Test: Klempner & Igel im Duell

Mario & Sonic b.d. Olympischen Wintersp. Test

Mitte Oktober 2009. Der erste Schnee fällt in Münchens Innenstadt. Ein besseres Timing hätten sich Mario und Sonic gar nicht aussuchen können, um auf Nintendo Wii und DS ihre ganz persönlichen olympischen Winterspiele auszutragen. Wir haben getestet, ob es sich lohnt, die beiden ins Wohnzimmer einzuladen ... und wurden überrascht.
Philipp Spilker 15. Oktober 2009 - 19:20 — vor 9 Jahren aktualisiert
Wii DS
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Vom 12. bis 28. Februar 2010 wird die ganze Welt nach Kanada schauen. Auf das Pacific Coliseum mit seinen Skating-Disziplinen, auf den Cypress Mountain mit seiner Riesenslalomstrecke, auf die Bobstrecke des Whistler Sliding Centre und auf das Skispringen in der Eierplanet-Galaxie. Nun gut: auf Letzteres vielleicht nicht, aber im Universum von Mario & Sonic sind außer den offiziell lizenzierten Sportarten und Austragungsorten der Olympischen Winterspiele 2010 eben auch etwas ungewöhnlichere Varianten vorzufinden. Und diese sind auch gleichzeitig der Höhepunkt des nicht auf ganzer Linie überzeugenden Partyspiels Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen, das wir auf den Nintendo-Konsolen Wii und DS getestet haben.

In diesem Video seht ihr einen unserer Favoriten: Eiskunstlauf (Traum). Erlebt live und aus der ersten Reihe mit, wie wir durch geschicktes Timing die Sonic-Arena auf den Kopf stellen. (ggf. manuell auf HD klicken)

Wechselhafte Steuerung


Insgesamt warten 16 olympische Disziplinen darauf, von euch bewältigt zu werden. Sei es nun Skispringen, Riesenslalom, Buckelpiste, Eisschnell-, Eiskunstlauf, Skeleton, Eishockey oder Curling: selbst Videospiele-Dummies dürften nach kurzer Zeit den Dreh raus haben. Sämtliche Sportarten könnt ihr mit der Wii-Remote spielen, der Nunchuk (sowie, in mehreren Disziplinen, das Wii Balance Board) ist optional. In den meisten Fällen ist es nicht einmal nötig, Knöpfe zu drücken. Doch so intuitiv die Steuerung auch sein mag: sie fühlt sich nicht immer nachvollziehbar an. Beim Bobfahren zum Beispiel haltet ihr die Wii-Remote senkrecht vor euch, schüttelt sie zu Beginn zwecks Auslösung eines Turbo-Boosts wild auf und ab und bewegt euch dann mit eurem Oberkörper nach links und rechts, um die Kurven zu nehmen. Das ist gerade im Viererbob mit drei Mitspielern, die hintereinander stehen, zwar eine witzig anzusehende Konstellation, aber in der Praxis hatten wir trotz schöner Erfolge nicht das Gefühl, den Bob im Griff zu haben. Im Skeleton und beim Short Track ging es uns ganz ähnlich. Wii Sports Resort lieferte noch im Sommer eine Steuerung, die weit nachvollziehbarer wirkte und schnell ins Blut überging: sicher auch aufgrund der Hardwareerweiterung WiiMotion Plus. Die ist nun schon einige Zeit auf dem Markt, wird von Mario & Sonic aber unverständlicherweise nicht unterstützt.

Bobfahren ist in der Praxis bei weitem nicht so witzig wie es dieses gestellte Bild vom Hersteller verspricht. Die Steuerung an sich ist zwar schnell erlernt, aber auch nach vielen Runden noch nur schwer nachvollziehbar.

In den eher geruhsamen Disziplinen wie Skispringen, Curling und Eiskunstlauf macht die Steuerung allerdings keinerlei Probleme und auch auf Skiern oder beispielsweise auch auf dem Snowboard mussten wir uns zwar erst an die sehr sensible Bewegungserkennung gewöhnen, lernten dann aber recht schnell dazu. So schnell sogar, dass wir schon beim allerersten Durchlauf durch den Kampagnenmodus (in dem ihr, ohne erzwungene Hintergrundgeschichte, in 16 virtuellen Spieltagen die Olympiade bestreitet und dabei ab und an von Rivalen zu einem besonderen Wettkampf herausgefordert werdet) mit einem deutlichen  Vorsprung von 82 Punkten den Gesamtsieg davontragen konnten. Mit anderen Worten: Mario & Sonic ist nicht gerade ein schweres Spiel. Besonders bedauerlich dabei: es gibt nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad. Durch das Freispielen von recht knackigen Challenges, in denen ihr gegen Geister antretet (aus Mario Kart Wii bekannt) werdet ihr zwar bei Interesse noch einige Zeit bei Stange gehalten, aber eine große Herausforderung dürfte Mario & Sonic für Besucher dieser Website nicht darstellen. Immerhin: Durch ein besonders gutes Abschneiden gewinnt ihr Sterntaler, mit denen ihr in Shops neue Kleidung und Musik shoppen, eure Skier/Snowboards/Bobs mit neuen Designs aufhübschen oder euer Hintergrundwissen über die Geschichte der olympischen Winterspiele in der Bibliothek auffrischen könnt. Mit der neuen Kleidung könnt ihr dann auch euren Mii ausrüsten, denn mit diesem könnt ihr nebst 20 mit verschiedenen Attributen ausgestatteten Charakteren aus der Welt von Mario und Sonic in der Winterolympiade antreten. Eure Fertigkeiten werden durch die Kleidung jedoch nicht verändert. Einzige Ausnahme: die Rivalenkostüme, mit denen ihr nach Besiegen der Rivalen im Kampagnenmodus deren Attribute annehmen könnt.

Winterliche Einkaufstour1 In der Bibliothek könnt ihr euch gegen Spielwährung Wissen aneignen, 2 in der Boutique neue Kleidung für euren Charakter kaufen, 3 im Musikshop Musik unter anderem aus alten Spielen von Mario und Sonic erwerben 4 und im Sportshop eure Ausrüstung mit neuem Design und Aufklebern verschönern. 5 Hier seht ihr unseren Mii mit dem frisch geshoppten Weihnachtsmannkostüm, dass unsere Attribute nicht verändert, 6 ganz im Gegensatz zu dem von Mario höchstpersönlich erbeutetem Rivalenkostüm, dass ihr hier im Einsatz seht.

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