Monster Hunter Stories 2 - Wings of Ruin Test+

Entspannte Monsterjagd mit Tiefgang

Dennis Hilla / 7. Juli 2021 - 17:00 — vor 10 Wochen aktualisiert

Teaser

Zum zweiten Mal tauscht Capcom Echtzeit-Action gegen Rundenkampf. Wings of Ruin ist einsteigerfreundlich, schraubt deutlich am Kampfsystem und lässt viel Raum zur Anpassung der Monsties.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Die Monster Hunter-Reihe kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Der erste Teil erschien hierzulande 2005 auf der Playstation 2 und konnte trotz des sperrigen Gameplays und der hohen Einstiegshürde bereits einige Fans für sich gewinnen. Allerdings blieb die Reihe in westlichen Gefilden lange in einer eigenen Nische, während sie sich in Japan schnell zum kulturellen Phänomen entwickelte, was nicht zuletzt an der sozialen Komponente liegt: Der Fokus liegt seit dem ersten Teil auf kooperativen Jagden. Langsam nahm der Jäger-Zug auch weltweit Fahrt auf und so konnte sich das 2018 veröffentlichte Monster Hunter - World (im Test, Note: 9.0) sogar zum bestverkauftesten Spiel in der Firmengeschichte des Publishers Capcom mausern.

Trotz des nicht von der Hand zu weisenden Erfolgs ist die Reihe aber nicht für jeden etwas. Dafür ist das Kampfsystem noch sehr sperrig und das allgemeine Spielprinzip erfordert trotz zahlreicher hinzugekommener Komfortfunktionen noch eine Menge Sitzfleisch und Willen zur Einarbeitung. Vermutlich um ein breiteres Publikum zu erreichen brachte Capcom also 2017 Monster Hunter Stories auf den Markt, das die Monsterhatz mit Elementen von Pokémon kreuzte und die Echtzeit-Kämpfe gegen ein rundenbasiertes System ersetzten. Mit Wings of Ruin steht nun ein zweiter Teil für Nintendo Switch und PC in den Startlöchern, der einige Kritikpunkte des Vorgängers aufgreift und sich anschickt, ein runderes Erlebnis zu bieten.
Immer wieder kommt es zu direkten Duellen zwischen den Monstern. Das heißt für euch: schnelle Finger sind gefragt!
 

Auf den Flügeln des Verderbens

Auf die Story will ich gar nicht zu genau eingehen, denn wie der Name von Monster Hunter Stories 2 bereits dezent andeutet, legt das Spiel viel Wert auf sie und ich will auf Spoiler möglichst verzichten. Ihr seid ein frischgeborener Rider im Dorf Mahana. Zu Spielbeginn ist die Welt noch in Ordnung, doch nach und nach verschwinden alle Rathalos, die als Wächter gelten. Als Enkel des legendären Riders Red sollt ihr untersuchen, was es damit auf sich hat. Dabei seid ihr jedoch nicht allein, die Wyverianerin Ena begleitet euch ebenso wie der Felyne (eine Art Katzenwesen) Navirou. Und auch der Wätcher-Ratha eures Großvaters wird eine Rolle im Laufe der Geschichte spielen.

Auch wenn Capcom viel Augenmerk daraufgelegt hat, eine interessante Story zu erzählen, ist sie für mich doch maximal Mittelmaß. Denn die Geschichte um die Rider, verfeindete Jäger und die namensgebenden Flügel des Verderbens bietet zwar interessante Ansätze und auch die Hintergrundgeschichten einiger Charaktere werden gekonnt vertieft. Für mich bleibt die Erzählung aber insgesamt zu flach und die Figuren ein Stückweit zu blass. Das soll aber nicht heißen, dass man keine Freude an ihr haben kann, ich hätte mir nur etwas mehr Bindung erhofft.
Die dualen Bindungskraft-Angriffe sind besonders schick in Szene gesetzt.
 

