In Death - Unchained

In Death - Unchained Test+

Spielspaß im Visier

Dennis Hilla / 7. August 2020 - 16:31 — vor 1 Jahr aktualisiert
Steckbrief
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Action
Egoshooter
Superbright
Superbright
23.07.2020
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Teaser

Bereits im Jahr 2018 erschien der Bogenschützen-VR-Titel In Death für PC, nun gibt es eine Portierung für die Oculus Quest. Wir haben die Standalone-Brille aufgesetzt und Pfeile fliegen lassen.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal 

So langsam geht es richtig voran in der virtuellen Realität. Mit Half-Life Alyx (im Test, Note: 9.5) erschien kürzlich ein richtiggehender VR-Blockbuster, Titel wie The Walking Dead - Saints & Sinners (im Test, Note: 8.0), Superhot VR und Beat Saber sind mittlerweile auch Nicht-Apologeten ein Begriff. Dank Standalone-Lösungen wie der Oculus Quest ist zudem nicht mehr ein teurer Gaming-PC nötig, um sich im virtuellen Raum zu verlieren. Mit In Death – Unchained kriegen nun alle Besitzer der genannten Brille neues Futter, das Besitzer einer PSVR, HTC Vive, Oculus Rift oder Valve Index bereits bekannt sein dürfte: Das Bogenschützen-Roguelike ist 2018 für PCVR und die PS4 erschienen.

Das Spielprinzip von In Death (Unchained) ist im Kern sehr simpel. Ihr müsst haufenweise Mönche, Tempelritter, Zombies und anderes Gesocks mit Pfeil und Bogen oder einer Armbrust erledigen. Spannend ist hingegen die Prämisse, dass die Levels prozedural generiert werden und sich so kein Run wie der davor spielen soll. Durch Erfolge schaltet ihr außerdem neue Boni frei und Bosse gibt es natürlich auch. Weil das alles sehr stark nach einem Hauptgewinn für Quest-Besitzer klingt, habe ich mir die Brille übergezogen und In Death – Unchained genau beobachtet. Eine Anmerkung noch: Die Spielszenen im Video habe ich mit der internen Capture-Funktion der Quest aufgenommen. Natürlich seht ihr im eigentlichen Spiel alles in 360 Grad und nicht nur diesen kleinen Ausschnitt.
Clever: Euren Lebensbalken seht ihr auf eurem Bogen, wisst also immer, wie es um die Gesundheit steht.
 

Immer wieder von vorne

Wenn ihr Probleme damit habt, die gleichen Abschnitte immer und immer wieder zu spielen, dann solltet ihr den Kauf von In Death – Unchained überdenken. Denn das Bogenschützen-Spiel gehört der Gattung Roguelike an. Ihr werdet also nach eurem definitiv eintretenden Ableben zurück in die Hub-Welt geschmissen und der nächste Run lässt euch komplett von vorne starten. Immerhin bleiben euch alle Items erhalten, die ihr freigeschaltet habt, ihr müsst sie nur erneut einsammeln. Somit gibt es das stetige Gefühl von Progression, auch wenn der Tod euch teils meilenweit zurückwirft.

Das Spielprinzip selbst mag nicht jedem schmecken, hat aber durchaus seine Fans, zu denen ich mich selbst auch zähle. The Binding of Isaac ist eines meiner Spiele für die einsame Insel, weil es dank der zahlreichen Items und den guten zufallsgenerierten Dungeons Potenzial für theoretisch unendlich viel Spielspaß bietet. In Death – Unchained hingegen krankt an mangelnder Item-Vielfalt und monotonen Umgebungen. Zwar werden die Abschnitte, in denen ihr euch bewegt, auch aus zufälligen Bausteinen generiert. Diese sind aber so groß und optisch so wenig abwechslungsreich, dass ich oftmals den Unterschied zwischen zwei Runs nicht sehen konnte.
Die Shops findet ihr an Checkpoints, für das nötige Kleingeld müsst ihr viele Gegner töten.
 

Grinding my Gears

Um neue Items wie Feuer- oder Eispfeile und passive Boni freizuschalten müsst ihr Erfolge freischalten. Das geschieht beispielsweise indem ihr eine bestimmte Anzahl an Gegnern tötet, 66 mal sterbt oder Spezialobjekte bestimmt oft nutzt. Das geht am Anfang noch einigermaßen flott von der Hand, schnell artet das aber in lästiges Grinding aus und ihr müsst einfach Durchgang um Durchgang spielen, um auch die Chance auf neue Gebiete zu erhalten. Denn Spielfortschritt wird bestimmt durch die Anzahl der abgeschlossenen Herausforderungen und erst ab 20 Prozent dürft ihr ins zweite Gebiet, der Quest-exklusive neue Abschnitt ‘The Abyss’ winkt gar erst bei 40 Prozent. Als Maßstab: Nach 5 Stunden eifrigem Gegrinde war ich gerade mal bei 14 Prozent und es ist zu erwarten, dass der Fortschritt später schleppender voran geht.
 

Spaßige Bogen-Mechanik

Aber ist In Death - Unchained jetzt ein Totalabsturz? Das gewiss nicht, dafür ist die grundlegende Spielmechanik zu gut gelungen. Die Steuerung mit den Oculus-Controllern geht schnell und flüssig von der Hand. Auf einer Seite haltet ihr den Bogen oder die Armbrust, mit eurem anderen Griffel legt ihr Pfeile ein, hebt schwebende Items auf oder teleportiert euch mit einem Hilfskristall schnell zur Seite. Die Fortbewegung selbst erfolgt über Teleportpfeile, die ihr wie eure normalen Geschosse abfeuert. Zur Verteidigung habt ihr außerdem einen Schild, den ihr erhebt, indem ihr euren Arm in die Luft reißt. Clever ist auch, dass eure Lebensenergie auf der Seite eures Bogens angezeigt wird, so habt ihr immer im Blick, wie es um eure Gesundheit steht.
Wenn ihr euren Nicht-Waffenarm hochreißt rüstet ihr euren Schild aus.
 

