Ein Wollknäuel und seine Freunde

Little Big Planet 3 Test

Little Big Planet geht in eine neue Runde. Dieses Mal rettet ihr die Welt aber nicht nur mit Sackboy, sondern gemeinsam mit drei zusätzlichen, nicht weniger knuffigen Helden. Wie diese sich auf das bewährte Spielprinzip auswirken, und wie sich die Community-Features und der Editor schlagen, erfahrt ihr im Test.
Christoph Vent 24. November 2014 - 16:23 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Während die ersten beiden Teile der Little Big Planet-Reihe noch von Media Molecule stammen, zeichnete für den Mobilableger Little Big Planet PSVita (GG-Test: 8.5) das Team von Double Eleven verantwortlich. Die Erklärung hierfür war einfach: Die ursprünglichen Entwickler waren mit den Arbeiten an Tearaway (PSN-Check) beschäftigt. Nun kehrt die Hüpfspiel-Serie mit Little Big Planet 3 auf die PS3 zurück und feiert gleichzeitig Premiere auf der PS4 – aber auch in diesem Fall ist Media Molecule nur beratend tätig. Für Fans soll das jedoch kein Grund zur Sorge sein: Auch Sumo Digital beherrscht das Jump-and-run-Handwerk. Erstmals in der Reihe spendieren sie Protagonist Sackboy sogar drei Begleiter mit ganz eigenen Sonderfähigkeiten.

Die Büchse der TitanenIn Little Big Planet 3 verschlägt es euch in die Fantasiewelt Bunkum. Dort trefft ihr auch gleich auf den durchgeknallten Newton. Der wiederum richtet nicht ganz unfreiwillig großen Schaden an, als er eine sagenumwobene Büchse öffnet, die drei vor Urzeiten gefangene Titanen in die Freiheit entlässt. Da ihr alleine kaum eine Chance gegen die Riesen habt, benötigt ihr die Hilfe der drei Helden, die ihnen einst das Fürchten lehrten. Die allerdings haben sich längst zur Ruhe gesetzt und müssen erst zum Leben erweckt werden.

Trotz neuer Freunde: Star des Spiels ist weiterhin Sackboy, hier mit dem Pumpinator im Kampf gegen einen Bossgegner.
An der eigentlichen Rezeptur ändert sich auch mit Little Big Planet 3 nichts. Noch immer lauft und hüpft ihr – meist in 2D-Perspektive – durch in 3D modellierte Landschaften; es ist aber möglich, in mehreren Stufen (wenn der Level das vorsieht) in die Tiefe des Raums zu wechseln. Die Steuerung von Sackboy erlernt ihr in einem kurzen Tutorial, das mindestens für Einsteiger auch nötig ist. Anders als seine Kollegen Mario oder Rayman bewegt sich das Leinenknäuel nämlich deutlich behäbiger und gar ein wenig schwammig. Je länger ihr auf die Sprungtaste drückt, desto höher und weiter hüpft es, wobei es danach noch minimal rutscht. Mit etwas Übung kontrolliert ihr Sackboy aber immer präziser durch die Levels. Auch die weiteren Standardaktionen wie das Festhalten an Stoffballen, um über Abgründe zu schwingen, gehen nach etwas Eingewöhnung locker von der Hand.

Pfiffige Gadgets Sackboy verfügt über einige Gadgets. Da wäre zum einen der Pumpinator, mit dem ihr leichte Gegenstände entweder an euch heransaugt oder sie wegpustet. Den Blinzelball verschießt ihr auf spezielle Portale, um euch direkt danach dorthin zu teleportieren, und mit dem Hakenhelm hängt ihr euch an Schienen, die euch in ganz neue Levelabschnitte bringen. Gewöhnungsbedürftig ist der Einsatz der Schubstiefel, die euch einen kleinen Boost in die von euch gewünschte Richtung bringen. Ihr könnt es euch schon denken: Die Gadgets benötigt ihr zum Lösen diverser Rätsel. Die bringen immer wieder eine nette Abwechslung in den Hüpfspielalltag, fallen aber nie zu schwierig aus. Meist müsst ihr euch nur mit dem Pumpinator eine Brücke zu euch heranziehen oder mit dem Blinzelball tödliche Laserbarrieren überwinden.

