Wiedersehen in Mittelerde

Lego Der Hobbit Test

Solange bekannte Marken und Filme existieren, werden wohl auch die Lego-Spiele von TT Games nicht aufhören, uns auf allen möglichen Plattformen zum Hüpfen, Basteln und Koop-Knobeln zu verleiten. Ob die Serie zur reinen Lizenzausbeutung verkommt oder sich noch mal zu neuen Höhen aufschwingen kann, verraten wir euch im Test.
Florian Pfeffer 11. April 2014 - 17:20 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Der April ist in diesem Jahr ein guter Monat für die Fans der Bauklötzchen-Spiele. Nahezu zeitgleich erscheinen zwei Vertreter der beliebten Reihe von TT Games: Lego Der Hobbit und The Lego Movie Videogame, letzteres passend zum gleichnamigen Film, der am gestrigen Donnerstag in den deutschen Kinos gestartet ist. In den USA erschien The Movie Videogame hingegen schon am 7. Februar, passend zur dortigen Filmveröffentlichung.

Wir beschäftigen uns hier nur mit Lego Der Hobbit, doch für beide Spiele gilt: Sie stehen voll und ganz in der Tradition der Serie, das heißt, ihr dürft immer noch hüpfen, kleinere Rätsel lösen und alles kurz und klein kloppen – dazu kommen wieder einige evolutionäre Ideen seit dem letztjährigen Teil, Lego Marvel Super Heroes (GG-Test 7.5), der im November herauskam. Mit Lego Marvel hat TT Games zuletzt einen Kurs eingeschlagen, der einen leichten Abwärtstrend in der Serie markierte: Zu banal war die Story, zu langweilig klangen die Sprecher und zu unübersichtlich gab sich die Karte, als dass das Superheldenspiel uns restlos begeistert hätte. Auf dem Thron sitzt aus unserer Sicht – zu Testbeginn – nach wie vor Lego Der Herr der Ringe. Andererseits waren bisher auch immer die Titel ohne konkreten Bezug zu Filmen schwächer als die Kino-Umsetzungen, bei denen sich TT Games nicht nur auf eine ausfeilte Story, sondern eben auch auf vorhandene Soundtracks und professionelle Sprecher stützen konnte.

Unter Trollen, Orks und Drachen
Die Trolle Bill, Tom und Bert haben Bilbo in die Fänge bekommen, sind aber unschlüssig, ob er essbar ist.
An der Spielmechanik hat sich seit unserer Preview nichts Grundlegendes mehr verändert, einzig mehr Inhalte dürften seitdem noch in das Spiel eingeflossen sein. Bestätigt hat sich inzwischen die Hoffnung, dass nicht nur in der englischen Fassung des Spiels die Originalsprecher aus den Hobbit-Filmen von Peter Jackson zu hören sind, sondern auch in der deutschen Version. Dies ist ganz einfach dadurch zu erklären, dass die Originaltracks aus den Filmen – natürlich geschnitten und passend wieder zusammengesetzt – direkt im Spiel verwendet werden.

Auch die für die Ladebildschirme und gezeichneten Zwischensequenzen separat aufgenommene Stimme von Saruman ist dieselbe. Lego der Hobbit basiert auf den beiden Filmen Eine unerwartete Reise und Smaugs Einöde, die in den letzten beiden Jahren pünktlich zu Weihnachten in die Kinos kamen. Ob der kommende dritte Film auch zu einem Klötzchenspiel versoftet wird, wollte der Hersteller nicht direkt verraten. Hat man das Spiel jedoch zu hundert Prozent durchgespielt, poppt ein Achievement auf, das den verräterischen Namen „Fortsetzung folgt“ trägt…

16 gut ausgewählte SzenenFür die 16 Levels, die im Spiel enthalten sind (dazu kommen noch diverse Miniaufgaben auf der großen Landkarte und, wie üblich, ein Bonuslevel) haben sich die Entwickler die spannendsten und actionreichsten, aber auch lustigsten Szenen aus beiden Streifen herausgepickt. Natürlich ist die Flussfahrt in den Fässern mit von der Partie, genauso wie die Trolle, von denen ihr die gestohlenen Ponys wiederbeschaffen müsst, und ebenso selbstverständlich die Konfrontationen mit mächtigen Gegnern wie dem Nekromanten in Dol Guldur oder dem Goblinkönig. Noch bevor das Spiel mit der Ankunft der Zwerge im Auenland richtig beginnt, müsst ihr den ersten Level 60 Jahre in der Vergangenheit bestreiten. Ihr werdet dabei Zeugen des Funds des Arkensteins und der Bese
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tzung des Zwergenkönigreichs Erebor durch den Drachen Smaug. Dies alles natürlich wie immer in schick animierten Lego-Zwischensequenzen und nicht ohne den einen oder anderen verschmitzten Seitenhieb auf die Filmhandlung.

Die Levels haben eine unterschiedliche Länge – durchschnittlich werdet ihr etwa 20 Minuten pro Abschnitt beschäftigt sein, je nachdem, wie viele der Bonusgegenstände ihr einsammeln wollt und ob ihr das Ganze im freien Spiel angeht, bei dem ihr jederzeit zu einem anderen der bereits freigeschalteten Charaktere (es gibt derer etwa 80) wechseln dürft. Kürzere Abschnitte werden teilweise durch kleine Minispiele gestreckt, die eure Reaktionen dahingehend testen, wie schnell ihr auf die angezeigten Buttons drückt. Das erste Beispiel dafür ist die Ankunft der Zwerge in Bilbos Höhle, bei der ihr dann Teller im Takt zur Musik durch die Gegend werfen müsst. Eigentlich sind solche Quick-Time-Events nicht unbedingt unser Lieblingsspielelement, doch hier können wir uns ganz gut damit abfinden, zumal ihr nicht viel mehr dabei zu verlieren habt als ein paar Bonus-Studs. Außerdem gibt es dabei meistens einige sehr lustige Animationen anzusehen.
Mit dem soeben selbst zusammengebauten Schlüssel könnt ihr in Teamarbeit den Leveleingang aufschließen.

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