All I can see is just another mana tree

Legend of Mana Test

Michael Hengst 28. Juni 2021 - 15:13 — vor 17 Wochen aktualisiert
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Am Ende einer Quest steht in der Regel ein besonders dicker Obergegner, den es zu besiegen gilt.
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Wo geht es lang?

Es gibt noch eine weitere Auswirkung durch das Auffüllen der Landkarte und die erwartet euch bei eurem Haus. Redet ihr mit den richtigen NPCs und absolviert die richtigen Quests zu rechten Zeit, werden daheim weitere Funktionen freigeschaltet: Zum Beispiel eine Monsterfarm, um besagte Monsterhelfer zu erlangen. Dafür müsst ihr in Gebieten besondere Exemplare fangen und aufziehen. Später erhaltet ihr sogar die ebenfalls durch eine Quest freigeschaltete Option, besonders starke Golems als Begleiter zu erschaffen. Die heimischen Gefilde bieten zudem einen kleinen Garten, der Zutaten und Monsternahrung produziert, eine Bibliothek mit Hinweisen zur Welt und zum Spiel, sowie eine Schmiede, mit der ihr Waffen und Rüstungen schmieden könnt. Je nachdem, welche unterwegs gefundenen Zutaten ihr verwendet, erhalten die Waffen besondere Eigenschaften oder die Rüstungen liefern beispielsweise Schutz vor gewissen Element-Angriffen.

In aller Kürze: Legend of Mana hat eine Menge verborgener Qualitäten. Leider sind diese oft nur sehr schwer auffindbar. Eines der größten Probleme des Spieles ist der Mangel an Spielerführung. Die Loslösung von einem starren Story-Korsett mag interessant klingen, in der Realität wird sie für das JRPG zum Fallstrick: Oft wandert der Held von Gebiet zu Gebiet, ständig auf der Suche nach einer neuen Quest oder einem Stück vom roten Faden eines Auftrags, damit es wieder voran geht. Die Missionen variieren zudem sehr in Qualität und Quantität – einige Quests sind in einer Handvoll Schritten erledigt, andere wiederum ziehen sich über mehrere Artefakte. Da muss man sich drauf einlassen oder einen Blick in eine Komplettlösung wagen.
Home sweet home: Der Start-Artefakt enthält das eigene Haus, die Schmiede, einen Garten, die Monsterfarm sowie eine Bibliothek mit Tipps & Tricks und Informationen über die Welt.
 

Zaghafte Überarbeitung

So viele interessante Details und Feinheiten Legend of Mana auch unter der Haube hat, so zaghaft hat Square Enix die Verbesserungen vorgenommen. Immerhin wurde  das Seitenverhältnis auf moderne Formate gebracht, die Menüführung leicht verbessert. Vor allem wurden die zahlreichen gezeichneten 2D-Hintergründe aufgehübscht und erscheinen jetzt gestochen scharf. Nur sind Figuren, Monster und Gegenstände dagegen so pixelig wie eh und je. Hier hätte eine optische Generalüberholung Wunder gewirkt. So wirkt die Optik nicht konsistent, sondern teilweise wie aus Frankensteins Labor. Auch in Sachen Spielerführung hätte ich mir persönlich mehr Komfort gewünscht. Eine Anzeige, wo sich die nächsten aktiven Nebenquests befinden, hätte dem Spielfluss sehr gut getan.

Autor: Michael Hengst, Redaktion: Hagen Gehritz (GamersGlobal)

 

Meinung: Michael Hengst

Ohne Zweifel ist Legend of Mana ein Spiel, das polarisiert. Vor allem JRPG-Traditionalisten werden mit den Ecken und Kanten des Titels ihre Probleme haben. Die quasi nicht existente Spielerführung, die nur lose Verkettung von episodischen Nebenquests, das actionreiche Kampfsystem und der offene Szenario-Bastelbogen entsprechen so gar nicht dem klassischen Muster eines Rollenspieles, wie wir es kennen und lieben. Legend of Mana ist so schmerzvoll anders, dass es schon wieder interessant ist.

