Test: Fantasy-Koop-Action

Hunted Test

Benjamin Braun 6. Juni 2011 - 19:47 — vor 8 Jahren aktualisiert
Das "perfekte Timing", um den Partner per Zauber kurzzeitig zu stärken, gelingt der KI weniger oft als einem Menschen.
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Clevere Magiekombinationen

Einige Feinde lassen während der Gefechte Kristalle fallen, weitere sind in der Spielwelt verteilt. Mit diesen Kristallen kaufen wir uns im Fertigkeitenmenü magische Verbesserungen. Beiden Protagonisten stehen sechs Zauber zur Verfügung. Drei davon sind identisch. Dazu gehören der Elektroschock und das Stärken des Partners. Die drei anderen Zauber werten die jeweilige Paradedisziplin der beiden auf. So kann Caddoc einen mächtigen Sturmangriff zum Einsatz bringen, bei dem er blitzschnell eine mittlere Distanz zum anvisierten Gegner überwindet und viel Schaden anrichtet.

E'lara hingegen kann beispielsweise explodierende Pfeile verschießen, die auch in der Nähe befindliche Gegner verletzen. Noch besser finden wir die Fähigkeit, Geschosse abzufeuern, die den Schild eines Gegners mit nur einem Treffer zerbrechen. So hat es dann nämlich Caddoc leichter, die nun schlechter geschützten Feinde umzuhauen. Diese magischen Fähigkeiten könnt ihr nach ihrer Freischaltung noch zwei weitere Male verbessern. So kann beispielsweise der Manaverbrauch reduziert oder die Schadensintensität erhöht werden. Hunted gibt allerdings genau vor, ab welchem Kapitel die nächste Stufe erlernt werden kann, offenbar ein Versuch, die Balance zu erhalten.

Verbessern könnt ihr auch die Grundausrüstung eurer Helden. Wer Waffenständer zerschlägt, findet in den Überresten meist bessere Pfeile, einen frischen Schild oder eben eine Alternative zur aktuell ausgerüsteten Waffe. Es gibt schnelle, mittlere und langsame Waffen, wobei die schnellsten grundsätzlich den geringsten Schaden verursachen. Ab und zu fällt eine Waffe zu Boden, die über ein begrenztes Maß an magischem Extraschaden verfügt. Auch Heil- und Manatränke gibt es mehr als genug. Im Kampf geht der Vorrat je nach Schwierigkeitsgrad und Verwendung von magischen Hilfsmitteln zwar manchmal zur Neige, kann dann aber meist schnell durch die Hinterlassenschaften der besiegten Gegner wieder aufgefüllt werden.

Vom (Mini-)Boss zum Standardgegner

Beide Protagonisten dürfen ihren Haupt-Kampfstil dreimal aufwerten. Die drei Zauberattacken sind bei beiden gleich.
Die ersten Feinde, das typische Sammelsurium an Skeletten, Zombies und sonstigem Geschmeiß, verfügen lediglich über normale Nah- und Fernangriffe. Spätere Gegner setzen allerdings starke Spezialattacken und magische Fähigkeiten wie explodierende Geschosse ein. Sie teilen mehr Schaden aus und können mehr einstecken.

Da Ausrüstung und Fähigkeiten der Helden aber sehr eng vom Spiel vorgegeben sind, ist der Schwierigkeitsgrad kaum Schwankungen unterlegen. Am Ende eines jeden Kapitels wartet ein Zwischengegner auf euch, der danach, in leicht abgeschwächter Form, zum normalen Gegnertyp mutiert. Nur die richtig großen Bosse, wovon es genau drei gibt, tauchen wirklich nur ein einziges Mal auf. Sie können meist nicht direkt angegriffen werden, sondern müssen mit speziellen Taktiken besiegt werden.

Alibi-Rätsel und CharakterboniIn Hunted wird aber nicht bloß gekämpft. Entwickler inXile streut immer wieder Rätseleinlagen ein, die dem Spielgeschehen mehr Abwechslung verleihen sollen -- was anfänglich auch funktioniert. Erwartet aber keine schwierigen Puzzles oder gar hirnmarternde Denksportaufgaben wie im alten Bard's Tale: Zumeist müsst ihr bestimmte Objekte per Brandpfeil in Flammen setzen, wofür E'lara eines ihrer Geschosse an einem Feuer entzündet. Caddoc ist hingegen dafür zuständig, wenn mal wieder ein schweres Objekt wie ein Steinquader verschoben werden soll. 

Dazu gesellen sich kleinere Schalterrätsel, bei denen sich die beiden Helden zeitgleich auf zwei Plattformen stellen müssen. An einer Stelle spielt auch die Spielphysik eine Rolle. Dort müssen die Helden nämlich eine Wippe ausbalancieren, um weiterzukommen. Doch das war's im Großen und Ganzen schon; ab etwa der Mitte des Spiels wirken die meisten Rätsel nur noch als unliebsame Spielzeit-Strecker.

Jäger und Sammler kommen bei den optionalen Inhalten auf ihre Kosten: Hinter vernagelten Zugängen befinden sich häufig "geheime" Wege, die zu weiteren Kristallen oder Boni führen. Oft handelt es sich nur um kleine Geheimräume, manchmal aber auch um ein größeres Labyrinth, in dem weitere Rätsel und Gegner warten. In diesen Passagen finden sich zudem die sogenannten Drachentränen. Sammelt ihr eine bestimmte Anzahl dieser Objekte, gewährt euch das Spiel etwa zusätzliche Heiltrankslots. Aber auch im Kampf selbst können solche mehrstufigen Charakteraufwertungen freigespielt werden, zum Beispiel, indem E'lara und Caddoc eine bestimmte Anzahl von Gegnern gemeinsam töten. Hunted bleibt aber auch ohne diese zusätzlichen Boosts lösbar.

Ist der Lebensbalken komplett geleert, hilft hoffentlich der Partner: Jeder Held führt bis zu drei Wiederbelebungsampullen mit.

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