Rasen, bis der Gangster kommt

Need for Speed - Rivals Test

Beim neuesten Need-for-Speed-Teil setzt EA auf ein neues Entwicklerstudio und die visuelle Kraft der Frostbite-Engine, um erfolgreich in die nächste Konsolengeneration zu starten. Gelingt es Rivals, die Stärken der ikonischen Arcade-Racer-Reihe auf den Asphalt zu bringen?
Karsten Scholz 26. November 2013 - 12:09 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Wisst ihr, in welchem Jahr Electronic Arts das letzte Mal keinen Need for Speed-Ableger herausbrachte? Im Jahr 2001. In insgesamt 18 Jahren verkauften sich 20 Teile der bekannten Rennserie über 100 Millionen Mal und spielten weltweit mehr als 2,7 Milliarden US-Dollar ein. Klar, dass EA auch zum Start der Next-Gen-Ära ein Need for Speed ins Rennen schickt. Doch dieses Mal sitzen weder Criterion Games noch EA Black Box in der Boxengasse, sondern das neue EA-Entwickler-Studio Ghost Games, das sich in den kommenden Jahren der Need-for-Speed-Marke annehmen soll. Damit das Erstlingswerk Need for Speed - Rivals gleich ganz oben auf dem Podium landet, unterstützt EA das Ghost-Team mit erfahrenen Entwicklern wie Alex Ward (Burnout Paradise) oder Marcus Nilsson (Shift 2 - Unleashed) - und auch ein großer Teil der "Criterions" fassten mit an, um die Serie zu alter Stärke zurückzuführen.

Raser oder Cop - wie in Hot Pursuit
Überall im Redview County findet ihr versteckte Pfade oder Sprungschanzen, die helfen, eure Verfolger abzuschütteln.
Bereits die Eröffnungssequenz macht deutlich, worum es in Rivals geht: Auf den Straßen herrscht ein erbitterter Krieg zwischen Cops und Rasern. Die Tempo-Junkies geben sich in ihren Luxusboliden dem Geschwindigkeitsrausch hin und riskieren dabei das Leben anderer Verkehrsteilnehmer. Und da die Polizei den Rasern mit allen verfügbaren Mitteln das Handwerk legen will, Schockrammen und Nagelbänder inklusive, sollte Tante Erna sich die nächsten Tage besser nicht in ihren Twingo setzen - ansonsten könnte es schnell passieren, dass sie von einer Druckwelle in den nächsten Graben geschleudert wird.

Wie in Need for Speed Hot Pursuit (GG-Test: 7.0) entscheidet ihr, ob ihr euch als Cop oder Raser hinter das Steuer setzen wollt, wobei ihr jederzeit zwischen den beiden Kampagnen wechseln dürft. Doch bevor ihr das erste Mal das Gaspedal durch den Fußraum tretet, müsst ihr erst einen Mix aus Ladebildschirmen und Tutorial-Videos ertragen. Alle späteren Sequenzen könnt ihr zum Glück vorzeitig beenden und das werden viele von euch alleine deswegen schon machen, weil die erzählte "Geschichte" der beiden Kampagnen hanebüchener nicht sein könnte – da wirkt selbst der letzte The Fast and the Furios-Film wie hochintellektuelles Autorenkino.

Eine offene Welt - wie in Most WantedDoch ist es in einem Arcade-Racer völlig wurscht, warum Cops und Raser so gerne mit ihren Stoßstangen den Vollkontakt suchen. Die Rennstrecke zieht sich etwa 160 Kilometer lang durch das beschauliche Redview County, eine etwa 256 Quadratkilometer große offene Welt, in der ihr euch frei bewegen dürft, ähnlich wie in Most Wanted (GG-Test: 8.0). Die beiden Kampagnen für Raser und Cops liefern euch mit je 60 Missionszielen den wichtigen roten Faden, damit ihr euch in der offenen Welt nicht verliert. Mal müsst ihr bei einem Event eine bronzene, silberne oder goldene Wertung erzielen, mal sollt ihr eine bestimmte Anzahl von Rasern kalt stellen, einige Sekunden lang Spitzengeschwindigkeiten erreichen oder Weltrekorde in der Wagen-Weitsprung-Disziplin aufstellen. Dabei stehen euch stets drei Aufgaben zur Auswahl, ihr müsst immer nur eine davon abschließen, um die Kampagne fortzusetzen.

Alternativ gibt es überall im County Events, die ihr per Knopfdruck starten könnt, sobald ihr im jeweiligen Startbereich parkt. Beim "Schnelleinsatz" müsst ihr möglichst schnell und unfallfrei das Ziel erreichen, bei "Hot Pursuit" habt ihr nur ein paar Minuten, um mehrere Raser aus dem Verkehr zu ziehen. Je weiter ihr in der Kampagne kommt, desto mehr und schwierigere Events werden zugänglich. Aufgelockert wird der Fahrspaß im County zudem durch die vielen Raser und Cops, die auf den Straßen unterwegs sind. Nicht alle werden zwingend von der KI gesteuert. Stets befinden sich
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fünf menschliche Spieler mit euch gemeinsam in der Welt – falls Freunde von euch online sind, werdet ihr bevorzugt mit diesen in einen Topf geworfen. Wenn ihr euch einem anderen Fahrer nähert, könnt ihr diesen per Knopfdruck zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen herausfordern. Als Cop reicht es alternativ, wenn ihr Blaulicht anschmeißt oder das Hinterteil eines Rasers küsst, schon befindet ihr euch in einer rasanten Verfolgungsjagd.

Das Alldrive-Feature, also die Verquickung von Einzel- und Mehrspielermodus, funktioniert in der Praxis ausgesprochen gut. Auf der Karte seht ihr, wo sich die anderen fünf menschlichen Fahrer gerade herumtreiben. Ihr könnt in deren Nähe in die Partie einsteigen oder sie einfach ignorieren. Da die Mitspieler ebenfalls Events starten und sich Verfolgungsjagden liefern, ist im County immer was los. Wir ertappten uns mehrfach dabei, wie wir aktuelle Missionsziele einfach ignorierten, sobald vor uns ein menschlicher Raser auftauchte, den wir natürlich schnell von der Straße jagen wollten. Leider ist es nicht möglich, mit mehreren Freunden ein mehrköpfiges Kopf-an-Kopf-Rennen auszutragen, das hätte uns noch zu unserem Glück gefehlt.
Abwechslung im Redview County
Die offene Spielwelt von Need for Speed - Rivals bietet einiges an Abwechslung. 1 Neben kleineren Ortschaften und 2 Schickimicki-Vierteln fahrt ihr auch durch 3 kurvenreiche Waldgebiete und 4 verzweigte Canyon-Landschaften. 5 Auch die Wetter- und Tag/Nacht-Wechsel sorgen für Abwechslung. Neben Sonne und Regen kann euch auch Schnee überraschen 6 und während den Nachtfahrten wird der Scheinwerfer des Polizeihubschraubers zur gefährlichen Waffe.
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