Stechen, Brechen, Kontern

Am Kampfsystem haben die Entwickler spürbar geschraubt, so dass es eine angenehme taktische Tiefe bietet, ohne Einsteiger dabei zu überfahren. Wie schon im Vorgänger setzt es im Kern auf ein Stein-Schere-Papier-Prinzip: Kraft schlägt Technik, Technik schlägt Geschwindigkeit, Geschwindigkeit schlägt Kraft. Wichtig ist dies in den Konfrontationen, also wenn ihr und ein gegnerisches Monster euch gegenseitig angreift. Habt ihr den richtigen Attackentyp gewählt, teilt ihr erheblich mehr Schaden aus und verliert im Gegenzug deutlich weniger Trefferpunkte.

Allerdings müsst ihr nun auch darauf achten, welche Art Schaden eure Waffen verursachen. Großschwert und Schwert und Schild nutzen Hiebangriffe, Gewehrlanze und Bogen haben Stichattacken und mit dem Hammer und Jagdhorn haut ihr stumpf drauf. Je nachdem, welchen Körperteil des Monsters ihr anvisiert habt, zerrt ihr erheblich am Lebensbalken des Biestes oder könntet genausogut mit einem Blatt Papier zuschlagen. Um zu wissen, was effektiv ist, müsst ihr aber testweise draufschlagen, bei zukünftigen Kämpfen mit Monstern derselben Art wird euch das entsprechend angezeigt. So wird das Element des Kennenlernens eurer Gegner aus der Hauptreihe gut in Wings of Ruin übertragen.
Den Bogen habe ich schon in der Hand, der Khezu hat also nix zu lachen, wenn er gleich was auf die Rübe kriegt.
 

Gute Bindung ist alles

Doch natürlich greift auch euer Begleiter-Monster, liebevoll Monstie genannt, an. In der Regel agiert dieses autonom, ihr könnt ihr aber unter der Nutzung von Bindungsenergie auch Befehle erteilen. Die Leiste füllt ihr durch gewonnene Konfrontationen oder durch Quick-Time-Events, bei denen euer Freund und das gegnerische Monster direkt gegeneinander antreten.

Besonders wichtig ist die Bindungsenergie für den Ride-On. Habt ihr die Leiste komplett gefüllt, schwingt ihr euch auf den Rücken eures Monsties und könnt einen besonders mächtigen Rüstungsangriff entfesseln. Dieser verursacht für sich genommen schon eine Menge Schaden, kann durch ein Begleiterduo, das ihn zur selben Zeit auslöst, aber noch einmal deutlich verstärkt werden. Denn einen Großteil der Hauptstory werdet ihr zu viert unterwegs sein, also in zwei Duos. Auch eure Begleitung und sein oder ihr Monstie agieren autonom, ihnen könnt ihr auch keinen Befehle erteilen. Im Kampf seht ihr am unteren Bildschirmrand aber stets, welche Aktion sie als nächstes ausführen. So ist es also auch möglich, Doppelattacken zu forcieren oder sich auf die sichere Heilung durch Tränke oder Jagdhörner zu verlassen.
Anders als in den Hauptspielen ist das Jagdhorn in Monster Hunter Stories 2 eine nahezu reine Support-Waffe.
 

Viele Anpassungsmöglichkeiten

Um möglichst gut für die Kämpfe gewappnet zu sein könnt ihr am Gebetsschrein Talismane opfern, um weniger Schaden zu nehmen oder mehr Belohnungen nach Kämpfen zu erhalten. Denn wie in der Kernreihe verdient ihr auch in Monster Hunter Stories 2 durch zerstörte Monsterteile oder den einfachen Sieg über die Biester neue Materialien, mit denen ihr frische Waffen und Rüstungen schmieden oder die, die ihr bereits besitzt, weiter aufwerten könnt. Zusätzlich müsst ihr in der Spielwelt allerdings Ressourcen sammeln und auch etwas Geld auf dem Konto haben. Letzteres verdient ihr am effektivsten, indem ihr Nebenquests absolviert. Diese findet ihr am entsprechenden Brett in den jeweiligen Dörfern und meistens können sie ohne große Umwege während dem Absolvieren der Hauptquest miterfüllt werden.

