Legend of Keepers - Career of a Dungeon Master

Legend of Keepers - Career of a Dungeon Master Test+

Keine Gnade den Helden!

Dennis Hilla / 29. April 2021 - 15:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Steckbrief
AndroidLinuxMacOSPCSwitch
Roguelike
Goblinz Studio
Goblinz Studio
19.03.2020
Link

Teaser

In der Mischung aus Dungeon Keeper und Darkest Dungeon müsst ihr euer böses Verlies gegen Helden verteidigen. Wir haben die finale PC-Version und den Switch-Port auf die Streckbank gepackt.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Seit März 2020 befindet sich Legend of Keepers - Career of a Dungeon Master im Early Access auf Steam. Dort konnte sich das Taktik-Roguelike vom Goblinz Studio eine große Fangemeinde aufbauen, was sicherlich nicht zuletzt an der ungewöhnlichen Prämisse liegt. Die Entwickler selbst bezeichnen ihr Spiel als eine Mischung aus dem Klassiker Dungeon Keeper und Darkest Dungeon – und treffen damit überraschend gut ins Schwarze. Als böser Kerkermeister müsst ihr die Verliese eures Unternehmens gegen die Angriffe von den Mächten des Guten verteidigen. So witzig dieser Story-Ansatz auch ist, so unerheblich ist er aber für das eigentliche Gameplay. Aus dieser Richtung kommt aber eben die Verwandschaft zu Dungeon Keeper.

Spannender wird es schon, wenn man die Verwandschaft zum Indie-Hit Darkest Dungeon (im Test, Note: 8.0) betrachtet. Die Abwehr erfolgt nämlich in rundenbasierten Kämpfen mit diversen Figuren und Klassen, bei denen ihr eure Stärken, Schwächen und Resistenzen unbedingt im Auge behalten müsst. Ihr müsst also sehr taktisch vorgehen, um die heldenhaften Horden erfolgreich abzuwehren.

Nun ist Legend of Keepers kurz davor den Early Access zu verlassen und gemeinsam mit dem finalen Release wird auch die Switch-Version erscheinen. Für diesen Test habe ich mir sowohl die Portierung für Nintendos Hybrid-Konsole als auch den Rechenknecht angesehen. Noch eine Anmerkung zu den Szenen im Testvideo und den Screenshots: Diese stammen allesamt aus der Switch-Fassung.
Hier haben wir bisher gut angegriffen: Die Gegner haben zahlreiche Beeinträchtigungen, die jede Runde Schaden verursachen.
 

Ihr kommt hier net rein!

Eigentlich ist die Prämisse von Legend of Keepers ganz simpel: Die guten Mächte der Fantasy-Welt stehen vor der Tür eures bösen Unternehmens, für das ihr tätig seid. Ihr sollt dafür sorgen, dass sie nicht hereinkommen und eure Schatzkammer plündern. Also schnappt ihr euch eine gute Handvoll Handlanger, die ihr gegen die ungebetenen Gäste kämpfen lasst. Dazu müsst ihr noch ein paar Fallen aufstellen und wenn alles schiefläuft, dann greift eben der Kerkermeister selbst ein.

Aufgeteilt sind die Abwehrkämpfe in diverse Räume, die euch das Spiel vorschreibt. Ihr müsst in jedem Fall zwei Zimmer mit je drei Monstern füllen, angegriffen werdet ihr stets von drei Helden. Fallen wie Kreissägen und giftspuckende Kröten dürfen ebenfalls nur in dafür vorgesehenen Bereichen platziert werden, an anderer Stelle greift der von euch gewählte Dungeonmeister selbst mit einem Skill oder einer Attacke ein. Dazu gesellen sich Räume, in denen sich die Eindringlinge regenerieren können, diese sollten sie aber lieber nicht erreichen.
Unten im Bild seht ihr die Resistenzen und Schwächen eures Djemur, diese müsst ihr bei der Positionierung berücksichtigen.
 

Die Resistenzen im Blick

Euer wichtigstes Werkzeug im Kampf gegen die Eindringlinge sind aber keine Waffen, Fallen oder Peitschen, sondern die Anzeige von Resistenzen und die Informationen über die feindlichen Attacken. Zum einen seht ihr so, mit welchen Elementarschäden ihr rechnen müsst, zum anderen wisst ihr, ob die Gegner vorne, hinten, in der Mitte oder alle drei Stellplätze attackieren. Es ist also wichtig, eure Dämonen, Monster und Orks so zu platzieren, dass sie nicht unbedingt von Attacken getroffen werden, gegen die sie negative Resistenzen haben.

