Test: Auf den Spuren Zeldas

Majin and the Forsaken Kingdom Test

Mit Enslaved landete Namco Bandai erst kürzlich einen Volltreffer, nun folgt bereits das nächste Action-Adventure des Publishers. Gemeinsam mit einem magischen Dämon geht es in Majin and the Forsaken Kingdom in den Kampf gegen die Dunkelheit. Das Abenteuer zeigt dabei einige Oldschool-Charakteristiken -- was nicht nur positiv ist.
Jörg Langer 27. November 2010 - 17:29 — vor 8 Jahren aktualisiert
360 PS3
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von Sven Ohnstedt

Das namenlose Königreich hat schon bessere Tage gesehen: Einst blühte hier das Leben, doch davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Seit einem Jahrhundert herrscht die Dunkelheit über das Land. Genug ist genug! Dies beschließt zumindest ein tapferer Krieger und schleicht sich tollkühn in das Schloss der Finsternis, um einen magischen Dämon aus der Gefangenschaft zu befreien. Denn nur diese Kreatur verfügt der Legende nach über die Macht, sich gegen die tiefschwarzen Widersacher zu behaupten. Majin and the Forsaken Kingdom baut also auf eine bewährte Rahmenhandlung, die schon den Grundstein für so manche spannende Heldengeschichte legte.

Natürlich gelingt es dem Krieger, das wundersame, aber gutmütige Geschöpf aus seinem Gefängnis zu befreien und gemeinsam mit ihm aus dem Schloss zu entkommen. Um allerdings dem Fürsten der Finsternis gegenübertreten zu können, müssen zuvor vier Masken zerstört werden, die von mächtigen Schattenwesen getragen werden. Zudem ist der Majin -- so der japanische Begriff für Dämon -- nach Jahren in Gefangenschaft völlig entkräftet und möchte mit Zauberkugeln gespeist werden. Dass diese sich selbstverständlich über alle Ecken der erkundbaren Welt verteilen, sollte gestandene Videospieler nicht verwundern. In diesem Sinne: Genug der Märchenstunde, lasst uns direkt ins Abenteuer einsteigen!

Wenn sich zwei streiten, hält sich der Dritte besser raus! Im Angesicht unserer Lebensenergie (oben links) erst recht.

Ungleiches Duo in Abenteuerlaune

Schattenwesen? Action-Adventure? Mancheiner könnte eingangs an Zelda - The Twilight Princess, aber auch an Kingdom Hearts gedacht haben. In der Tat spielt sich Majin and the Forsaken Kingdom ziemlich ähnlich: Ihr steuert den Krieger mittels linkem Analogstick, ebenso springt und schlägt er auf Knopfdruck. Der obligatorische, kontextsensitive Action-Button (Türen und Kisten öffnen, runde Felsen anschubsen) vervollständigt eure Bewegungsfreiheiten.

Bei Kämpfen wird nicht in eine Arena umgeblendet, sondern Zelda-typisch direkt in der Spielwelt gekämpft. Und auch beim Lösen von Rätseln steht die Welt nicht still: Gegnern ist es nämlich herzlich egal, dass ihr gerade eine Kiste verschieben wollt -- sobald sie euch sehen, greifen sie an. Ganz schutzlos seid ihr diesen Anstürmen allerdings nicht ausgeliefert, denn euer Majin hat nach langen, bewegungsarmen Jahren einen Riesenspaß daran, mal wieder so richtig auszuteilen. Ihr müsst ihm lediglich Anweisungen geben, was er denn genau tun soll. Dies geschieht über ein recht komplexes Kommando-Menü, das auf insgesamt drei Schultertasten verteilt wurde. So befehlt ihr ihm beispielsweise, an einer bestimmten Stelle zu warten, euch zu folgen oder auch einen bestimmten Angriff im Kampf auszuführen. Direkt steuern dürft ihr den Majin dagegen zu keinem Zeitpunkt.

Die zahlreichen Auseinandersetzungen mit den Dienern der Dunkelheit verlaufen allesamt recht ähnlich: Zunächst schickt ihr den Majin an die Front, um ihm anschließend den Rücken freizuhalten. Dabei laden die eigenen Treffer eine Leiste auf, die den Majin befugt, Zauber einzusetzen. Zudem lassen sich Gegner durch kritische Treffer kurzzeitig betäuben -- nutzt diese Schwäche, um einen Combo-Angriff auszulösen. Hierbei schleudert euch der Majin durch die Luft, sodass ihr nach einigen Salti spektakulär auf dem am Boden liegenden Feind landet und umstehende Kreaturen ebenfalls in Mitleidenschaft zieht. Ist ein Kampf beendet, sammelt ihr noch schnell die von besiegten Gegnern hinterlassenen Kristalle ein, lasst euch vom Majin vollständig heilen und schon geht es weiter. Entweder zum nächsten Rätsel, in eine kurze Cutscene  oder in den nächsten Kampf -- mehr Elemente hat Majin and the Forsaken Kingdom leider nicht zu bieten. Mangelnde Abwechslung stellt allerdings nicht den einzigen Kritikpunkt dar, den wir nach unserem zwölfstündigen Testlauf haben.




Du und Majin: Zusammen gegen die DunkelheitAlleine hättet ihr gegen die übermächtigen Gegner nicht den Hauch einer Chance. Dafür steht euch der Majin treu zur Seite.  1 Erteilt ihm über das Kommando-Menü neue Anweisungen oder gebt ihm leckere Zauberpollen, die seine Lebenspunkte auffüllen.  2 Die richtig schweren Schatzkisten kann nur euer großer Helfer öffnen.  3 Kommt ihm eine finstere Kreatur zu nahe, prügelt er sie windelweich, bis sie rot aufleuchtet. Nun habt ihr die Chance, eine Kombo-Attacke zu starten. 4 Nach dem Kampf sammelt ihr am besten alle umliegenden Kristalle ein, damit euch Erfahrungs- und Freundschaftspunkte gutgeschrieben werden. Die Karte 5 zeigt euch den Weg zu den Objekten der Begierde. 6 Zauberkugeln verleihen dem Majin seine verlorenen Kräfte zurück.

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