Es braucht zudem eine ganze Weile, bis ihr die vielen kleinen Details und Finessen von Legend of Mana kennen und schätzen lernt. Für manche Spieler dürfte das zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber alleine die Crafting- und Monsterzucht-Systeme sind großartig. Leider kann es passieren, dass bei einem Durchgang die Schmiede kalt bleibt, weil ich irgendwo die passende Nebenquest verpasst habe und Schmied Watts dadurch nicht im heimischen Artefakt auftaucht. Zudem treibt das rigide Trigger-System mich in den Wahnsinn: So tauchen bestimmte Endgegner wirklich nur dann auf, wenn ich brav mit den richtigen NPCs im richtigen Moment gesprochen habe. Das sorgt an manchen Stellen für Frust. Beispielsweise bei der Mission "Huntin’ Du’Cate", wo ich bei einem NPC eine Frage falsch beantwortet hatte und der entscheidende Gegner erst nach einer Runde Backtracking doch noch auftauchte.

Dafür belohnt das Programm Spieler, die sich mehr als einmal in der Welt von Fa‘Diel verlieren wollen: Wiederspielwert ist King. Kurzum: Legend of Mana lässt keinen kalt – man liebt oder hasst es. Es gibt kein Zwischending. Schwarz oder weiß. Ich für meinen Teil mag das Spiel sehr. Allerdings hätte ich mir von Square Enix ein bisschen mehr "Remastered" gewünscht. Die HD-Hintergründe sind wunderschön, die Auto-Save-Funktion ist nützlich, die kosmetischen Änderungen am Menü lobenswert. Auch hilfreich ist die Option, Gegner-Begegnungen auszuschalten, wenn man zum 37. Mal durch den gleichen Dungeon läuft. Aber warum wurden die zahlreichen Sprites von Figuren, Gegenständen und Optionen nicht auf modernen Standard gebracht? Warum sind die Ringmenüs immer noch hässlich wie die Nacht, vor allem wenn die Optionen nun obendrein ultra-pixelig vor dem HD-Hintergrund zu sehen sind? Selbst die Artefakte sehen eins zu eins so aus, wie aus dem Original von 1999! Für mich wirkt das nur wie ein Light-Remaster – schade.
LEGEND OF MANA PS4
Einstieg/Bedienung
  • Simples Kampfsystem
  • Einfache Menüführung
  • Mangelnde Komfortfunktionen
  • Nur mäßige Verbesserungen
  • So gut wie keine echte Spieleführung
Spieltiefe/Balance
  • Extrem umfangreiche Spielwelt
  • Hoher Wiederspielwert
  • Non-Lineares Gameplay
  • Vielfältige Crafting-Optionen und Monsterbaukasten
  • Tolle Zusatzmechaniken wie Skills & Zauber
  • Keine konsistente Geschichte
  • Sehr repetitiv
  • Das Spiel besteht praktisch nur aus Nebenquests
  • Sehr oft muss der Spieler die nächste Quest suchen
Grafik/Technik
  • Überarbeitete Menüs und bessere Lesbarkeit
  • Ansehnlich überarbeitete 2D-Hintergründe
  • HD-Hintergründe in Kombination mit Pixelsprites ergeben sehr inkonsistenten Stil
  • Einige Menüs ebenfalls nicht verbessert
  • Unübersichtliche Artefakt-Karte
Sound/Sprache
  • Gute Musik
 
Multiplayer
  • Optionaler 2-Spielermodus
 
7.0
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
Keine Besonderheiten
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
    
 
Michael Hengst 28. Juni 2021 - 15:13 — vor 17 Wochen aktualisiert
Hagen Gehritz Redakteur - P - 77621 - 28. Juni 2021 - 15:12 #

Habt viel Spaß beim Lesen!

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 27768 - 28. Juni 2021 - 16:15 #

Ich glaube, ich verpasse nicht viel, wenn ich beim "Original" der Triologie auf Switch-Cartridge bleibe.

Gorkon 19 Megatalent - P - 14127 - 28. Juni 2021 - 22:17 #

Das sehe ich auch so. Schade. Verpasste Chance.

