Test: Grottige Lizenzumsetzung

Iron Man 2 Test

Gerade feiert Iron Man sein Comeback auf der Kinoleinwand – da darf die gleichnamige Filmversoftung selbstverständlich nicht fehlen. Während der Film unserer Meinung nach sehenswert ist, können wir vor dem Spiel jedoch nur warnen! In unserem Test erklären wir, warum wir in der Hightech-Rüstung des Iron Man so wenig Spaß hatten.
Christoph Licht 16. Mai 2010 - 23:37 — vor 10 Jahren aktualisiert
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Offizielle Lizenzspiele zu Filmen müssen vor allem eines: zeitgleich mit dem Kinofilm erscheinen. Darunter leidet nicht selten die Qualität der Spiele, dennoch verkaufen sie sich oft gut: Genügend Ahnungslose, die weder GamersGlobal noch andere Fachzeitschriften lesen, freuen sich, die kognitive Glanzleistung des Wiedererkennens von Logo oder Hauptdarsteller bewältigt zu haben, und rennen schnurstracks mit ihrem Fundstück zur Kasse...

In der noch sehr jungen Geschichte von GamersGlobal.de hatten wir erst ein gelungenes Spiel zum Film unter dem Testermesser: Ghostbusters (GG-Test: 7.0), gleichzeitig aber schon mehrere Titel, die unsere Befürchtungen bestätigt haben, insbesondere Saw (GG-Test: 4.0) oder Terminator: Die Erlösung (GG-Test: 3.0). Iron Man 2 – Das Videospiel bildet in dieser Hinsicht leider keine Ausnahme, sondern einen neuen Tiefpunkt. Das Entwicklerstudio Sega Studios San Francisco (ehemals Secret Level), verantwortlich für die Versoftung beider Iron Man-Filme, wurde übrigens kurz nach der Veröffentlichung des aktuellen Titels von Sega geschlossen. Ob das nun an der Qualität des Spiels lag, können wir nicht wissen -- wohl aber, dass das Team aus den diversen Fehlern, die es schon bei Teil 1 gemacht hat, offensichtlich nicht lernen wollte.

Dieses unkommentierte Video zeigt euch die wesentlichen Elemente des Spiels -- viel Spaß beim Ansehen.

Handlung spielt nach dem Kinofilm

Iron Man 2 – Das Videospiel erzählt eine vom Kinofilm völlig unabhängige Handlung. Diese schließt direkt an die Ereignisse des zweiten Kinofilms an. Das könnte man einerseits als Ärgernis ansehen, da der Name des Spiels somit schon etwas in die Irre führt. Andererseits bietet es aber auch eine Chance. Nämlich die, dass das Spiel nicht nur ein bloßer Spielabklatsch des Kinofilms sein könnte -- was grundsätzlich positiv ist: Auch das von uns gelobte Ghostbusters ist keine direkte Umsetzung eines der beiden Filme.
 

Wir müssen einige Helikopter von S.H.I.E.L.D. beschützen. Wagen wir es vom Pfad abzukommen, scheitert die Mission.

Während die Geschichte von Iron Man 2 - Das Videospiel auf den ersten Blick recht umfangreich zu sein scheint, ist sie letzten Endes doch sehr schnell erzählt, und das Spiel vorbei. Der Großteil der Story dreht sich um Kearson DeWitt, einen ehemaligen Angestellten von Stark Industries, die Firma von Tony Stark (der wiederum der Iron Man ist). Kearson erschafft mit gestohlenem Source Code der Jarvis KI (Tony Starks lernfähiger KI) seine eigene Version der Kampfrüstung, um mit deren Hilfe die Maschine Ultimo zu erschaffen und anschließend die Welt zu zerstören. Viel mehr gibt es zur Geschichte auch nicht zu erzählen. Viele der kleinen, zusätzlichen Details werden ohnehin nur Fans des Marvel-Universums verstehen. Wie gut, dass die Story ohnehin nicht von größerer Relevanz ist. Das Spiel konzentriert sich stattdessen mehr auf das Motto "Zerstöre alles, was sich bewegt!" Das Spielprinzip erinnert sehr an den 13 Jahre alten Klassiker Extreme Assault von Blue Byte. Nur dass es damals mehr Spaß gemacht hat.

Dieser Helikopter beschießt uns mit Raketen. Per Spezialattacke können wir sie wieder zu ihm zurückschleudern.

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