gesamten Spielfortschritt der aktuellen Session zu verlieren, sollten sie verhaftet werden oder ihr Karre zerstört liegenbleiben. Dafür baut ihr als Raser mit der Zeit eine immer höher ansteigende Fahndungsstufe auf, die als Multiplikator für eure erspielten Punkte fungiert. Eine höhere Fahndungsstufe sorgt aber auch dafür, dass die Polizei immer härtere Geschütze auffährt. Bald schwirren Helikopter am Himmel, die Nagelbänder auf die Straße werfen, und überall sprießen Straßensperren aus dem Boden, die euren Fluchtweg blockieren.

Den Schaden an eurem Auto könnt ihr schnell reparieren, indem ihr durch eine Werkstatt heizt, doch leistet das nur kurzzeitig Abhilfe. Erst wenn ihr eines der Verstecke im County aufsucht, werden euch die Speedpoints endgültig zugeschrieben. Das mag sich auf den ersten Blick unfair lesen und die Polizisten bevorteilen, doch sorgt gerade dieser Reiz des Verlustes für die intensivsten Fahrmomente in NfS - Rivals. Wenn ihr mit verschwitzten Händen und hohem Puls eure 100.000 Speedpoints gerade so aus dem letzten Loch pfeifend in euer Versteck rettet, während euch unzählige Streifenwagen am Hintern kleben, ist ein markerschütternder Urschrei noch eine sehr dezente Triumpfgeste.
Überall in Redview County gibt es Events, die ihr per Knopfdruck starten könnt. Dasselbe gilt für Kopf-an-Kopf-Duelle mit anderen Racern, die ihr im Vorbeifahren auslöst. Im Laufe der Kampagne schaltet ihr zudem neue Herausforderungen frei.

Fetter Fuhrpark
Racer pimpen ihre Wagen nicht nur optisch, auch die fünf Eigenschaften des Autos dürft ihr verbessern.
Die erspielten Speedpoints investiert ihr in euren Fuhrpark. Polizisten haben es dabei erneut deutlich einfacher: Nach jeder abgeschlossenen Mission winkt ein neuer Flitzer, und das für lau! Unter den fast 70 Autos findet ihr serientypisch die teuersten Nobelkarossen, die ihr euch so vorstellen könnt. Den Einstieg macht ein Mercedes Benz C 63, später setzt ihr euch in einen Aston Martin Vanquish oder in einen Lamborghini Gallardo. Die einzelnen Fahrzeuge könnt ihr optisch nicht anpassen, einzig das Nummernschild lässt sich verändern.

Cops stecken die Speedpoints in "Verfolgungs-Technologien", von denen ihr zwei in eure Karren einbauen könnt. So holt ihr euch auf Knopfdruck einen Helikopter zur Hilfe, setzt das Fahrzeug vor euch mit einem EMP-Stoß außer Gefecht oder schützt euch mit einem Elektrostatischem Feld. Jedes Auto müsst ihr gesondert ausstatten, ärgerlich wird das vor allem, weil jede Technologie in mehreren Stufen verfügbar ist, ihr aber erst das vorherige Level in euren Wagen einbauen müsst, bevor ihr die bessere Version kaufen dürft. So verkommt die Ausstattung des Wagens schnell zur umständlichen Klickorgie.

Raser verfügen ebenfalls über die Verfolgungs-Technologien, doch zahlen sie deutlich weniger Punkte für die einzelnen Upgrades als die Gesetzeshüter. Dafür bekommen sie ihre 22 Boliden nicht frei Haus geliefert, sondern müssen jeden einzelnen Wagen erst kaufen. Der Nachteil wird schnell zum Vorteil, denn das weniger oft mehr ist, gilt auch hier: Während Cops mit neuen Fahrzeugen – die sich teilweise nur marginal in den fünf Kategorien Höchstgeschwindigkeit, Kontrolle, Beschleunigung, Stärke und Robustheit unterscheiden –, regelrecht zugeschmissen werden, freuen sich Raser über jeden neuen Edelflitzer. Zudem dürfen die Gesetzlosen ihre Autos personalisieren. Zum einen optisch, mit neuen Farben, Streifen oder Mustern, zum anderen aber auch durch Leistungs-Upgrades, mit denen zum Beispiel die maximale Geschwindigkeit des Wagens erhöht wird. Als Cop wisst ihr oft gar nicht, wohin mit all den Speedpoints, als Raser dreht ihr dagegen sogar Extrarunden, weil die bisher erspielten Punkte vorne und hinten nicht ausreichen. Eine gute Balance zwischen zwei Fraktionen sieht anders aus.
Die Zielvorbereitung unseres EMPs ist bald abgeschlossen und der Raser wird dingfest gemacht.
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