Legend of Mana

Legend of Mana Test

All I can see is just another mana tree

Michael Hengst / 28. Juni 2021 - 15:13 — vor 18 Wochen aktualisiert

Teaser

Die Welt ist zerbrochen und ihre Teile sind in magischen Relikten versiegelt. Im Remaster des unorthodoxen JRPGs bekämpft ihr nicht nur Monster, sondern habt auch den Wiederaufbau in der Hand.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Das Märchenland Fa’Diel ist in Not, seit vor hunderten von Jahren ein Krieg zwischen Elfen und Menschen tobte, bei dem der Mana-Baum, die Quelle allen Lebens und der Zauberenergie, fast vollständig niederbrannte und zahlreiche Länder der Welt in sogenannten Artefakten konserviert wurden. Fast ein Jahrtausend später soll der Spieler die Welt herrichten, indem er die magischen Gegenstände wieder auf der Weltkarte Fa’Diels platziert und damit dem Mana-Baum zu alter Größe verhilft.

Die Hintergrundgeschichte des 1999 erschienenen Legend of Mana ist also – freundlich gesagt – überschaubar. Aber ein JRPG muss nicht tiefschürfende Geschichten erzählen, um Klassiker-Status zu genießen. So sticht der ursprünglich für Playstation erschienene Titel bis heute mit seiner ungewöhnlichen, nicht-linearen Struktur heraus, bei der ihr nicht einer fest vorgegebenen Perlenschnur an Events durch eine übergreifende Story folgt. Da der Spieler die Welt mit den Artefakten relativ frei neu aufbaut, erlebt die Heldin oder der Held kleine Abenteuer-Happen je nach Durchgang in ganz unterschiedlicher Reihenfolge.

Jetzt hat Square Enix den  vierten Teils der Mana-Reihe (im Original Seiken Densetsu) als HD-Remaster mit einigen Verbesserungen und Verschönerungen für moderne Plattformen veröffentlicht.
Neue Dungeons und Spielgebiete werden mit sogenannten Artefakten freigeschaltet, die ihr als Quest-Belohnungen bekommt.
 

Erschaffer der Welt

Am Grundkonzept hat sich nichts geändert: Zu Beginn sucht ihr euch ein Areal auf Fa’Diel aus, das als "Spielwiese" dient, und entscheidet euch für einen männlichen oder weiblichen Charakter sowie für einen Waffentyp – wie beispielsweise Schwert, Axt, Bogen, Zweihänder, Klauen oder eine Art Morgenstern. Auf dem ausgesuchten Areal wird dann das erste Artefakt platziert, woraufhin euer eigenes Haus erscheint. Durch das Absolvieren von Quests erhaltet ihr weitere der Relikte, 
mit denen ihr neue Gebiete, Shops, Dungeons, Missionen und Charaktere freischaltet. Ihr baut euch somit ein eigenes kleines Land.

Die Reihenfolge, in der ihr die Artefakte erhaltet, hängt davon ab, in welcher Chronologie die Missionen gespielt werden. Doch nicht immer sind alle Quests verfügbar. Einige NPCs oder Gegnertypen tauchen vielleicht in einem Anlauf gar nicht auf, spezielle Funktionen werden früh, spät oder eben gar nicht freigeschaltet und so weiter. Um alles zu sehen, müsst ihr schon mehrfach spielen. Dadurch  gleicht keine Welt genau der anderen.
In den verschiedenen Arealen und Gebieten findet ihr zahlreiche NPCs, die euch wichtige Hinweise geben (auch wenn in diesem Fall Englisch als Sprache gewählt wurde: es gibt ebenfalls deutsche Bildschirmtexte).
 