Im Gegenzug könnt ihr natürlich schauen, wie ihr die Helden möglichst effektiv zurückhaltet. Doch fast noch wichtiger ist, dass ihr die Eindringlinge kontinuierlich mit Beeinträchtigungen wie Bluten, Gift oder Feuer belegt. Diese Effekte lassen sich stapeln und verursachen jede Runde Schaden. Viele scheinbar aussichtslose Situationen konnte ich nur retten, indem ich die Feinde im wahrsten Sinne des Wortes habe ausbluten lassen.
 

Firmenalltag

Doch natürlich wird nicht nur gekämpft in Legend of Keepers. Als gute Firmendrohne müsst ihr euch auch ums Tagesgeschäft kümmern, das geschieht zwischen den Auseinandersetzungen mit den Einbrechern. So schickt ihr eure Truppen auf Dienstreise, investiert beim Trainer Geld, um eure Handlanger aufzuleveln, kauft beim Händler frische Fallen und Monster oder lasst euren Meister selbst trainieren, so dass er mehr Leben hat oder pro verstrichener Woche schneller reagiert.

Ein nettes Element sind die Ereignisse, die euch scheinbar nur mit Vorteilen bedenken. Ihr könnt billiges Fleisch für die Kantine kaufen, reduziert so Kosten und erhaltet einen Geld-Bonus. Wenige Wochen später beißt euch genau das aber in den Hintern, weil eure Truppen aufgrund der mangelhaften Nahrung krank werden und einige Zeit ausfallen.
Jede Woche gibt es etwas zu tun. Meistens dürft ihr euch aus mehreren Möglichkeiten entscheiden.
 

PC hui, Switch pfui

Während die PC-Fassung auch in ihrer finalen Form ohne Probleme läuft, sieht es mit der Umsetzung für die Switch ganz anders aus. Ein großes Problem ist, dass sie zu klein ist. Die Anzeigen sind schlicht nicht für das Tablet-Display der Konsole optimiert und teilweise ohne die Zoom-Funktion überhaupt nicht lesbar. Auf der Switch Lite habt ihr in der aktuellen Fassung sicherlich keine Freude an Legend of Keepers. Schön ist, dass die Entwickler Touch-Steuerung implementiert haben, aber auch diese funktioniert nur bedingt. Manche Elemente brauchen zwei, drei Berührungen, bevor sie erkannt werden, andere könnt ihr via Touch überhaupt nicht anwählen. Warum, das ist mir nicht verständlich.

Wenn ihr hingegen auf dem Fernseher spielt, dann dürftet ihr genug erkennen – solange ihr nahe genug dran sitzt. Allerdings ist auch die Controller-Steuerung den Entwicklern nicht besonders gut gelungen. Oftmals ist nicht klar erkennbar, warum euer Cursor sich so verhält, wie er es tut. Nicht bedienbar wird Legend of Keepers zwar nicht, die Gamepad-Eingabe hätte aber deutlich besser gelöst werden können.

Autor: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Dennis Hilla

Es macht einfach Spaß, ein böser Schlingel zu sein. Wobei Legend of Keepers auch ohne diesen Story-Kniff gut funktionieren würde. Die Kämpfe haben die richtige Prise Taktik, ohne zu anspruchsvoll zu werden. Trotzdem solltet ihr nicht leichtfertig in die Dungeons steigen und immer darauf achten, eine ausgewogene Monster-Auswahl dabei zu haben, um gegen jedes Element gewappnet zu sein. Besonders gegen die starken Champions ist es unabdingbar, ihre Lebenspunkte kontinuierlich durch Bluten oder Feuer zu senken, sonst hauen diese schnell selbst euren Meister kaputt – auch weil sie fiese Mechaniken haben und beispielsweise getötete Helden als Skelette wieder auferstehen lassen. Mit den richtigen Monstern in euren Reihen könnt ihr aber selbiges tun.

