Jetzt im Handel: DS-Taktiktipp

Might & Magic – Clash of Heroes Test

Auf den ersten Blick scheint Clash of Heroes dank Anime-Look und Puzzlekämpfe nicht viel mit der Rundenstrategie-Serie Heroes of Might and Magic gemein zu haben. Doch unter der Haube wird die Herkunft des DS-Titels sichtbar und enthüllt weit mehr als nur einen simplen Rollenspiel-/Puzzlemix vom Schlage eines Puzzle Quest.
Christoph Licht 12. Januar 2010 - 1:05 — vor 10 Jahren aktualisiert
DS
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Alle Screenshots in diesem Test sind von uns erstellt und danach von den originalen 256x192 pro Screen hochvergrößert worden.

Dämonen, immer diese Dämonen! Während den letzten Blutmonden sind sie schon wieder aus ihrer Gefängniswelt Sheogh ausgebrochen und in die friedlichen Lande von Ashan eingefallen. Ihr Ziel: die Klinge des Bindens. Geschmiedet während des letzten Dämonenkriegs, ist es ein mächtiges Artefakt, das die Weltherrschaft verspricht. Doch auch in den Reihen der Fraktionen von Ashan lauern Verräter, die sich mit dem Feind gut stellen wollen. Schnell hat die dämonische Brut Zwietracht verbreitet, in den Wäldern von Irollan herrscht plötzlich Krieg zwischen Elfen und Menschen. Und während sich die Erwachsenen gegenseitig die Schädel einschlagen, liegt es am jugendlichen Nachwuchs, etwa dem Generalssohn Godric, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Euch kommen Teile der Geschichte bekannt vor? Dann habt ihr sicherlich Heroes of Might & Magic 5 gespielt. Auch dort fallen die Dämonen in die Welt von Ashan ein und ihr steuert Helden wie Godric. Der Unterschied: Might & Magic – Clash of Heroes spielt 40 Jahre vor den Ereignissen im großen Vorbild. Vom ähnlichen Szenario abgesehen verbindet vor allem eines Clash of Heroes mit der Strategieserie: Eine latente Suchtgefahr, die euch auch noch zum 20. Mal einen schwierigen Kampf wiederholen lässt. Es ist doch eigentlich so einfach...

Wer schon seit den 80ern spielt, wird sich an die ursprüngliche Computer-Rollenspielserie Might & Magic erinnern, aus der dann die "Heroes" hervorgegangen sind, die ihrerseits spielmechanisch auf King's Bounty basieren. Aber auch mit dieser Serie hat Clash of Heroes praktisch nichts zu tun. Und noch eine Referenz kommt uns in den Sinn, vor allem aufgrund des Anime-Looks und des Gemischs aus Rumlauf-RPG und puzzleartigen Schlachten: Puzzle Quest. Aber wieder nichts! Wie wir es auch drehen und wenden, Clash of Heroes ist ein sehr eigenständiger Titel, der sich wohltuend anders spielt als so ziemlich alles andere auf dem DS-Markt. Und so zweckmäßig und genre-typisch die Geschichte auch klingt -- sie ist nicht unspannend erzählt und  bietet einige überraschende Wendungen


Puzzelige Kämpfe

Trotz Story, trotz Oberwelt, trotz Armeemanagement und Levelaufstiegen: Die meiste Zeit werdet ihr in den zahlreichen Schlachten verbringen, die gekonnt Puzzlespiel- und taktische Elemente verbinden und in immer neuen Variationen vorkommen. Doch hören wir nun die Live-Übertragung einer Partie...

Nur getrennt vom Plastik zwischen den beiden Screens des Nintendo DS steht unsere Nekropolisarmee furchtlos einem Dämonenheer gegenüber. Eine geordnete Formation sieht jedoch anders aus! Die Reihen sind buchstäblich bunt durcheinander gemischt. Da ist in den ersten Runden (in jeder sind jeweils einige Züge möglich) Aufräumen angesagt. Mit dem Stylus ziehen wir eine der unten in den acht Spalten stehenden Einheiten nach unten heraus und fügen sie in einer anderen Spalte wieder hinzu. So bringen wir die blauen Bogenschützen in eine Reihe, die grünen Krieger in eine andere. Stehen drei Einheiten einer Farbe vertikal übereinander, formieren sie sich zum Angriff: Sie werden anders dargestellt und erhalten eine Rundenzahl. Die zählt fortan solange runter, bis sie zu Beginn unserer Runde auf 1 steht -- dann attackiert der 3er-Trupp.

