Im Land der tausend Tode

Magicka 2 Test

Ihr seid frusttolerant, ein Meister am Gamepad und zockt am liebsten zusammen mit Freunden? Dann könnte dieses kunterbunte Action-Feuerwerk genau das richtige für euch sein. Wenn sich diese vier Zauberer mit Blitzen, Feuerstrahlen und Eiswirbeln durch Gegnerhorden metzeln, bleibt kein Auge trocken.
Rüdiger Steidle 26. Mai 2015 - 14:52 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Der Vorgänger – das ursprüngliche Magicka – war ein echter Überraschungshit. Mit geringem Budget entwickelt, wurde das Original zum Verkaufserfolg für Publisher Paradox. Gut zwei Dutzend mehr oder weniger umfangreiche Add-ons und ein Free-to-play-Ableger hielten den Hype aufrecht. Nun also der Nachfolger. Unterschiede zum Vorgänger muss man allerdings mit der Lupe suchen. Magicka 2 spielt sich beinahe genauso wie der erste Teil. Veteranen wissen demnach, worauf sie sich einlassen. Für Neulinge sei das Grundprinzip an dieser Stelle erklärt. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen Zauberer, bis zu vier an der Zahl. Das heißt: Es können bis zu vier Mitspieler gemeinsam das Abenteuer bestreiten. Je mehr, desto besser, denn mit jedem Gefährten steigt der Spaß. Magicka 2 alleine ist bestenfalls nett, zu zweit verdoppelt sich das Vergnügen. Jedenfalls stürzen sich ebendiese Magiekundigen ins Getümmel und machen allerhand Gegner mit einer Vielzahl an Zaubersprüchen nieder. Klingt simpel und ist es im Prinzip auch, doch der Teufel liegt wie so oft im Detail.
 
Meister der ElementeUm diese Formeln zu wirken, stehen uns acht verschiedene Elemente zur Verfügung: Wasser, Feuer, Leben, Tod, Erde, Schild, Blitz und Eis. Bis zu fünf davon können wir kombinieren. Je mehr, desto stärker der Effekt. Welche Abfolgen funktionieren und welche nicht, müssen wir größtenteils selbst herausfinden. Das Tutorial und die Tipps in den Ladebildschirmen geben uns nur ein paar grundlegende Zaubersprüche mit auf den Weg. Den Rest ermitteln wir durch Ausprobieren.

Es gibt zig verschiedene Verbindungen: Feuer und Wasser beispielsweise ergibt Dampf, Blitz und Eis ein Gewitter. Andere Zusammenstellungen wie Leben und Tod schließen sich aus. Als ob das noch nicht komplex genug wäre, können wir die Sprüche auch noch auf unterschiedliche Arten auslösen: Auf unseren Helden, auf ein Gebiet, auf unsere Waffe oder als Linie in eine bestimmte Richtung. Vereinen wir zum Beispiel fünf Mal Leben auf unsere Figur, heilen wir uns damit selbst. Alternativ können wir den Gesundheitsstrahl auf einen Verbündeten (oder Gegner) richten oder als Flächeneffekt alle Umstehenden gleichzeitig verarzten. Oder wir verzaubern unser Schwert damit und heilen bei Treffern, statt Schaden anzurichten.
Im Mehrspielermodus greifen bis zu vier Zauberer kooperativ an. Vorsicht: Man kommt sich schnell gegenseitig ins Gehege.

