DLC für Left 4 Dead 1&2

L4D2: The Sacrifice Test

Mit The Sacrifice ist der erste DLC erschienen, der sowohl mit Left 4 Dead als auch Left 4 Dead 2 funktioniert. Während PC-Spieler kostenlos mitspielen, müssen Xbox 360-Besitzer vorher in den Geldbeutel greifen. Ist der DLC dieses Opfer wert und haben nun auch treue Anhänger des ersten Teils einen Grund, den Nachfolger zu spielen?
Alex Hassel 18. Oktober 2010 - 10:52 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC 360 andere
von Benjamin Ginkel

Die Chancen stehen gut, dass ihr die Story von The Sacrifice -- dem kürzlich veröffentlichten DLC für Left 4 Dead 1 und 2 -- bereits kennt, ohne es auch nur eine Minute selber gespielt zu haben. Denn schon vor Wochen hat Entwickler Valve die Hintergrundgeschichte in einem Webcomic verraten: Die vier Überlebenden aus Left 4 Dead (Louis, Francis, Zoey und Bill) verschlägt es aus der Stadt Pennsylvania in die amerikanischen Südstaaten. Anstatt aber das gemütliche Landleben zu genießen, flüchtet das Quartett vor den Zombies in eine Militärbasis. Auch hier ist ihnen das Schicksal nicht wohlgesonnen, bald bleibt nur die Flucht per Zug als letzte Option. Als neues Ziel der Reise wird eine abgelegene und hoffentlich von Zombies verschonte Insel auserkoren. Doch ehe die vier Überlebenden im Hafen die Anker lichten, gilt es eine äußerst aggressive Blockade zu überwinden: zahllose Zombies und Spezial-Infizierte! 

"Hey Louis! Ich glaube nicht, dass da ein Tank drin ist..."

Euer bleihaltiges Abenteuer beginnt, wie für die beiden L4D-Teile üblich, mitten im Geschehen. Zeit zum Verschnaufen bieten die drei Karten der Sacrifice-Kampagne selten. Die Kampagne startet in einem Zugdepot der US-Armee und führt euch unter anderem durch einen Yachthafen. Denn schließlich sucht ihr nach einem passenden Boot für die Überfahrt zur vermeintlich sicheren Insel. Begleitet wird euer "geordneter Rückzug" von gewohnt zynischen Kommentaren der Begleiter, die oft und gerne ihre Meinung zum Besten geben. 

Schon bald trefft ihr auf eine der Neuerungen von The Sacrifice: In der Welt verteilt stehen nun Fässer, die unter Beschuss explodieren. Das ist im Genre der Shooter nun wahrlich keine Sensation, aber besser spät als gar nicht zieht diese krachende Art der Zombievernichtung nun auch in Left 4 Dead ein. Binnen Sekunden lassen sich so ganze Gruppen von Untoten in Flammen setzen und damit endgültig in die ewigen Jagdgründe befördern. Das Prinzip funktioniert auch, wenn ihr im Zugdepot auf einen der muskelbepackten Tanks trefft: Der übellaunige Spezial-Infizierte steckt in einem Container fest, blockiert damit dummerweise aber auch den einzigen Zugang zum nächsten Safehouse. Ihr beisst also in den sauren Apfel und lasst den Tank frei. Um nicht sofort von ihm zerrissen zu werden, platziert ihr schon vorher Benzinkanister am Ausgang des Containers und jagt damit das untote Muskelpaket in die Luft.

Noch sind die Lebensbalken prall gefüllt und die Spieler entspannt. Zu Beginn der The-Sacrifice-Kampagne steigen die Überlebenden aus dem Zug, den sie (wie der Webcomic zum Spiel verrät) in einer Militärbasis bestiegen haben.

Dunkler als Left 4 Dead 2 

Preisgestaltung als Seitenhieb?
Als The Sacrifice Anfang Oktober veröffentlicht wurde, waren sowohl Left 4 Dead, als auch Left 4 Dead 2 für einige Tage um 66 Prozent verbilligt und kosteten 6,79 Euro -- genausoviel, wie Xbox-360-Spieler für eine Download-Episode bezahlen müssen. Verschiedene Fanseiten werteten den Betrag als Seitenhieb gegenüber Microsoft -- schließlich hat Valve schon mehrmals beteuert, dass sie die Inhalte auch für die Xbox 360 am liebsten kostenlos verteilen würden.
In der Ziegelbrennerei geht es weiter, ihr kämpft euch durch etliche Industriebauten, vorbei an Zementmischern und gestrandeten Schiffen. Im Gegensatz zur "The Parish"-Kampagne ist die neue Episode durchweg düster gehalten, auch wenn sie bei Tageslicht spielt. Valve versucht damit, The Sacrifice stilistisch an die übrigen Left-4-Dead-Szenarien anzupassen, die deutlich dunkler ausfallen, als ihre bei Tageslicht spielenden Pendants bei Left 4 Dead 2.

Hier und da liegen entstellte Leichen auf dem Boden, Rauchschwaden sind in weiter Ferne zu sehen, zerfallene Gebäude weisen auf die Katastrophe hin. Während sich rund um den Yachthafen noch die infizierten CEDA-Mitarbeiter in ihren Ganzkörperschutzanzügen (bekannt aus der "Dead Center"-Kampagne) herumtreiben, sind es in den Fabriken die Bauarbeiter-Zombies mit Gehörschutz (aus der "Hard Rain"-Episode). Stimmiger Höhepunkt der zweiten Map ist das Erklimmen eines Schotterberges. Auf halben Weg scheucht ihr ein paar Krähen auf, die sich lautstark in die Lüfte erheben und damit zu eurem Ungunsten die nächste Zombiehorde anlocken, garniert mit kernigen Sprüchen der Überlebenden. Schafft ihr die Flucht, gelangt ihr schließlich über einen Frachter zum nächsten Safehouse. Dass ihr mittlerweile ein geeignetes Segelboot gefunden habt, wird dabei leider nicht erwähnt und spielt auch im Finale von The Sacrifice keine Rolle, sondern wird nur im Webcomic erklärt.

Auch wenn sich die Aufforderung harmlos liest: hinter der Tür wartet ein ausgewachsener Tank auf uns.
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