DLC-Test: Neue Story-Missionen

Mafia 2: Joe's Adventures Test

Für den je nach Lesart 2. oder 3. DLC zu Mafia 2 wechselt 2K Czech Glatzkopf Jimmy aus und schickt Joe Barbaro ins Rennen -- der schon im Hauptprogramm eine Hauptfigur war. Statt nur Mini-Missionen absolviert ihr diesmal auch die eine oder andere Story-Mission. Klingt spannend? In unserem Test erfahrt ihr, ob es das tatsächlich ist.
Rechen 8. Dezember 2010 - 20:31 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC
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Einer der wenigen Kritikpunkte an Mafia 2 (GG-Test: 9.0) war für GamersGlobal der abgespeckte Open-World-Part. Unser Hauptkritikpunkt am ersten DLC The Betrayal of Jimmy war hingegen die fehlende Story, die bei der Open-World-Ballerorgie auf der Strecke blieb. Joe’s Adventures will nun beides bieten, was sich auf dem Papier sehr schön anhört. Der vermutlich letzte Mafia-2-DLC umfasst einen Spanne von fünf Jahren und beginnt mit der Verhaftung Vitos durch die Polizei. Wir spielen aber nicht Vito, sondern Joe Barbaro, seinen besten Freund.
 
Open-World und Story 
 
Hier verhören wir in einer Zwischensequenz einen mutmaßlichen Verräter -- auf Mafia-Art, versteht sich.
Joe’s Adventures gibt sich sichtlich Mühe, die Stärken aus dem ersten DLC und dem Hauptspiel miteinander zu verheiraten. So beginnt bereits die erste Mission mit einer Cutscene. Wir sehen Joe, der von seinem Fenster aus beobachtet, wie Vito von der Polizei festgenommen wird. Was folgt ist ein Auftrag a la Mafia 2, in dem wir einen mutmaßlichen Informanten der Polizei verfolgen.

Immer wieder werden auch Zwischensequenzen eingestreut. An die Qualität des Hauptspiels kommen die zwar vor allem am Anfang nicht heran, dennoch spielen sich die Missionen dadurch deutlich angenehmer als die generischen Fleißaufgaben in The Betrayal of Jimmy.

Um so größer ist dann die Ernüchterung, als wir nach dem Absolvieren der ersten Mission in Empire Bay alleingelassen werden. Jetzt gilt es erstmal wieder, eine Mission nach der anderen abzuarbeiten. Wie bereits im ersten DLC müssen wir uns mit drögen Texttafeln begnügen, die uns unseren Auftrag näherbringen. Immerhin: Nachdem wir einige derartige Einsätze gelöst haben, schließt sich die nächste Story-Mission an, in der die Geschichte um Joe vorangetrieben wird. Insgesamt gibt es fünf Story-Missionen, die mit Zwischensequenzen und aufwendigerer Inszenierung ausgestattet sind. Vor allem der letzte Einsatz, bei dem wir uns durch ein Hochhaus ballern, kommt sehr nahe an die Einsätze im Hauptspiel heran. Dennoch bleibt die Handlung dünn, vor allem deswegen, weil sie immer wieder von langwierigen Standardmissionen unterbrochen wird.

Bessere Standardmissionen

Versteht uns nicht falsch: Die Missionen von Joe’s Adventures sind abwechslungsreicher als noch in The Betrayal of Jimmy. So dringen wir zum Beispiel unbemerkt in ein Haus ein, um dort einen Kronzeugen auszuschalten, oder klauen einen Wagen, um ihn bei unserem Auftraggeber abzugeben. Cool: Bei einem Einsatz haben wir eine Bombe mit an Bord, die frei nach dem 90er-Jahre-Film Speed explodiert, sobald wir für drei Sekunden unter eine bestimmte Geschwindigkeit fallen. Ein anderes Mal rasen wir durch die Stadt, ohne bremsen zu können. Da gilt es dann abzuwägen, wann beschleunigt wird. Zur Not müsst ihr die Umgebung zum Bremsen missbrauchen.

Gut finden wir außerdem, dass der unselige „Laden-demolieren“-Missionstyp nicht mehr enthalten ist. Dieser hat uns im ersten DLC noch zur Weißglut getrieben. Alle Aufträge müsst ihr jeweils unter Zeitdruck absolvieren, dabei gilt: Je schneller ihr seid, desto mehr Punkte bekommt ihr dafür. Die Zeitlimits sind zum Teil äußerst knapp gehalten, sodass selbst gestandene Mafiosi öfter ins Schwitzen geraten. Speichern dürft ihr während der Missionen nicht. Stirbt euer Held also während eines Auftrages, müsst ihr komplett von vorne anfangen. Diese Regelung entfaltet vor allem bei kniffligen Aufträgen ihr volles Nervpotential. Anders die Story-Missionen: Hier werden von Zeit zu Zeit Speicherpunkte angelegt, genau so, wie wir das von Mafia 2 gewohnt sind.
  
In einer ziemlich spannenden Mission überfallen wir einen Supermarkt. Dumm nur, dass sogleich die Polizei anrückt.
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