Auch abseits der Kämpfe bietet Legend of Keepers einiges zu tun. Ihr müsst Fallen warten, Dörfer plündern und eure Monster aufleveln. Letzteres ist besonders wichtig, um nicht frühzeitig einen Game-Over-Bildschirm zu sehen. Durch gefundene Artefakte erhaltet ihr weitere Boni, die sind aber mit Vorsicht zu genießen. Mehr Schaden ist schön, im Austausch für 50 Prozent der Leben eurer Kreaturen aber nur mäßig gut.

Wenn ihr also eine Management-Rolle auf der dunklen Seite anstrebt, dann ist Legend of Keepers sicherlich eine gute Wahl. Zwar unterscheiden sich die drei Meister nur minimal voneinader und es gibt kleinere Ärgernisse, beispielsweise dürft ihr die Talente eures Oberschurken nur zwischen Missionen wechseln. Diese Nicklichkeiten sind aber zu verkraften, ebenso wie der starke Zufallsfaktor. Das gehört zu einem Roguelike dazu, Genre-Fans dürften also wenig Probleme haben. Zumal die Runden angenehm flott ablaufen, eine komplette Mission ist in etwa einer Stunde erledigt. Nur wenn ihr erwägt, die Switch-Version zu spielen, muss ich euch aktuell warnen: Im Handheld-Modus ist sie nur sehr bedingt zu empfehlen und auch die Controller-Steuerung hat noch ihre Macken.
 
Legend of Keepers PCSwitch
Einstieg/Bedienung
  • Kleines Tutorial, das voll ausreicht
  • Leicht zu lernen, schwer zu meistern
  • Unberechenbare Controller-Steuerung
  • Touch-Eingabe nicht brauchbar
Spieltiefe/Balance
  • Taktische Tiefe durch Resistenzen, Fallen und Positionierung
  • Dank zufallsgenerierter Dungeons spielt sich jeder Durchgang anders
  • Anspruchsvolle Rundenkämpfe
  • Kein Permadeath, dafür Moralsystem
  • Viele Möglichkeiten abseits der Kämpfe
  • Coole Ereignisse wie Krankheit durch billiges Kantinenfleisch
  • Knackige Champions, die nie unfair werden
  • Missionen sind mit etwa einer Stunde nicht zu lang und perfekt für zwischendurch
  • Die drei Kerkermeister sind sich sehr ähnlich
  • Zufallsfaktor kann frustrieren
  • Story rund um böses Unternehmen weitestgehend belanglos
  • Kein richtiges Quest-Design
Grafik/Technik
  • Schick gepixelte Figuren
  • Nette Effekte
  • Stimmiges Charakter- und Level-Design...
  • Auf Switch im Handheld kaum lesbar
  • Bildrate auf Switch nicht stabil
  • ...dem es an Abwechslung fehlt
Sound/Sprache
  • Gute Soundeffekte
  • Passende musikalische Untermalung
  • Kaum Sprachausgabe, wenn nur englisch
  • Kleinere Fehler in Textübersetzung
Multiplayer

Nicht vorhanden
 
8.0
Note für Switch : 6.0
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
Minimum: Win 7, Core i3, 2 GB RAM, GPU mit Open GL 3.3 und/oder DirectX 11, 1,0 GB HDD
Empfohlen: Win 10, Core i5, 4 GB RAM, GPU mit Open GL 3.3 und/oder DirectX 11, 1,0 GB HDD
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
Dennis Hilla 29. April 2021 - 15:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Dennis Hilla Redakteur - P - 162712 - 28. April 2021 - 17:04 #

Viel Spaß beim Lesen und Schauen!

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 72980 - 29. April 2021 - 17:07 #

Saucool, freue mich aufs Anschauen. Hatte mit der Early Access Version schon viel Spaß und freue mich, dass es im Test so gut abgeschnitten hat.

Edit: Sehr schöner Test und wird dem Spiel auch sehr gerecht. Schade um die Switch-Version.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 38739 - 29. April 2021 - 18:06 #

Interessante Testauswahl, sehr schön :)

Ich merke , dass sich das Darkest Dungeon Kampfsystem bei mir ziemlich abgenutzt hat, nachdem ich nun schon ein paar Spiele mit dieser Mechanik gezockt hab. Und eigentlich ist auch das ja nur eine Variante des JRPG/Final Fantasy-Kampfsystems, nur mit linearer Kampfaufstellung. Deswegen werd ich Legend of Keepers auslassen, auch wenn es bestimmt ein guter Vertreter seiner Art ist.