Technisch mau

Grafisch ist In Death - Unchained Quest-typisch kein Augenöffner. Den Umgebungen ist mit der Umschreibung zweckdienlich noch geschmeichelt. Dieser Eindruck wird auch dadurch verstärkt, dass die Burgzinnen und -Gänge im Nichts schweben, hier wären Gewölbe oder ähnliches besser gewesen. Auch die ewig gleichen Gegnertypen nutzen sich auch dank ihrer Ideenlosigkeit sehr schnell ab. Tempelritter, Zombies, Mönche in braunen Kutten – hat man irgendwie alles schon mal gesehen.

Richtig schlimm ist aber der Sound. Denn abgesehen von ein paar dünnen Pfeil-Geräuschen und dem üblichen ‘Wooosch’ beim Teleport bietet In Death – Unchained maximal noch alberne Keif-Geräusche, die die Gegner von sich geben. Das ist insofern schade, da bei Spielbeginn atmosphärische Mönchsgesänge zu hören sind.

Autor: Dennis Hilla (GamersGlobal) 

 
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Meinung: Dennis Hilla

Die ersten Partien mit In Death - Unchained ließen durchaus Spaß aufkommen. Die Steuerung ist gut umgesetzt und schnell fühlt man sich treffsicher wie Wilhelm Tell. Die Spielwelt ist zwar nicht im Ansatz innovativ aber immerhin nett umgesetzt. Und durch Eis- und Feuerpfeile oder durch Erfolge freigeschaltete passive Boni erweckt das Spiel ein Gefühl von Fortschritt. Allerdings verpufft dieser Eindruck schnell wieder und die Schwächen des VR-Shooters werden umso deutlicher. 

Am meisten gestört hat mich wohl der repetitive Spielablauf, der schnell auf Grinding hinausläuft, wollt ihr mehr sehen und erleben. Andere Roguelikes, wie das von mir heiß geliebte The Binding of Isaac, schaffen es über hunderte Stunden, mich bei der Stange zu halten. In Death - Unchained mit seinen ewig gleichen Levels und der überschaubaren Itemauswahl kann keine ähnliche Motivation in mir hervorrufen. Mir ist schon klar, ich vergleiche hier etwas Äpfel mit Birnen, denn für einen Oculus-Quest-exklusiven Titel hat Superbrights Werk schon so seine Stärken. Aber in Zeiten von VR-Schwergewichten wie Half-Life Alyx ist das einfach zu wenig, um dauerhaft zu begeistern. Für eine schnelle Runde zwischendurch hingegen ist der Titel gar nicht mal so ungeeignet und könnte einen Download auf eure Brille wert sein. Erwartet nur kein stundenlang motivierendes Epos.
 
In Death - Unchained andere
Einstieg/Bedienung
  • Gelungene, einfache Steuerung
  • Sinnvolles, nicht aufgeblähtes Tutorial
  • Teleport-Kristall funktioniert manchmal einfach nicht
Spieltiefe/Balance
  • Viele Erfolge, die neue Items bringen
  • Sinnvolle passive Boni
  • Im Grunde gelungener Spielablauf...
  • Gut geeignet für eine schnelle Runde zwischendurch
  • Checkpoints mit Kauf-Feldern
  • Grindingzwang zum Vorankommen
  • Immergleiche Levelarchitekturen
  • ...der schnell monoton wird
  • Unfaire Stellen dank fehlendem Nachkampf
Grafik/Technik
  • Flüssiger Spielablauf
  • Langweilige Standard-Modelle
  • Hässliche Umgebungen
Sound/Sprache
  • Stimmiger Mönchsgesang
  • Kaum Musik
  • Alberner Gegnersounds
Multiplayer

Nicht vorhanden
 
6.0
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Oculus Quest
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
Dennis Hilla 7. August 2020 - 16:31 — vor 1 Jahr aktualisiert
Dennis Hilla Redakteur - P - 151523 - 7. August 2020 - 16:31 #

Viel Spaß beim Lesen/Sehen/Hören!

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 212476 - 7. August 2020 - 16:59 #

Danke für den Test!

Zille 20 Gold-Gamer - - 24497 - 7. August 2020 - 20:00 #

Das Spiel wäre nichts für mich - obwohl ich schon mit der Quest geliebäugelt habe.

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25441 - 7. August 2020 - 20:01 #

Thanks, vielleicht ist die NIsche VR Tests auch was für Euch.

Green Yoshi 22 Motivator - - 31823 - 7. August 2020 - 20:04 #

Spricht mich leider überhaupt nicht an.

Slaytanic 25 Platin-Gamer - - 59684 - 7. August 2020 - 21:51 #

Mich auch nicht.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 68716 - 8. August 2020 - 8:56 #

Roguelike ist eh nichts für mich. Aber das sieht auch davon abgesehen richtig schwach aus. Muss man wohl nicht haben.

euph 29 Meinungsführer - - 112025 - 8. August 2020 - 9:03 #

Hab ich schon mal reingespielt und fand es gar nicht so schlecht. Aber das war bei Dennis ja zunächst auch der Fall.

Wolfen 16 Übertalent - P - 5967 - 9. August 2020 - 17:30 #

Also das ist wohl eines der langweiligsten VR-Spiele, die ich bisher gesehen habe, graue Grafik und repetetives Gameplay galore.

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 11. August 2020 - 17:13 #

Hmmm...schade. Da ist wohl ein bisschen Potential auf der Strecke geblieben.