Test: Leben im Untergrund

Metro 2033 Test

Eine zerstörte Erde, dunkle Moskauer U-Bahn-Schächte, entzweite Überlebende und böse Mutanten -- eine Zukunft ohne Zukunft? Wir haben den postapokalyptischen Shooter aus der Ukraine durchgespielt und berichten euch vom harten Leben in der Moskauer Metro.
GG-Redaktion 15. März 2010 - 23:00 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Die Geschichte von Metro 2033 ist schnell erzählt: Im Jahre 2013 führt die Menschheit einen nuklearen Krieg, der fast alles Leben auf dem Planeten vernichtet. Die letzten Überlebenden retten sich in den Moskauer Untergrund, um der feindlichen Umwelt an der Oberfläche zu entgehen. 20 Jahre später existieren die Menschen nach wie vor ausschließlich unter Tage und die erste Generation, die noch nie ein grünes Blatt an einem Baum hat gedeihen sehen, wird erwachsen. Es ist eine harte Zeit, vor allem deswegen, weil inzwischen Mutanten -- deformierte und von der Radioaktivität veränderte Wesen -- die Metro heimsuchen.

Ihr schlüpft in die Haut von Artjom, der eher unfreiwillig auf eine gefährliche Reise quer durch das ausufernde Metrosystem der ehemaligen russischen Hauptstadt geschickt wird. Euer Ziel: Ein Kontaktmann in Polis, der Hauptbasis der Menschen, dem ihr berichten sollt, dass die äußeren Bezirke der Metro von mutierten Wesen und einer weiteren Bedrohung -- den rätselhaften "Schwarzen" -- überrannt werden. Und so beginnt euer Streifzug durch die schier endlosen Tunnels...

Einen Eindruck von der zerstörten Natur im Jahre 2033 bekommen wir in einer kurzen Einstiegssequenz, die eigentliche Handlung beginnt dann aber acht Tage früher. Was uns an diesen Ort verschlägt, erfahren wir erst sehr viel später.

Packender Einstieg in eine stimmungsvolle Welt

Zu Beginn von Metro 2033 wachen wir in einem gerade einmal vier Quadratmeter großen Bretterverschlag auf, der sich in einer der Stationen der Moskauer Metro befindet. Neben einer kargen Pritsche und einem ziemlich ramponierten Schreibtisch gibt es hier nicht viel zu sehen. Ein paar vergilbte Fotos an den Wänden zeugen von einer besseren Zeit, doch die grünen Wiesen und Bäume, die auf ihnen zu sehen sind, existieren in der lebensfeindlichen Welt über Tage schon lange nicht mehr. Statt auf der Erde zu leben, versucht die Menschheit nur noch, unter Tage nicht zu sterben -- und hat sich entsprechend eingerichtet: Die ersten Spielminuten durchqueren wir lange Gänge und größere Hallen, in denen viele Leute auf engstem Raum hausen. Es gibt Schlafbereiche, eine Behelfskrankenstation, Aufenthaltsräume und sogar einen kleinen Markt, auf dem neben Gemüse und Tieren auch Waffen verkauft werden. Überall ist stets die beklemmende Enge spürbar, die in den Gewölben herrscht.
In den dunklen Tunnels erwartet uns nichts Gutes. Zum Glück sind wir hier in Begleitung unterwegs.

Die einzelnen Metro-Stationen sind über das Schienennetz miteinander verbunden. Züge fahren hier aber mangels Strom und aufgrund zahlreicher Beschädigungen am Gleisbett nicht mehr, stattdessen bewegen sich die Bewohner (und wir) ganz überwiegend mittels Draisinen voran. Oder zu Fuß. Doch die endlos langen und zumeist sehr dunklen Tunnels sind alles andere als sicher, der Tod lauert an jeder Ecke. Immer wieder überfallen große Horden Mutanten, deren Ursprung allen ein Rätsel ist, die einzelnen Stationen, weswegen vor allem die Zugänge zu den Zufluchtsorten besonders gut bewacht werden. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es auch noch Banditen, Fallen, tödliche Anomalien, giftiges Gas und verseuchte Gewässer -- um nur ein paar der Gefahren zu nennen, die euch in Metro 2033 bevorstehen.

Wir sind zu Beginn froh, dass wir uns erstmal in Ruhe in der Station umsehen können. Lange dauert es allerdings nicht, bis die Basis von einem Mutantenangriff beinahe überrannt wird. Der Bote, der daraufhin nach Polis ausgeschickt wird, um Hilfe zu holen, kommt nie an seinem Ziel an. Und so sind wir es, die den gefährlichen Weg auf uns nehmen müssen und die Nachricht überbringen sollen.

Bevor wir uns in die Tunnels wagen, schauen wir uns beim örtlichen Waffenhändler um. Zu Beginn müssen wir mangels Barvermögen allerdings auf wenig präzise und eher schwächliche Wummen zurückgreifen.

Waffen für den Überlebenskampf

Natürlich wäre es glatter Selbstmord, würden wir uns gänzlich unbewaffnet durch die Tunnels bewegen. Aus diesem Grund statten wir uns gleich von Anfang an mit frischen Schießprügeln aus. Die Auswahl ist allerdings eingeschränkt: Zwar gibt es von MGs über Revolver bis hin zu Schrotflinten für so ziemlich jeden Geschmack eine Waffe, jedoch können wir uns diese überwiegend nicht leisten. Abgefahrene Alienwummen oder futuristische Laser-Pistolen sucht ihr in Metro 2033 übrigens vergebens: Die Entwickler bleiben dem überwiegend realistischen Szenario treu, dementsprechend steht euch lediglich bekannter Standard zur Verfügung -- teilweise von Hobby-Waffenschmieden etwas modifiziert.

Die Währung in Metro 2033 ist "saubere" Munition, also solche, die noch vor Ausbruch des großen Krieges hergestellt worden ist. Erkennbar sind die kostbaren Kugeln an ihrem goldenen Schimmer -- sie sehen also tatsächlich reiner aus als die übrige Munition im Spiel. Allerdings ist sie sehr rar, und nur wer aufmerksam die Levels durchstreift, findet das ein oder andere Magazin in Ecken oder bei erledigten Feinden. Das Besondere ist, dass wir die Munition nicht nur zum Kauf einsetzen, sondern auch mit unseren Waffen verschießen können. Sie ist nämlich deutlich stärker als die übrige Munition, die es im Spiel gibt. Hier hat Metro 2033 also eine sehr taktische Komponente: Wir müssen uns stets entscheiden, ob wir die saubere Munition in unseren Waffen einsetzen, die dann zwar tödlicher werden, dafür aber auch wortwörtlich bares Geld verschießen. Oder ob wir die gute Munition lieber sparen und in bessere Waffen investieren. Im weiteren Spielverlauf könnt ihr außerdem zahlreiche Extras erwerben, darunter Zielfernrohre oder Schalldämpfer.

Etwas fummelig ist das Aufsammeln von Waffen und Munition bei Gegnern geraten. Wir müssen nämlich tatsächlich deren Körper absuchen und mit unserem Fadenkreuz genau auf die Gegenstände zeigen, die wir haben wollen. Ein Darüberlaufen wie in vielen anderen Shootern reicht nicht aus. Das mag zwar besonders realistisch sein, endet aber in der Praxis nicht selten damit, dass wir einen erledigten Feind mit zig Klicks von Kopf bis Fuß "absuchen" -- das hält unnötig auf und nimmt viel Tempo aus dem Spiel.

Diese Fahrt mit der Draisine findet ein jähes Ende, als wir mal wieder von Mutanten angegriffen werden.

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