StefanH 21 Motivator - - 26028 - 28. Juni 2021 - 16:47 #

Danke für den Test! Das habe ich mir dann mal für die Switch als Download gekauft und schaue es mir genauer an. Das klingt für mich eigentlich sehr interessant.

Maestro84 19 Megatalent - - 14654 - 28. Juni 2021 - 17:49 #

Ich hab heute mal die Demo von Blossom Tales auf der Switch angespielt und überlege noch, dieses absolut Zelda mäßige Spiel zu kaufen.

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 28. Juni 2021 - 18:23 #

Blossom Tales macht echt Spaß. Ist leider nur sehr kurz :-D. Kurzes WE :-D.

Maestro84 19 Megatalent - - 14654 - 29. Juni 2021 - 6:07 #

Was bedeutet "kurz" bei dir?

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 29. Juni 2021 - 7:03 #

10+h

Maestro84 19 Megatalent - - 14654 - 29. Juni 2021 - 7:08 #

Das ist ja echt sehr entspannend. Ich dachte bei dir, dass "kurz" nur so 200 Stunden bedeutet. ;)

SiriusAntares 14 Komm-Experte - P - 2507 - 28. Juni 2021 - 19:20 #

Was mich interessieren würde: kann es auch passieren, dass man das Spiel gar nicht beenden kann, weil man z. Bsp. ein Artefakt falsch platziert hat oder etwas anderes "falsch" gemacht hat? Das wäre für mich ein KO-Kriterium.

Tasmanius 20 Gold-Gamer - - 26590 - 28. Juni 2021 - 21:12 #

Da fragt man sich: Wie viele "falsche" Erden hat Gott vor dieser erschaffen? Und ist das überhaupt die "richtige"?

Faerwynn 19 Megatalent - P - 15766 - 28. Juni 2021 - 22:47 #

Dieser Branch war ganz offensichtlich nie für den Produktiveinsatz gedacht.

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 29. Juni 2021 - 7:04 #

Nein. Du kannst das Spiel "immer" beenden. Aber es gibt 60+ NQ -- kann sein das du bei weitem nicht alle siehst.

SiriusAntares 14 Komm-Experte - P - 2507 - 29. Juni 2021 - 17:59 #

Danke für die Info (und für den Test).
Dann pack ich das Spiel mal auf meine Wunschliste.

Faerwynn 19 Megatalent - P - 15766 - 28. Juni 2021 - 22:56 #

Klingt nach einem klassischen Mana, I'm in!

Und schön wieder mal einen RPG-Test von Michael zu lesen. :)

RyuDrake 13 Koop-Gamer - 1296 - 29. Juni 2021 - 8:01 #

Hab mir das Spiel ja vorbestellt gehabt. Eine Option auch die Charaktere in hübscherer Grafik anzeigen zu lassen, hätte ich mir sehr gewünscht.

Bei der Melodie haben sie die Option auch eingefügt.
Vlt bringen die das ja noch nachträglich :/

Hyperlord 18 Doppel-Voter - P - 10451 - 29. Juni 2021 - 10:39 #

Vielen Dank für den hilfreichen Test!

10vorne 14 Komm-Experte - P - 1984 - 29. Juni 2021 - 21:36 #

Michael, ich habe sie gefunden, Deine Anspielung auf "Lemon Tree" von Fools Garden im Titel. Was habe ich gewonnen? :)

Hagen Gehritz Redakteur - P - 77621 - 30. Juni 2021 - 9:21 #

Den mit der Entdeckung einhergehenden Ohrwurm. ;-D

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 30. Juni 2021 - 11:46 #

Hehehe...der Satz war nicht von mir, sondern von Hagen. Ehre wem Ehre gebührt.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 30. Juni 2021 - 11:10 #

Kann in diesem Zusammenhang auch auf Michaels Klassikertest in der aktuellen Retro Gamer verweisen, mit einem ebenfalls launig geschriebenen Text.

Goremageddon 15 Kenner - 3705 - 30. Juni 2021 - 16:52 #

Da halte ich mich, heute wie damals, lieber von fern. Ist irgendwie absolut nicht mein Genre. Zuviel repetitives Gegrinde und Leerlauf auf der Suche nach Triggern um weiterspielen zu dürfen.