Test: Monströse Großwildjagd

Monster Hunter Tri Test

Ihr glaubt, es braucht mindestens einen 100 Tonnen schweren Drachen, um die dicke Staubschicht von der Wii eines Hardcore-Gamers zu entfernen? Dann hätte ja Capcom alles richtig gemacht! Mit ausreichend Tränken und viel mehr Zeit haben wir uns auf die Monsterjagd begeben -- im nunmehr dritten Teil der Monster Hunter-Saga.
Jörg Langer 4. Mai 2010 - 2:23 — vor 10 Jahren aktualisiert
Wii
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von Gerjet Betker

Stille liegt über der begrünten Ebene. Während die Kelbi-Ziegen grasen und das warme Sonnenlicht genießen, schleicht sich ein Jaggi-Reptil durch die Büsche auf der Suche nach Beute. Unbemerkt von den Kelbis kommt es bis auf fünf Meter an ein besonders großes Exemplar heran. Mit einem beherzten Sprung landet das Reptil... direkt auf unserem Zweihänder und wird längs geteilt. Wir sammeln die Schuppen und das rohe Fleisch ein und machen uns auf die Suche nach dem Großjaggi. Schließlich  brauchen noch Rohstoffe für eine neue Rüstung!

So oder so ähnlich läuft die Monsterjagd in Capcoms neuestes Action-RPG für die Wii typischerweise ab. Seit 2004 könnt ihr als Monster Hunter Jagd auf Drachen und sonstiges Getier machen. Ziel ist es, allein oder zusammen mit Online-Freunden riesige Wyvern zu erlegen und deren Innereien als Rohstoffe für neue Waffen und Gegenstände zu nutzen. Bei jeder Jagd gibt es zwar eine Hauptaufgabe, doch ausgedehnte Erkundungstouren in die Habitate der Lindwürmer sollten für wichtige Rohstoffe fest eingeplant werden. Zwar ist es auch möglich, blindlings auf einfache Monster einzukloppen, um dadurch schnell an die begehrten Rohstoffe und Rohstoffpunkte (RP) zu gelangen. Doch spätestens bei großen Monstern endet diese Taktik schnell im Magen derselben. Einfach und etwas für zwischendurch, wie das Gros der Wii-Bibliothek, ist Monster Hunter Tri demnach keinesfalls, sondern vielmehr ein Hain für alle Hardcore-Spieler, die die weiße Konsole zu lange einstauben lassen mussten.

Das beschauliche Fischerdorf Moga lädt zum Entspannen zwischen den Monsterjagden ein.
Kleinvieh macht auch Mist

Bevor alles losgehen kann, erstellt ihr erst einmal einen Charakter im üblichen Baukasten-Prinzip. Nur bei der Haar- und Kleidungsfarbe sind euch keine Grenzen gesetzt. Dann die große Frage: Wollt ihr euch lieber im Solomodus mit der Steuerung auseinander setzten, oder traut ihr euch gleich auf die Online-Pirsch, zusammen mit anderen Jägern? Für alle Serienneulinge empfiehlt sich ganz dringend Ersteres, da sich die Monster-Hunter-Reihe stark von anderen RPG-beeinflussten Action-Adventures unterscheidet.

Direkt nach dem Spielstart als Jäger in eurem Heimatdorf Moga erhaltet ihr auch schon die erste Quest: Ihr sollt den Sohn des Häuptling treffen. Diese kontinenterschütternde Großtat habt ihr nach spätestens drei Minuten im Kasten, die nächste Quest wartet auf euch. Diese Tutorialaufträge bringen euch neben der Steuerung auch die Kerneigenschaften von Monster Hunter Tri näher. Doch nachdem ihr euch als erfahrene Spieler schon fragen werdet, was an der Monsterjagd so kompliziert sein soll, trefft ihr auf den Lagiacrus. Dieses Monster, das Godzilla jederzeit Konkurrenz machen könnte, stört euch bei einer einfachen Sammelquest. Ab diesem Punkt beginnen die richtigen Missionen, die manchmal nur schwer in den vorgegebenen 50 Minuten zu schaffen sind.

Kochen muss sein: Nur mit vollem Magen könnt ihr auf die Jagd nach Monstern gehen.
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