Ringen mit der Tastatur
Mit Flächenblitzen heizen wir der Krabbe ein. Wir selbst sind dank Schildzauber gegen die Stromschläge immun.
Bis zu vier Formeln liegen auf Schnellzugriffstasten (allerdings können wir nur aus einer Handvoll vorgegebener Sprüche wählen, die im Spielverlauf freigeschaltet werden, und dürfen keine eigenen definieren), den Rest müssen wir jedes Mal neu zusammenstellen. Im Eifer des Gefechts drücken wir dabei schon mal die falsche Taste und setzen uns beispielsweise versehentlich selbst in Brand, statt wie beabsichtigt einen Gegner. Oder wir beharken einen Kameraden mit einem Todesstrahl statt mit einem Heilzauber. Ups! Friendly Fire ist immer aktiv. Vor allem anfangs kämpfen wir mehr mit der Steuerung als mit den Feinden. Bei all den Elementen und Wirkungsweisen sind Tastatur und Gamepad beinahe überbelegt. Spielen wir mit Maus und Keyboard, müssen wir acht Tasten für die verschiedenen Magieschulen im Kopf behalten, dazu die rechte Maustaste (Strahl), die mittlere (Selbst) und Shift (Fläche oder Waffe). Benutzen wir ein Joypad, müssen wir umständlicherweise die Schultertasten und die vier Buttons kombinieren, um alle Elemente zu erreichen, dafür funktioniert das Auslösen etwas einfacher.

Ach ja, die Figur sollen wir währenddessen auch noch steuern und richtig zielen. Auch dabei sind Gamepad-User mit ihren Analog-Sticks ein wenig im Vorteil; der linke kontrolliert die Bewegung, der rechte das Fadenkreuz. Mit der Maus bewegen wir unseren Helden per Linksklick und dirigieren gleichzeitig das Ziel. Es ist gar nicht so einfach, zum Beispiel rückwärts zu laufen und zugleich sicher nach vorne zu ballern. Noch fordernder wird die Angelegenheit dadurch, dass unser Recke langsamer läuft, sobald wir eine Formel zusammenstückeln oder sprechen. Konzentrieren wir uns aufs Rennen, können wir den meisten Gegnern ausweichen oder davonlaufen. Beim Zaubern aber drohen sie uns einzuholen. Und das sollten wir tunlichst vermeiden, denn selbst durch ein Schild geschützt, hält unser Alter Ego bestenfalls ein paar Treffer aus, bevor es den Bildschirmtod stirbt. Wir wechseln also ständig ab zwischen Defensive und Offensive, bleiben dauernd in Bewegung und „kiten“ unsere Verfolger, während wir sie auf Abstand halten.
 
Hummer kochen leicht gemachtRecht früh im Spiel wird klar, dass sich längst nicht alle Monster mit Feuer oder Blitzen bekämpfen lassen. Viele Feinde sind immun gegen bestimmte Attacken, dafür aber besonders empfänglich für andere. Zombies und anderen Un
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toten beispielsweise können unsere Todesstrahlen nichts anhaben – im Gegenteil, die wandelnden Leichen werden dadurch erst putzmunter. Hier müssen wir Leben wirken, um Schaden auszuteilen. Vor allem bei den regelmäßig auftauchenden Minibossen und Obermotzen gilt es deshalb zunächst die richtige Taktik herauszufinden. Da gibt es etwa Riesenhummer, die frontal beinahe unverwundbar scheinen. Frieren wir sie allerdings fest, können wir ihr verwundbares Hinterteil mit einem Flammenstrahl rösten.

Ein andermal treten wir gegen ein tödliches Duo aus Barbar und Bogenschütze an. Während uns der erste in den Nahkampf verwickelt, piesackt uns sein Partner mit Explosivpfeilen. Der Trick hier ist, dem Krieger auszuweichen und ihn dabei in die Schusslinie seines Kollegen zu locken. Auch bei den im Minutentakt auf uns einprasselnden Wellen an Trash-Mobs gibt es immer wieder neue Herausforderungen, alternative Kampfmethoden auszuprobieren und neue Strategien zu lernen. Das Bestiarium ist enorm vielfältig. Kleine Puzzles erhöhen die Abwechslung zusätzlich, zum Beispiel setzen wir unter Zeitdruck per Wasserschwall ein Schaufelrad in Bewegung, das ein Zugtor öffnet.
Je nach Gegnertyp müssen wir die passenden Formeln wirken: Diese gepanzerten Kolosse sind für Todesstrahlen besonders verwundbar.
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