Test: Kleine große Bastelkiste

Little Big Planet 2 Test

Bringt eure liebevoll gestalteten Levels aus Teil 1 in Sicherheit! Das Negativitron möchte alles vernichten, was ihr die letzten Jahre mühsam aufgebaut habt. Das können wir natürlich nicht zulassen: Erst zwingen wir das Monster in die Knie, um anschließend im Editor selbst den Pinsel zu schwingen.
Jörg Langer 14. Januar 2011 - 20:12 — vor 8 Jahren aktualisiert
PS3
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Alle Screenshots im Artikel wurden von uns selbst erstellt, wie bei fast allen Tests und vielen Previews.

von Sven Ohnstedt

Seit 2008 beflügelt Little Big Planet die Kreativität der zahlreichen Spieler. So stellen sie noch heute täglich neue, mit dem Editor eigens erstellte Levels ins Internet. Und auch wenn nicht jeder davon den erhofften Spaß bringen mag: Mangelnde spielbare Inhalten ist für Sackboy ein Fremdwort.

Doch was ist das? Ein überdimensionaler Staubsauger namens Negativitron hat es auf die mühsam zusammengetragenen Fantasiewelten abgesehen – alles, was nicht niet- und nagelfest ist, verschwindet unter höhnischem Lachen in seinem Schlund. Keine Frage also, dem fiesen Haushaltsgehilfen muss schleunigst das Handwerk gelegt werden. Mit der tatkräftigen Unterstützung fünf renommierter Weltenbauer macht sich Sackboy auf die Reise zum Kosmos, der Heimat des Negativitron. Doch bevor ihr in Little Big Planet 2 so richtig durchstarten dürft, gilt es zunächst, die Steuerung zu erlernen und Sackboy ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.  

Steuerung (leider) aus Teil 1 übernommen


Um die Kompatibilität zum Vorgänger zu wahren, wurde die Steuerung ohne Änderungen übernommen – will heißen: Alle in Little Big Planet erstellten Levels können auch in Little Big Planet 2 geladen und gespielt werden. Dies bedeutet im Kehrschluss allerdings, dass Sackboy sich auch weiterhin nur sehr schwammig durch die Levels lotsen lässt. Das wohl mit einer Vogelscheuche ferner verwandte Männchen setzt also jederzeit auf Knopfdruck zum beherzten Sprung an. Je länger ihr dabei den Knopf gedrückt haltet, umso höher und weiter geht es hinaus. Und genau darin besteht das Problem: Sackboy landet nicht auf der vorgesehenen Stelle, sondern rutscht noch ein Stück über den Boden, ehe er stehenbleibt. So schliddern wir regelmäßig in die heiße Glut im Graben und kokeln sein ganz offensichtlich nicht feuerfestes Hinterteil öfter an, als uns und auch offensichtlich ihm lieb ist: Landet er nämlich im Graben, hüpft er noch einmal hoch und hält sich sein Hinterteil voller Schmerz fest. Ab und zu gelingt es daraufhin tatsächlich, das Schlimmste doch noch zu verhindern – Sackboy steht dann rußverschmiert vor uns und quittiert unseren Rettungsversuch trotzig mit einem breiten Schmollmund. Das ist zwar putzig anzuschauen, doch nach unzähligen missglückten Sprüngen wäre uns eine etwas präzisere Steuerung wahrlich lieber.

Die vordere rechte Schultertaste dient für Aktionen aller Art. So verschiebt ihr mit dem Krafthandschuh schwere Kisten, während ihr euch mit dem Greifhaken über Abgründe schwingt. Oder ihr feuert mit den Waffenhelmen um euch. Den für den nächsten Spielabschnitt benötigten Gegenstand erhaltet ihr an den zahlreichen Rücksetzpunkten, die einen Level in viele kleine Abschnitte gliedern. Erreicht ihr den darauffolgenden Rücksetzpunkt, müsst ihr euren aktuellen Gegenstand wieder abgeben. Daher bedarf es weder mehrerer Aktionstasten noch eines Inventars.

Drückt der Welt euren Stempel auf!

Zusammen mit Larry da Vinci legt ihr dem Negativitron das Handwerk. Noch schaut Larry allerdings skeptisch aus.
Das die ersten drei Levels umfassende Tutorial macht euch mit einem kleinen Menü vertraut, über das ihr Zugang zur Gaderobe sowie dem Stempelkissen erlangt. Wie ihr den Screenshots entnehmen könnt, verzichteten wir darauf, unseren eigenen Sackboy in Schale zu werfen -- wir mögen den Jutesack-Look zu sehr! Das soll euch allerdings nicht davon abhalten, die verrückten Outfits nach Belieben auszuprobieren. Wir hatten eher mit dem Stempelkissen unseren Spaß: Sucht euch zunächst eine Textur aus, um anschließend die Form und die Größe des Stempels zu bestimmen. Hierbei kommt übrigens der rechte Analogstick zum Einsatz, wobei horizontale Bewegungen den Stempel um die eigene Achse rotieren lassen, eine vertikale Bewegung dagegen die Größe des Abdrucks bestimmt. Setzt anschließend noch die Position fest, und schon könnt ihr wortwörtlich dem Level euren Stempel aufdrücken. Genau demselben Prinzip folgt übrigens auch der Fotostempel, nur dass hierbei eure EyeCam, so vorhanden, die Textur liefert. Selbstverständlich nehmen diese Spielereien nur dann Einfluss auf das eigentliche Geschehen, wenn ausdrücklich nach ihnen verlangt wird. So müsst ihr tatsächlich ab und an nach dem passenden Stempel kramen, um weitere Boni einsammeln zu können.

Die übrigen Tasten am Controller dienen dazu, Mimik und Gestik eures Sackboys zu verändern. Diese Funktionen eignen sich am besten dazu, um Sackboy am Ende eines jeden Levels in Pose zu bringen: Lasst ihn beispielsweise ausgelassen tanzen, wenn ihr einen neuen Highscore erreicht habt. Oder ihn zusammensacken, wenn ihr den Highscore knapp verfehlt habt. Frohnaturen, die auch sonst gerne alberne Grimassen schneiden, werden hier ihre wahre Freude haben. Alle anderen kommen auch ohne die gespielten Emotionen ans Ziel – sie werden im Gegensatz zum Stempelkissen nicht ein einziges Mal vorausgesetzt, um im Spiel fortschreiten zu können. 




Die Gadgets eines Sackboys
An sich ist Sackboy wehrlos. Deshalb kommen ihm einige nützliche Ausrüstungsgegenstände gerade recht:  1 Die Krafthandschuhe lassen Sackboy schwere Kisten und Bomben heben, um sie anschließend in hohem Bogen wegzuschleudern. 2 Oder ihr findet einen jener Helmtypen, die Feuer, Wasser oder explosive Törtchen verschießen. 3 Mit dem Greifhaken überquert ihr auch große Schluchten. 4 Im Laufe des Spiels nehmt ihr auf einem Cyborg-Hasen Platz, der mit seiner Stampfattacke den Boden zum Wackeln bringt. 5 Das mehrhöckrige Kamel schießt Plasmasalven aus seinem Maul. 6 Auf dem Rücken einer Biene nehmen wir schließlich Sackbots ins Gepäck und fliegen sie ins Ziel.


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