StefanH 22 Motivator - - 31864 - 29. April 2021 - 19:18 #

Danke für das Video und den Test! Vor allem die Hinweise auf die Nachteile der Switch-Version waren für mich sehr wertvoll... Wenn dann also erst mal nur die PC Version ins Auge fassen :)

LRod 19 Megatalent - P - 13300 - 29. April 2021 - 20:59 #

Ja, so einen kleinen Abschnitt für den Plattform-Vergleich finde ich, soweit es die Testmuster hergeben, sehr hilfreich.

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25572 - 30. April 2021 - 0:04 #

Definitiv, allerdings bin ich gar nicht so weit im Video gekommen. Hat mich nicht so angesprochen und nach weniger als einer Minute hab ich nicht verstanden wer wer ist :) oh my god. Muss ich mir morgen nochmals in Ruhe ansehen.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 71366 - 1. Mai 2021 - 10:28 #

Ich hab auch erst spät im Video kapiert, dass die eigenen Einheiten in den Kämpfen offenbar rechts stehen. Das fand ich sehr verwirrend.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10841 - 30. April 2021 - 7:22 #

Da tun wir am Besten jetzt alle mal so, als hätten wir gar nicht mitbekommen, dass es das Game gibt.

Bantadur 17 Shapeshifter - - 7043 - 30. April 2021 - 8:45 #

Sehr cool! Leider auf Android noch nicht verfügbar, kennt da jemand einen Termin?

Funatic 19 Megatalent - - 15816 - 1. Mai 2021 - 11:28 #

Hatte das Spiel überhaupt nicht auf dem Schirm und mir gestern, aufgrund deines Tests, geholt. Hatte es um 20Uhr installiert und bin ca. 03:00Uhr ins Bett. :-)
Macht echt Laune. Finde den Flow zwischen Kämpfen und Managen sehr gelungen. Das Spiel erschlägt einen nicht gleich zu Anfang mit zig Optionen aber man merkt trotzdem schnell, dass da einiges drinn steckt. Auch der Tonfall gefällt mir bisher richtig gut und lässt einen an den Humor von Dungeon Keeper denken. War ein guter Tipp und zum Glück ist grad Wochenende und das Wetter mies.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 72980 - 1. Mai 2021 - 14:50 #

Du musst mehr User Artikel lesen;) Auch finanziert durch dein P+ :)

Funatic 19 Megatalent - - 15816 - 1. Mai 2021 - 16:56 #

Werd ich mir mal zu Herzen nehmen :-)

Feldarzt 12 Trollwächter - P - 1052 - 3. Mai 2021 - 17:09 #

Ich habe auch aufgrund des Tests zugeschlagen und wurde nicht enttäuscht. Ein richtiger Flow hat sich bei mir aber erst nach ein paar Durchgängen eingestellt. Jetzt muss ich sagen, sehr gelungen. War zu Beginn aber an der Kippe das Ganze zu kübeln.

SupArai 24 Trolljäger - P - 50142 - 1. Mai 2021 - 14:50 #

Danke für den Test. :-)

Der Titel steht seit Vampiros User-Artikel auf meiner Steam Wunschliste - wie sooo viele andere Spiele. Keine Ahnung ob ich irgendwann mal dazu komme - ein Schicksal, das sooo viele andere Spiele auch treffen wird.

Danke für den Switch-Lite-Warnhinweis, dann spare ich mir weitere Überlegungen wenn ich es mal im eShop sehe.

Maverick 33 AAA-Veteran - - 781891 - 3. Mai 2021 - 13:56 #

Ich tue mich auch schwer damit, die Steam-Wunschliste zu bereinigen. So viele interessante Titel... ;-)

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 72980 - 3. Mai 2021 - 13:58 #

Cool, vielen Dank :)

Mein EA Eindruck deckt sich ja auch gut mit dem Test :)

Maverick 33 AAA-Veteran - - 781891 - 3. Mai 2021 - 13:52 #

Schöner Test+ zu Legend of Keepers, bei mir käme eh nur die PC-Version in Frage. ;)