Test: Niedlich, magisch, gut?

Lego Harry Potter Test

Raumpiloten, Abenteurer, Superhelden hat es schon als Lego-Videospiel gegeben, nun hat Traveller’s Tales auch dem erfolgreichsten Magier überhaupt eine Software-Bausteinchenform geschenkt. Mitten in der Wartezeit auf den letzten Harry-Potter-Film erkunden wir, ob die Lego-Version eine üble Ausschlachtung oder Bereicherung darstellt.
Jörg Langer 9. Juli 2010 - 21:34 — vor 10 Jahren aktualisiert
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von Florian Pfeffer

Es war einmal: Nachts vor Buchgeschäften kampierende Jugendgruppen, bewaffnet mit Zauberstäben, gehüllt in Unsichtbarkeitsumhänge und begleitet von nicht minder euphorischen Erziehungsberechtigten, die ihren Schützlingen Blitze auf die Stirne schminkten -- so äußerte sich im Oktober 2007, als der letzte der sieben Potter-Bände in Deutschland erschien, das kollektive Harry-Hochgefühl. Unterdessen ist es zwar ein wenig stiller um den Teenie-Zauberer und seine Schulkameraden geworden, doch die Fans fiebern nach wie vor dem ersten Teil des siebten Films entgegen, der Ende des Jahres in die Kinos kommen soll. In der Zwischenzeit könnt ihr den Controller selbst in die Hand nehmen und die Abenteuer seiner ersten vier Schuljahre in der gewohnt charmanten Klötzchengrafik nachspielen. Und das auf zahlreichen Systemen, denn Lego Harry Potter - Die Jahre 1 - 4 ist für PC, Xbox 360, PS3, Wii, PSP sowie DS verfügbar. Wir testeten die PC-Version, die fast identisch ist zu den Varianten auf PS3 und Xbox 360.
 
Stapeln macht Spaß

Das Entwicklungsstudio Traveller’s Tales ist für detailverliebte Lego-Umsetzungen bekannt. Die von Luke Skywalker, Indiana Jones und Batman verwöhnten Fans der bunten Bausteine kommen auch bei Lego Harry Potter voll auf ihre Kosten. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, einzusammeln oder zu verzaubern. Wie von den anderen Lego-Videospielen gewohnt, ist die Geschichte in Episoden aufgeteilt, die etwa zwischen 15 und 45 Minuten in Anspruch nehmen, je nachdem, wie genau ihr den jeweiligen Level unter die Lupe nehmen wollt. Pro Schuljahr stehen sechs Episoden zur Verfügung, in denen ihr Harrys bekannteste Abenteuer und Erlebnisse nachspielt. Unter anderem müsst ihr Magierduelle und Quidditch-Matches gewinnen, gegen Trolle kämpfen, Zaubertränke brauen und selbstverständlich auch am trimagischen Turnier teilnehmen.

Hogwarts in der Parallelwelt Lego -- trotz des typischen Bauklötzchenlooks werden sich Fans sofort zuhause fühlen.

Zu zweit durch Hogwarts

Bevor es nach Hogwarts geht, erkunden zu Beginn des Spiels Harry und Hagrid gemeinsam die Londoner Winkelgasse, wo unter anderem der Tropfende Kessel, die Stammkneipe der Zauberer und Hexen, zu finden ist. Dort wählt ihr bestandene Episoden zum freien Spiel an, oder setzt die Hauptgeschichte fort. In der Winkelgasse finden sich zahlreiche aus den Romanen bekannte Läden wie Gringotts, Eeylops Eulenkaufhaus oder "Madam Malkins Gewänder für alle Gelegenheiten", wo Outfits gewechselt oder im Austausch für die eingesammelten Lego-Steinchen neue Fähigkeiten oder Charaktere freigeschaltet werden können. Die Steinchen existieren je nach Wertigkeit in vier Farben und sind haufenweise überall im Spiel verstreut, können aber nur vom Hauptcharakter oder einem weiteren Mitspieler, nicht aber von computergesteuerten Charakteren eingesammelt werden.  

Im Einzelspielermodus übernimmt die KI die Rolle des zweiten Spielers, und das gar nicht mal schlecht: Zuverlässig hilft sie beim Lösen von kooperativen Aufgaben oder hebt den Spieler per Wingardium-Leviosa-Zauber in luftige Höhen, um dort wertvolle Steinchen einzusammeln. Will ein Mitspieler aus Fleisch und Blut dazustoßen, genügt ein Tastendruck, um sich jederzeit in die laufende Partie einzuklinken.

Zu zweit macht das Spiel am meisten Spaß, da es viele Aufgaben enthält, die durch Zusammenarbeit gelöst werden müssen. Im Zweispielermodus benutzt Lego Harry Potter eine kleine, aber feine Neuerung, die bereits Lego Indiana Jones 2 einführte: Ein Splitscreen-Modus wird automatisch zugeschaltet, wenn sich die Figuren voneinander entfernen, wobei die Trennung nicht stark waagerecht oder senkrecht verläuft. Vielmehr verläuft die Trennlinie immer so, dass die relativen Positionen beider Spieler zueinander erkennbar sind. Bewegt ihr euch also linksunten im Level und euer Mitspieler rechtsoben, so ist der Bildschirm wie im im Screenshot unten diagonal geteilt. Das tut der Orientierung sehr gut, und erhöht gleichzeitig die Freiheit beim Levelerkunden. Denn früher zoomte bei größer werdender Entfernung zwischen den Akteuren die Kamera immer weiter raus, bis irgendwann Schluss war, und sich die Figuren nicht mehr weiter voneinander weg bewegen durften.

Der Splitscreen wird seit Lego Indiana Jones 2 zugeschaltet, wenn sich die Spielfiguren zu weit voneinander entfernen.
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3D-Actionadventure
7
TT Games
24.06.2010 (PC, Wii) • 29.06.2010 (Playstation 3, Xbox 360, DS, PSP) • 17.11.2010 (iOS) • 21.01.2011 (MacOS) • 20.09.2016 (Android) • 21.10.2016 (Playstation 4 (Lego Harry Potter Collection)) • 30.10.2018 (Switch, Xbox One (Lego Harry Potter Collection))
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