Bloß keinen Mist bauen

Schon die Reihenfolge und die Platzierung der Artefakte will gelernt sein. So gibt es ein besonders Artefakt, welches unbedingt ein Wasserfeld benötigt – das gilt es bei der Auswahl des Startpunktes zu berücksichtigen. Weiterhin hat die Welt einen beachtlichen Einfluss auf den Schwierigkeitsgrad: Generell gilt, je weiter weg ein Land von der heimischen Scholle liegt, desto knackiger werden die Gegner. 
Jedes dieser Artefakte enthält praktisch eine kleine Miniwelt, die ihr betreten könnt, sobald ihr sie der Weltkarte hinzugefügt habt. Einige dieser Orte bestehen nur aus einer Stadt mit zahlreichen neuen Charakteren und Shops, um die eigene Ausrüstung zu verbessern. Andere Gegenden wiederum sind voller Monster. Dort stoßt ihr auch auf Dungeons mit Rätseln und Obermotzen.

Insgesamt gibt es etwas mehr als zwei Dutzend solcher völlig unterschiedlicher Welt-Bausteine und über 60 Quests, die es zu erfüllen gilt. Zahlreiche Missionen sind jedoch nach einem recht einfachen Muster gestrickt:  Folge einem Dungeon bis zum Ende und erledige den Obergegner. Daneben gibt es Quests mit zahlreichen kleinen mechanischen Rätseln,  dialoglastigere Missionen, oder auch Aufträge, die dazu dienen, ein Mysterium zu lösen. Zudem gibt es drei „Hauptmissionen“ im Spiel. Die offenbaren sich aber erst nach und nach und sind ebenfalls davon abhängig, wie ihr das Weltenpuzzle zusammensetzt.
Statt Rundenkampf gibt es actionreiche Auseinandersetzungen mit Monstern. 
 

Action-Kämpfe

Damit nicht genug der Besonderheiten: Legend of Mana bietet kein klassisches JRPG-Rundenkampfsystem, stattdessen geht es hier deutlich action-lastiger zu. Mit der ausgewählten Waffe drescht ihr auf die platzierten Gegner ein. Eine Hitpoint-Anzeige zeigt, wie viel Schaden ihr angerichtet habt. Der eigene Lebensbalken füllt sich im Kampf nach und nach wieder auf, wenn ihr nicht agiert, und nach jedem Kampf wird eure Lebenskraft wieder auf 100 Prozent gesetzt. 

Neben den Standard-Angriffen gibt es individuell erlernbare Spezialmanöver und magische Attacken, die ihr selbst auf die Gamepad-Knöpfe legen könnt. Der Clou: Die Spezialangriffe variieren je nach ausgerüstetem Waffentyp und ihr könnt später die eigene Waffe frei im Spiel wählen. Wer also zu Beginn ein Schwert führte, kann später auch auf einen Bogen oder eine Axt umsteigen. Zusätzlich sorgen Charakter-Links im Kampf für Boni. Denn in vielen Missionen seid ihr nicht alleine unterwegs, sondern habt einen Quest-Geber dabei. Später werden eigenhändig gefangene Monster zu euren ständigen Begleitern. Zudem gibt es einen optionalen Zweispieler-Modus, in dem der zweite Spieler einen weiteren Charakter übernimmt.
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Legend of Mana ist ein Rollenspiel – mit Charakterwerten, Erfahrungspunkten, HP und Charakterstufen.
Hagen Gehritz Redakteur - P - 78352 - 28. Juni 2021 - 15:12 #

Habt viel Spaß beim Lesen!

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 27792 - 28. Juni 2021 - 16:15 #

Ich glaube, ich verpasse nicht viel, wenn ich beim "Original" der Triologie auf Switch-Cartridge bleibe.

Gorkon 19 Megatalent - P - 14131 - 28. Juni 2021 - 22:17 #

Das sehe ich auch so. Schade. Verpasste Chance.

StefanH 21 Motivator - - 26036 - 28. Juni 2021 - 16:47 #

Danke für den Test! Das habe ich mir dann mal für die Switch als Download gekauft und schaue es mir genauer an. Das klingt für mich eigentlich sehr interessant.

