Test: Angsthase auf Geisterhatz

Luigi's Mansion 2 Test

Schon auf dem Gamecube konnte unser Tester Mick Schnelle der Geisterjagd von Luigi etwas abgewinnen. Zehn Jahre später sind die beiden in Ehren ergrauten Herren erneut auf Pirsch - und wieder macht sich Marios ängstlicher Bruder in verwaisten Herrenhäusern auf die Jagd nach Geistern, seine Allzweckwaffe Schreckweg 09/15 im Anschlag.
Mick Schnelle 21. März 2013 - 19:01 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Ausnahmsweise handelt es sich bei den Screenshots um Hersteller-Screens.

Wer da nicht wandelt im Lichte, der wandert in der Finsternis... oder er hat eine Taschenlampe zur Hand und heißt Luigi. Der ewige Held aus der zweiten Reihe wurde in den letzten Jahren von den Entwicklern bei Nintendo ein wenig stiefmütterlich behandelt. So sind stolze zehn Jahre vergangen, seit der grünmützige Klempnerbruder das letzte Mal auf Geisterjagd gegangen ist.

Der seinerzeit gastgebende Gamecube ist längst auf dem Konsolenfriedhof gelandet (will heißen, im Regal stolzer Retro-Sammler) – Luigi's Mansion 2 findet stattdessen auf dem 3DS statt. Und zwar optisch opulent, natürlich in 3D und spielerisch ordentlich. Damit sollten doch alle Voraussetzungen für einen neuen Tophit für Nintendos Handheld geschaffen sein! Allerdings sorgen ein paar leicht vermeidbare Macken für deutlichen Punktabzug.

In Luigis Sog
Endgegner wie diese Spinne müssen immer Schritt für Schritt erledigt werden.
Die Älteren unter euch kennen noch die alte Lebensregel: Wenn etwas Merkwürdiges in der Nachbarschaft geschieht, dann ruft die Ghostbusters. Stehen die Geisterjäger aus New York jedoch gerade mal nicht zur Verfügung, etwa weil sie schon lange im Ruhestand verweilen, müsst ihr eben wie in diesem Fall mit Marios Bruder Luigi Vorlieb nehmen.

Der auf Geister beruhigend wirkende Finstermond ist kaputt – und ihr sollt die über sämtliche Gruselvillen des Nachtschattentals verstreuten Einzelteile wieder einsammeln. Wie im Vorgänger müsst ihr dafür mit der Grünmütze Geister in vermoderten Villen aufspüren und letztlich auch einfangen. Dazu benutzt ihr wie schon im ersten Teil einen modifizierten Staubsauger, den unser Held bereits in der ersten Mission findet. Das Versteck verrät euch und dem latzhosenbewehrten Angsthasen Professor I. Gidd (wie witzig dieses Wortspiel ist!), der auch schon im Vorgänger mitmischte. Der Kerl sitzt gemütlich in seinem Labor und schickt Luigi per Voxelteleportation in die Herrenhäuser, die allesamt vollgestopft mit ektoplasmatischem Gezücht sind.

Wer den Erstling kennt, kennt auch die Spielmechanik in Teil 2. Wer nicht, der lernt sie in den ersten beiden Missionen kennen – zumindest das Grundlegende. Ganz egal, ob es letztlich darum geht, gut versteckte Räume von Spinnweben zu befreien oder bestimmte Gegenstände zu suchen, letztlich steht das Aufspüren und Aufsaugen der Geister im Mittelpunkt des Geschehens. Dazu müsst ihr die Quälgeister zuerst mittels Taschenlampe paralysieren und dann mit dem Staubsauger … pardon, dem patentierten "Schreckweg 09/15" aufsaugen.

Optisch ein Genuss: Die Räume voller Staub und Spinnweben und der drollig inszenierte Luigi sehen klasse aus.

Konsolenwackeln gegen Gespenster
Das Aufsaugen mit dem Schreckweg wurde aber nicht lieblos aus dem Vorgänger übernommen, sondern an die Möglichkeiten des 3DS angepasst: Luigi selbst steuert ihr mit dem analogen Knubbel, bis es zum Kampf kommt. Einmal einen Geist gesichtet, löst ihr die Taschenlampe per Tastendru
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ck aus, und der Geist wird paralysiert. Danach gilt es, den Sauger per gedrückt gehaltener Schultertaste einzusetzen. Die Saugrichtung verändert ihr durch Neigen der Konsole – einen zweiten Analogstick wie beim Gamecube bietet der 3DS, ohne Zusatzperipherie, schließlich nicht. Um den Geist endgültig einzutüten, bewegt ihr den Analogknüppel gegen die Bewegungsrichtung des Ektoplasmaten, bis der Geist genug geschwächt ist. Dann noch ein letzter beherzter Tastendruck, und der Geist ist im Kasten. Aber wehe, der Bursche entkommt! Dann greift er an und stibitzt ein gutes Stück von Luigis Lebensenergie.

Dies alles klingt ähnlich komplex wie kompliziert. Doch in der Praxis erweist sich die Steuerung als gar nicht so schwierig. Zumindest mit ein bisschen Übung habt ihr die Geister schnell eingefangen. Aber das normale Geistersaugen gehört noch zu den einfacheren Aufgaben in den Geistervillen. Später kommt noch ein Anti-Illusionsgerät zum Einsatz. Mit diesem deckt ihr versteckte Gegenstände auf, aber nur, wenn ihr binnen eines knappen Zeitlimits von der optischen Täuschung ausgespiene Illusionsblasen per Schultertaste und beherztem 3DS-Drehen aufsaugt.
Auch die herumfliegenden Illusionsbällchen müsst ihr mit dem Schreckweg 09/15 aufsaugen.
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