Die optionalen Herausforderungen, in denen ihr etwa mehrere Sackboys gleichzeitig steuert, bieten eine ähnliche große Abwechslung wie die (leider sehr kurze) Hauptkampagne.
Ganz ähnlich verhält es sich mit den drei neuen, spielbaren Begleitern Oddsock, Toggle und Swoop, also den gesuchten Helden. Die gilt es zunächst zu befreien, wofür ihr jeweils ein paar Murmeln sammeln müsst. Hier fällt besonders der Levelaufbau positiv ins Auge. Little Big Planet 3 verzichtet auf eine Oberwelt wie in Super Mario 3D World (GG-Test: 9.0), stattdessen dient ein eigener kleiner Level als Hubwelt. Dort zeigen euch zwar Marker den Weg zum nächsten Questziel (sprich: zum nächsten Abschnitt), der Weg dahin ist trotzdem schon meist ein kleines Abenteuer für sich.

Drei witzige Charaktere
Habt ihr einen der Begleiter zum Leben erweckt, übernehmt ihr auch gleich seine Kontrolle, wobei sie sich alle sehr unterschiedlich spielen. Oddsock ist der gewöhnlichste der drei Charaktere und zeichnet sich vor allem durch seine Schnelligkeit und seinen Wandlauf aus. Toggle fällt da schon mehr aus dem Rahmen: Seine Sonderfähigkeit besteht darin, sich verkleinern beziehungsweise vergrößern und gleichzeitig sein Gewicht an seine Figur anpassen zu können. Zum Einsatz kommt diese Gabe besonders bei Sprungplattformen, die nur unter hoher Belastung nachgeben und leichte Gegenstände mit Karacho in die Luft katapultieren. Vögelchen Swoop ist nicht zwingend auf Boden unter seinen Füßen angewiesen und meistert bestimmte Abschnitte sogar im Sturzflug.

So abwechslungsreich sich sowohl die Gadgets als auch die drei neuen Charaktere spielen, so kurz ist das Vergnügen mit ihnen: Kaum
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habt ihr den Umgang mit den Schubstiefeln oder den Sturzflug von Swoop verinnerlicht, ist der Spaß auch meist schon wieder vorbei. Woran das liegt? Die sowohl solo als auch online und lokal kooperativ spielbare Kampagne von Little Big Planet 3 ist alles andere als umfangreich. Wer es drauf anlegt, wird Bunkum schon nach drei Stunden gerettet haben. Wir haben uns Zeit gelassen, einige Geheimnisse in den Levels erforscht, und trotzdem keine vier Stunden benötigt.

Das ist umso ärgerlicher, da uns gerade das Leveldesign sehr gut gefallen hat – von einigen wenigen Ausnahmen wie den zu langen Tutorialabschnitten, die nur unnötig den Spielfluss bremsen, abgesehen. Die drei Hauptkapitel verfolgen etwa alle ein eigenes Thema. So reist ihr etwa unter Führung des NPCs Marlon Brandung durch die Filmwelt oder als Yeti (in der Vogelperspektive) durch eine Winterwelt. Die Bosskämpfe gegen die Titanen sind ebenfalls gelungen, wenn auch etwas zu leicht. Dadurch, dass ihr stets mehrere Versuche habt, bevor ihr einen Level von vorne beginnen müsst, könnt ihr euch hier fast schon durchsterben. Die Spielzeit verlängern könnt ihr durch diverse optionale Nebenmissionen.
Die neuen Helden und Gadgets
Neben Sackboy steuert ihr noch drei weitere Hauptcharaktere, die für reichlich Abwechslung sorgen.  1 Toggle kann sich vergrößern und dadurch etwa Plattformen beschweren. 2 Der flinke Oddsock läuft Plattformen auch senkrecht hinauf und beherrscht den Wandsprung. 3 Vogel Swoop stürzt sich im Sturzflug durch die Gefahren. Darüber hinaus besitzt Sackboy noch einige witzige Gadgets. 4 Per Hakenhelm überwindet er Abgründe an Schienen. 5 Mit dem Blinzelball zielt er auf Portale und fällt nur Bruchteile von Sekunden später aus diesen heraus. 6 Die Schubstiefel verlangen die meiste Übung, ermöglichen euch aber auch den Zugang zu geheimen Levelabschnitten.
 
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