Maestro84 19 Megatalent - - 14674 - 28. Juni 2021 - 17:49 #

Ich hab heute mal die Demo von Blossom Tales auf der Switch angespielt und überlege noch, dieses absolut Zelda mäßige Spiel zu kaufen.

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 28. Juni 2021 - 18:23 #

Blossom Tales macht echt Spaß. Ist leider nur sehr kurz :-D. Kurzes WE :-D.

Maestro84 19 Megatalent - - 14674 - 29. Juni 2021 - 6:07 #

Was bedeutet "kurz" bei dir?

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 29. Juni 2021 - 7:03 #

10+h

Maestro84 19 Megatalent - - 14674 - 29. Juni 2021 - 7:08 #

Das ist ja echt sehr entspannend. Ich dachte bei dir, dass "kurz" nur so 200 Stunden bedeutet. ;)

SiriusAntares 14 Komm-Experte - P - 2507 - 28. Juni 2021 - 19:20 #

Was mich interessieren würde: kann es auch passieren, dass man das Spiel gar nicht beenden kann, weil man z. Bsp. ein Artefakt falsch platziert hat oder etwas anderes "falsch" gemacht hat? Das wäre für mich ein KO-Kriterium.

Tasmanius 20 Gold-Gamer - - 26610 - 28. Juni 2021 - 21:12 #

Da fragt man sich: Wie viele "falsche" Erden hat Gott vor dieser erschaffen? Und ist das überhaupt die "richtige"?

Faerwynn 19 Megatalent - P - 15770 - 28. Juni 2021 - 22:47 #

Dieser Branch war ganz offensichtlich nie für den Produktiveinsatz gedacht.

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 29. Juni 2021 - 7:04 #

Nein. Du kannst das Spiel "immer" beenden. Aber es gibt 60+ NQ -- kann sein das du bei weitem nicht alle siehst.

SiriusAntares 14 Komm-Experte - P - 2507 - 29. Juni 2021 - 17:59 #

Danke für die Info (und für den Test).
Dann pack ich das Spiel mal auf meine Wunschliste.

Faerwynn 19 Megatalent - P - 15770 - 28. Juni 2021 - 22:56 #

Klingt nach einem klassischen Mana, I'm in!

Und schön wieder mal einen RPG-Test von Michael zu lesen. :)

RyuDrake 13 Koop-Gamer - 1296 - 29. Juni 2021 - 8:01 #

Hab mir das Spiel ja vorbestellt gehabt. Eine Option auch die Charaktere in hübscherer Grafik anzeigen zu lassen, hätte ich mir sehr gewünscht.

Bei der Melodie haben sie die Option auch eingefügt.
Vlt bringen die das ja noch nachträglich :/

Hyperlord 18 Doppel-Voter - P - 10452 - 29. Juni 2021 - 10:39 #

Vielen Dank für den hilfreichen Test!

10vorne 14 Komm-Experte - P - 1984 - 29. Juni 2021 - 21:36 #

Michael, ich habe sie gefunden, Deine Anspielung auf "Lemon Tree" von Fools Garden im Titel. Was habe ich gewonnen? :)

Hagen Gehritz Redakteur - P - 78352 - 30. Juni 2021 - 9:21 #

Den mit der Entdeckung einhergehenden Ohrwurm. ;-D

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 30. Juni 2021 - 11:46 #

Hehehe...der Satz war nicht von mir, sondern von Hagen. Ehre wem Ehre gebührt.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 30. Juni 2021 - 11:10 #

Kann in diesem Zusammenhang auch auf Michaels Klassikertest in der aktuellen Retro Gamer verweisen, mit einem ebenfalls launig geschriebenen Text.

Goremageddon 15 Kenner - 3706 - 30. Juni 2021 - 16:52 #

Da halte ich mich, heute wie damals, lieber von fern. Ist irgendwie absolut nicht mein Genre. Zuviel repetitives Gegrinde und Leerlauf auf der Suche nach Triggern um weiterspielen zu dürfen.