Zwei unserer Trupps starten einen besonders starken "Link-Angriff" (siehe die beiden Kettensymbole).
Ihr glaubt, das wäre schon alles, was ihr beachten müsst? Mitnichten. Elite-Einheiten (mittelgroß dargestellt, belegen zwei Felder) benötigen zwei kleinere Einheiten ihrer Farbe "unter sich", um aktiviert zu werden. Und um unseren mächtigen Knochendrachen (eine Meistereinheit) vom zwei mal zwei Felder großen Hindernis zum mächtigen Angreifer umzufunktionieren, müssen wir gar vier Einheiten der passenden Farbe hinter ihm in Stellung bringen. Einheiten, die sich zu einem Angriffsverbund verwandeln, schieben sich nach ganz oben auf eurer Seite des Schlachtfelds (also dem unteren Bildschirm), was die vorher über ihnen stehenden Einheiten zugänglich macht. Wenn durch solche Aktionen drei oder mehr Einheiten desselben Typs und derselben Farbe horizontal nebeneinander stehen, verwandeln sie sich in eine Mauer, die ganz nach oben in die erste Zeile eurer Schlachtfeldseite rutscht.

Schafft ihr es, zwei identische Angriffstrupps direkt übereinander zu platzieren, verschmelzen sie zu einem besonders mächtigen "Fusions-Angriff". Angriffstrupps derselben Farbe, aber unterschiedlichen Typs, die in derselben Runde ihre Angriffsvorbereitungen beenden, führen "Link-Angriffe" durch. Und, und, und -- Clash of Heroes ist ein typisches "Einfach zu lernen, schwierig zu meistern"-Spiel.

Aktionspunkte sind dein Freund

Pro Runde stehen uns in der Regel drei Aktionspunkte zur Verfügung. Eine Einheit versetzen oder löschen oder die gesamte Reserve (verbrauchte Einheiten) wieder aufs Feld zu rufen, kostet je einen Aktionspunkt. Schafft ihr es aber, durch Löschen einer Einheit und das Nachrücken der darunter befindlichen Kameraden entweder einen neuen Angriffstrupp oder eine neue Mauer zu bilden, so erhaltet ihr für jede entstandene Gruppe einen Aktionspunkt dazu.

Sind die Aktionspunkte einer Seite aufgebraucht, ist der Gegner dran, dessen bereits formierte Angriffstrupps jetzt Hitpoints dazubekommen oder, wenn ihre Vorbereitungszeit nun abläuft, uns attackieren. Sie laufen dann schnurstracks ihre Spalte nach unten und zerstören solange unsere Mauern und Truppen, bis sie ihre eigenen Hitpoints verbraucht haben. Schaffen sie es, bis nach ganz unten durchzustoßen, ziehen sie ihre Restenergie unserem General ab, der ansonsten nicht auf dem Feld auftraucht. Und hat der General keine Hitpoints mehr, ist die Schlacht verloren.

Das alles klingt, so aufgeführt, kompliziert, erspielt sich aber ziemlich leicht. Die eigentliche Herausforderung aber ist, vorauszudenken: Was wird passieren, wenn ich diese Einheit lösche, und wie sieht meine Seite des Schlachtfelds aus, wenn der Gegner in seiner Runde angegriffen hat? Außerdem haben natürlich auch die unterschiedlichen Truppentypen ihre Besonderheiten, dazu mehr auf der nächsten Seite.

Linker Doublescreen: Der Dämonengeneral (oben) hat alle Truppen auf dem Feld. Da greift unser Engel an...
Rechter Doublescreen: Der mächtige Angriff fegt zwei Spalten komplett leer und trifft am Ende noch den General.

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Strategie
Rundentaktik
7
Capybara Games
Ubisoft
14.01.2010 (DS) • 12.04.2011 (Playstation 3, Xbox 360) • 22.09.2011 (PC) • 23.01.2013 (iOS) • 24.06.2013 (Android) • 12.11.2015 (Xbox One (Xbox 360 Backward Compatibility))
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