Multiplayer mal drei

Killzone 3 (Multiplayer) Test

Wie einige andere große Actiontitel liefert euch auch Killzone 3 gleich zwei Spiele: eine ausgefeilte Solo-Kampagne -- im vorliegenden Fall auch zu zweit spielbar -- und einen umfangreichen Multiplayer-Modus, der zwar mit denselben Waffen, aber doch ganz anders funktioniert. Wir widmen deshalb dem Multiplayer-Part einen eigenen Test.
Jörg Langer 17. Februar 2011 - 18:06 — vor 8 Jahren aktualisiert
PS3
Killzone 3 ab 17,90 € bei Amazon.de kaufen.





Ist der letzte Helghast besiegt, das Spiel gewonnen, der Cliffhanger verdaut, muss euer Spaß mit Killzone 3 noch lange nicht vorbei sein. Zum einen hat Guerilla Games einen Splitscreen-Koop-Modus eingebaut, der ideal zum zweiten Durchspielen zusammen mit einem Freund geeignet ist -- über diesen lest ihr mehr in unserem Test des Solospiels nebst Koop-Kampagne. Zum anderen fährt Killzone 3 gleich drei Multiplayer-Modi auf, die ihr mit bis zu 15 anderen Spielern online erleben könnt. Wir stellen euch die Modi in diesem Multiplayer-Test in aufsteigender Komplexität vor und lassen uns dann noch im Detail über Spezialfähigkeiten, Klassen und Bewaffnung aus.

Multiplayer-Test – jetzt schon?
Wundert euch nicht, dass die von uns erstellten Screenshots nur Bots zeigen -- sie sind alle in der Botzone entstanden. Wir haben den Multiplayer-Modus überwiegend in der Botzone getestet, weil die echten Server noch nicht online sind. Natürlich konnten wir auch die Multiplayer-Beta spielen (die allerdings auf eine einzige Map beschränkt ist). Zudem haben wir auf einem Event auch andere Karten und Spielmodi  "in echt" ausprobiert, mit anderen Journalisten.

Normalerweise sind wir der Meinung, dass man Multiplayermodi erst nach Release eines Spiels vernünftig testen kann, und verfahren entsprechend.
In diesem Fall aber haben wir das starke Gefühl, genug vom Multiplayer-Modus gesehen zu haben (wir haben damit mehr Zeit verbracht als im Solopart), um eine Bewertung abzugeben. Sollten wir uns täuschen, werden wir den Fehler zugeben und korrigieren.
Generell gibt es mehrere Verbesserungen im Vergleich zu Killzone 2: Mit Guerillakrieg und Einsatz (Operations) sind zwei komplett neue Modi dazu gekommen, außerdem können sich Freunde nun über eine Party organisieren inklusive Invites – statt auf gut Glück zu versuchen, auf dieselbe Karte zu kommen. Eigentlich aber ist die Online-Lobby auf schnelles Matchmaking spezialisiert. Ihr stellt mit Filtern den gewünschten Modus, die Karte und so weiter ein, dann soll es ohne lange Rumsucherei auch schon losgehen.
 
Wie es mittlerweile Standard ist für ernsthafte Multiplayer-Shooter, haben die Entwickler ein Karrieresystem eingebaut: Darin sind zwar alle fünf Klassen von Anfang an freigeschaltet, doch es gibt 30 Fähigkeiten sowie 18 Waffen, von denen ihr viele erst freischalten müsst. Die Karrierepunkte verdient ihr mit so ziemlich allen Aktionen im Spiel, ihr könnt sie gezielt in eine Klasse investieren oder in mehrere.  Anders als bei einigen vergleichbaren Spielen sind bei Killzone 3 Solo- und Multiplayermodus nicht verknüpft. Und selbstverständlich erhaltet ihr auch für Probespiele in der Botzone keine Karrierepunkte. Die Bots verhalten sich recht kompetent, schützen euch (falls ihr ein Target seid) oder versuchen Missionsziele zu erfüllen. Erwartet aber nicht das Teamwork wie mit einem eingespielten menschlichen Trupp.

Auf der Guerillakrieg-Map Kaznan-Dschungel kommen die Gegner immer wieder durch die zentralen Höhlen.
 
Modus 1: Guerillakrieg
 
Wir wissen auch nicht, wieso jedes Actionspiel eigene Namen für allgemeingültige Modi erfinden muss, aber in diesem Fall war die Versuchung wohl einfach zu groß, den Firmennamen auftauchen zu lassen. Spielmechanisch handelt es sich beim Guerillakrieg jedoch schlicht um ein Team Deathmatch: Auf zurzeit fünf Karten treten ein ISA- gegen einen Helghast-Trupp an, am Ende der Spielzeit hat gewonnen, wer der anderen Seite mehr Kills zugefügt hat.

Viel mehr gibt's zu diesem Modus nicht zu erzählen. Die Spielzeit pro Karte beträgt 10 Minuten, aktuell gibt es fünf Maps, bei denen es, vorsichtig gesagt, nicht schwer ist, sich an einigen wenigen Punkten zu treffen.

Ihr seht links nur einen Bücherschrank statt unserem Killquest-Ziel Persson? Das liegt daran, dass er sich als Scharfschütze in den Tarnmodus versetzt hat, nur Schemen und der rote Totenkopf verraten ihn. Rechts waren wir das Tötungsziel der Gegner, doch dank der vehementen Verteidigung durch unsere Kameraden haben wir überlebt.
 
Modus 2: Kriegszone
 
Den Warzone-Modus kennen Killzone 2-Veteranen bereits aus dem Vorgänger, allerdings wurde er ein wenig erweitert. In der Kriegszone kämpfen bis zu 16 Spieler auf aktuell sechs Karten gegeneinander. Mit einer Besonderheit: Alle fünf Minuten wechselt die Aufgabe beziehungsweise früher, wenn die Aufgabe vorher erfüllt ist. Typische Missionen sind "Ziel eliminieren" – ein Spieler wird sozusagen zum Truthahn, den es abzuschießen gilt. Nach dem Ablauf einer Zeitfrist oder dem erfolgreichen Kill wird ein Spieler der Gegenseite zum Opfer. Es sollte sich jetzt am besten an einem Ort mit wenigen Zugängen verschanzen, beschützt von seinen Teamkameraden. Oder es sind mehrere Propagandasender zu erobern (eine Art Gebietseroberung). Oder Sprengladungen zu legen (die die Gegenseite wieder entschärfen kann). Oder ein bestimmter Abschnitt zu halten. Oder einfach möglichst viele Gegner zu töten. Oder Objekte zu finden und in ein Zielgebiet zu bringen. Da es immer sechs Missionen in Folge auf derselben Karte gibt, ist das Ergebnis ein sehr dynamischer, meist taktischer, manchmal aber auch höchst brachialer "Kessel Buntes" – der allerdings so gut wie nie die maximalen 30 Minuten dauert.

Auf der nächsten Seite kommen wir zum spannendsten Multiplayer-Modus, den mehrstufigen Einsätzen samt Cutscenes und (sehr kleiner) "Hintergrundstory".

45 Sekunden verbleiben noch in dieser Kriegszonen-Mission, wir führen. Schauplatz ist der verstrahlte Pyrrhus-Krater.

Kommentare nicht sichtbar (16)