Test: Unkomplizierte Koop-Action

Lost Planet 2 Test

Erstens allein und zweitens weite Schnee- und Eislandschaften -- das war einmal. In Lost Planet 2 schicken euch die Entwickler in die Wüste, jagen euch durch den Dschungel und schießen euch sogar ins All. Immer mit dabei: Bis zu drei menschliche oder KI-gesteuerte Teamkameraden. Wir haben uns in den Koop-Kampf um E.D.N. 3 gestürzt.
Christoph Licht 10. Mai 2010 - 14:42 — vor 9 Jahren aktualisiert
360 PS3
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Wir befinden uns in einem geschlossenen Areal. Waffen liegen überall verstreut und wir wissen: ein Bosskampf steht bevor. Als hätte uns Lost Planet 2 gehört, fängt prompt die Erde an zu beben und ein haushohes, molchähnliches Monstrum bricht vor uns aus dem Boden. Zu viert eröffnen wir das Feuer auf die gelb leuchtenden Stellen an seinem Körper. Der Akrid bleibt davon weitgehend unbeeindruckt und greift seinerseits an. Der GamersGlobal-Tester hat das Pech, genau im Weg zu stehen, und wird verschluckt. Sorry, dann gibt's doch keinen Test. Bitte weiterblättern...

Mitnichten! Wir werden zwar verschluckt, doch in seinem Inneren geht es weiter. Vor uns liegt das Herz des Monstrums. Während um uns herum unzählige kleine Akride auf uns einstürmen, setzen wir dem biologischen Pumpwerk zu. Leider wird der Ansturm zu groß und wir sterben tatsächlich. Aber auch das ist kein Problem: Fünf Sekunden später wachen wir an einer Datenstation in der Nähe wieder auf und führen den Angriff fort, abermals von außen. Wir schnappen uns mit einem Teamkollegen den herumliegenden Drei-Mann-Mech und erhöhen unsere Feuerkraft. Gefühlte Stunden später schreit der Kategorie-G-Akrid endlich ein letztes Mal auf und fällt tot zu Boden. Mission abgeschlossen.

Wir stehen dem riesigen Kategorie-G-Akrid im Weg und werden gleich von ihm verspeist.

Der Krieg geht weiter

Klingt wie Lost Planet – Extreme Condition? Stimmt, doch statt im tiefen Schnee findet der geschilderte Kampf in einem Sumpf statt. Weitere Stationen sind, neben zwei Schnee-Etappen, der tiefe Dschungel, die Wüste und sogar das Weltall. Die wohl größte Neuerung von Lost Planet 2 im Vergleich zu seinem Vorgänger ist jedoch nicht die angenehme Vielfalt der Schauplätze, sondern der Koop-Modus. Wer hat nicht schon davon geträumt, zusammen mit drei Freunden haushohe Bestien anzugehen. Gut, wir formulieren die Frage um: Fändet ihr es nicht cool, eben dies zu tun? Wir schon, und so waren wir längere Zeit Feuer und Flamme für das Spiel. Leider kommt diese Neuerung nicht ohne Verluste; überzeugte Solospieler müssen einige Abstriche machen.

Für was wir überhaupt gegen die ganzen Gegnerhorden antreten? Na, um E.D.N. 3 zu retten! Ihr schlüpft im zweiten Teil jedoch nicht mehr in die Rolle des ehemaligen Hauptcharakters Wayne. Das Spiel setzt zehn Jahre ein, nachdem ihr es mit Wayne dem bösen Konzern NEVEC so richtig gezeigt habt. Viele Gebiete von E.D.N. 3 sind bereits aufgetaut und gleichen immer mehr der guten alten Erde. Doch die insektenartigen Akrid, so sehr ihnen die Hitze auch zu schaffen macht, sind immer noch eine große Gefahr. Und der Kampf um die wertvolle Thermalenergie wurde durch die Schmelze nicht gestoppt: Der Rohstoff ist weiterhin unabdingbar, um die ganze Maschinerie auf dem Planeten zu betreiben.

Third-Person-Shooter-Action

Wie der erste Teil ist auch Lost Planet 2 ein waschechter Third-Person-Shooter. Während ihr eurem Charakter über die Schulter schaut, steuert ihr ihn durch die größtenteils sehr linearen und übersichtlichen Level. Dabei macht ihr vor allem eines: So lange ballern, bis das Magazin leer ist. Denn haufenweise Akrid und feindliche Soldaten wollen euch ans Leder. Zur Verteidigung stehen euch ein paar wenige Waffentypen wie Maschinengewehr oder Raketenwerfer sowie unterschiedliche Granaten zur Verfügung. Da ihr immer nur zwei Waffen gleichzeitig tragen könnt, ist dennoch taktische Überlegung gefragt. Bei Bosskämpfen findet ihr zwar meist das benötigte Material vor Ort, aber wer es unterwegs leichter haben möchte, muss abwägen, was er wann bei sich trägt. Das Waffenarsenal entspricht zum Großteil dem des erstens Teils, mit nur einigen wenigen, koop-spezifischen Ergänzungen wie dem Schild, mit dem ihr euch und eure Kameraden decken könnt. Umständlich: Eine neue Waffe oder Munition müsst ihr explizit vom Boden aufheben, Drüberlaufen reicht nicht. Das kostet euch jeweils einen Moment, und wenn mehrere Waffen auf dem gleichen Platz liegen, wird's nervig.

Ihr seid im Spiel aber nicht dazu verdammt, immer zu Fuß zu gehen. Die klaren Stars des ersten Teils feiern ihr Comeback: die Vital Suits, oder einfacher ausgedrückt, die Mechs. Mit diesen übermächtigen Maschinen in die Schlacht zu ziehen und gegen andere VS zu kämpfen, ist so befriedigend wie eh und je. Wenig verwunderlich, dass die schon im ersten Teil recht große Auswahl an VS noch erweitert wurde – vornehmlich mit Modellen, die dem Koop-Aspekt Genüge tun. Neben kleineren Modellen, an die sich eure Kollegen anhängen können, wartet auch ein riesiger Dreisitzer auf seinen Einsatz. Mit zwei Gatlingkanonen und starker Standardbewaffnung mischt er die gegnerischen Truppen mächtig auf. Im weiteren Spielverlauf werdet ihr außerdem einen flugfähigen VS finden finden -- und sogar einen ausgewachsenen Helikopter besetzen. Und auch wenn kein funktionstüchtiger VS in der Nähe ist: eine Gatling-Kanone macht euch zwar langsamer, ihre Feuerkraft ist aber auch zu Fuß nicht zu verachten.

Die sechs Episoden im Überblick
Die Einzelspielerkampagne von Lost Planet 2 besteht aus sechs Episoden. Ein kurzer, spoilerfreier Überblick: Die erste Episode beginnt mit den Schneepiraten und einem 1 alten Freund. In der zweiten Mission sollen wir 2 dieses mächtige Rohr kapern. In der dritten Episode dürfen wir die Kanone hingegen 3 selbst einsetzen. In Episode 4 wird es nass, denn ihr seid zum Teil unter Wasser unterwegs, bevor es in Episode 5 wieder zurück in 5 die Wüste geht. Zum Abschluss schickt euch Capcom zuerst kurz ins 6 Weltall, bevor der finale Showdown beginnt.

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