Eure Monsties könnt ihr durch Genmanipulation ganz nach euren Wünschen anpassen. Ihr könnt Skills von einem Monster auf ein anderes übertragen, nachdem ihr einen bestimmten Punkt in der Story überschritten habt. Neue Tierchen erhaltet ihr, indem ihr sie in der Spielwelt findet und anschließend in den Stallungen ausbrütet. So könnt ihr also ein nahezu unbesiegbares Höllenbiest schaffen oder auch einfach wild mit Elementen experimentieren. Ein Wasserspuckender Anjanath? Klar, wer’s braucht.

So schön die Möglichkeiten zur Anpassung, die euch Monster Hunter Stories 2 - Wings of Ruin bietet, auch sind, wirklich nötig sind sie nicht. Denn über weite Strecken ist das Spiel sehr einfach gehalten, solange ihr die Waffentypen und das Kraft-Technik-Geschwindigkeit-Prinzip beachtet, dürftet ihr absolut keine Probleme haben.
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In den Stallungen spielt ihr Gott und erschafft durch Genmanipulation euer perfektes Monster.
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Dennis Hilla Redakteur - P - 142010 - 7. Juli 2021 - 15:47 #

Viel Spaß beim Lesen und Sehen!

Faerwynn 19 Megatalent - - 15563 - 7. Juli 2021 - 20:29 #

Super, ich freue mich schon riesig darauf!

Specter 18 Doppel-Voter - P - 11157 - 7. Juli 2021 - 20:50 #

danke für den Test. Der Grafikstil gefällt mir sehr. Etwas nervig wirkt auf mich die kindliche Sprache bzw. die Texte. ich werde mich das Spiel aber zulegen.

Faerwynn 19 Megatalent - - 15563 - 7. Juli 2021 - 20:58 #

Mein Eindruck ist, dass das auf Englisch nicht so nervig ist.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 422008 - 8. Juli 2021 - 11:41 #

Doch. Also ich finde es nicht nervig, aber das ist auf Englisch imo nicht anders. Der einzige größere Unterschied zwischen der englischen Sprachausgabe und der (imo guten) deutschen Textübersetzung besteht (jetzt mal von Fehlern wie "Gallerie" oder teils abweichenden Charakternamen abgesehen) darin, dass es Ansätze des Genderings gibt. Bei einem weiblichen Helden sagt Navirou (in der englischen Version halt einfach Buddy) "Kumpelin".

AlexCartman 19 Megatalent - P - 17557 - 7. Juli 2021 - 21:15 #

Schöner Test. Die Pokémon-Anleihen schreien nach Handheld-Spielen. Nur schade, dass Capcom die Switch offenbar nicht anständig programmieren kann.
Bei dem Pokémon-Spielen ist es übrigens im Normalfall auch so, dass man für die Story nicht in die Feinheiten der Zucht und Fähigkeitentuning einsteigen muss. Da spiele ich auch nur die Story durch. Das reicht völlig und würde mir auch bei diesem Spiel hier reichen.

thatgui 16 Übertalent - P - 4331 - 8. Juli 2021 - 9:24 #

Ach ja, der Nachwuch schaut schon sehr betrübt in die leere Spardose...
Edit: Mir fehlte im Test etwas die Anknüpfung an den / den Vergleich mit dem Vorgänger

AlexCartman 19 Megatalent - P - 17557 - 8. Juli 2021 - 19:41 #

Den müsste ich auch erst noch spielen. Soll ja recht gut sein.

Slaytanic 24 Trolljäger - - 59260 - 8. Juli 2021 - 10:23 #

Das ist für mich tatsächlich interessanter als die normalen Monster Hunter Teile.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40462 - 8. Juli 2021 - 16:13 #

Das sieht schon echt interessant aus.
Wie ist die Story denn einzuordnen? Ist sie mehr „Mittel zum Zweck“ oder hat sie schon etwas mehr Substanz?

Dennis Hilla Redakteur - P - 142010 - 8. Juli 2021 - 16:21 #

Sie ist mehr als ein Mittel zum Zweck, hat meiner Meinung nach aber jetzt auch nicht die dickste Substanz.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40462 - 9. Juli 2021 - 10:31 #

Danke. Das klingt mir völlig ausreichend.

Mersar 17 Shapeshifter - P - 6174 - 8. Juli 2021 - 18:54 #

Gibts eine Einschätzung zur Technik der PC-Version hinsichtlich Portierung und Grafikeinstellungen?