Test: Arcade-Luftschlacht

Heroes over Europe Test

Die Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs sind beliebtes Thema in Flug-Actionspielen. Auch in Heroes over Europe kämpft ihr als Pilot der Alliierten über dem Himmel Europas gegen die deutsche Luftwaffe. Nach unserer Preview der Xbox-Version widmen wir uns nun im Test vorrangig der PC-Fassung.
Jörg Langer 17. September 2009 - 2:06 — vor 10 Jahren aktualisiert
PC
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Unbeeindruckt vom britischen Sperrfeuer rauschen die deutschen Bomber auf ihr Ziel zu: Fabrikhallen in der Londoner Innenstadt. Sollten sie diese erreichen, könnte bald die gesamte Stadt in Flammen stehen. Das kann der R.A.F.-Pilot Danny Miller nicht zulassen. Er zerrt am Steuerknüppel seiner Spitfire, reißt das Ruder herum und feuert aus allen Rohren auf die deutschen Jagdflugzeuge, die sich aus dem wolkenverhangenen Himmel auf ihn stürzen. Er muss sich auf seine Kollegen verlassen, die ihm diese Flieger vom Hals halten, denn sein Ziel heißt: die Bomber vom Himmel holen, bevor sie die Fabriken erreichen. Die Spitfire macht ihrem Namen alle Ehre, spuckt Feuer aus allen Geschützen. Einer der Bomber zerbirst in tausend Teile, die anderen versuchen, die Formation zu halten. „Ich bin getroffen!“, „Noch einer weniger!“, „Ich muss aussteigen!“ hört er die Funksprüche seiner Flügelmänner. Da geht der letzte deutsche Bomber in einem Feuerball auf, doch Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: „Stukas gesichtet! Sie fliegen direkt auf Ihre Position zu!“ Der Kampf geht weiter.

Selbst der Rote Baron des Ersten Weltlkriegs hatte nicht die Abschusszahlen, die ihr in einer einzigen Mission erreicht.Das passt jedoch perfekt zu einem Arcade-Shooter, der ja qua Definition nicht realistisch sein will.

 
Arcade-Weltkrieg in der Luft
 
Heroes over Europe ist der Nachfolger von Heroes of the Pacific. Das Szenario des Actionspiels mit minimalstem Simulationsanstrich hat sich entsprechend verlagert. Abermals klemmt ihr euch hinter das Steuer eines Flugzeugs, rauscht durch die Lüfte und holt die feindlichen Jäger vom Himmel. Auf Höhenmesser und andere Instrumente müsst ihr nicht groß achten (Bodenkontakt allerdings gilt es zu vermeiden), ihr lenkt und feuert und überlegt, welcher Gegnerpulk als erstes zu vernichten ist. Übrigens zerstört ihr in einer typischen Mission eigenhändig soviele Gegnerflugzeuge, dass etwa 10 Piloten desselben Kalibers ausgereicht hätten, um die gesamte Luftschlacht um England (in der Nazi-Deutschland England den Grundstein für die Invasion der Insel legen wollte) massiv abzukürzen...
 
Die Story ist ein Schwachpunkt von Heores over Europe.
In der Kampagne erledigt ihr 14 meist lange Einsätze, unterteilt in vier Schauplätze und Geschwader. Dabei schlüpft ihr auch in verschiedene Rollen, etwa die von Danny Miller oder Tom Forester, was etwas schade ist. Doch obwohl sich das Spiel mit animierten 2D-Grafiken, kommentierten Ingame-Zwischensequenzen und extrem vielen Funksprüchen bemüht, euch seine dünne Story sowie Schema-F-Charaktere anzudienen, scheitert es kläglich. Auch, weil man ständig zwischen den Protagonisten hin und her springt.
 
Held der Welt
 
Ihr beginnt die Kampagne als Tom Forester, der im Juni 1940 in den französischen Westalpen für die Royal Air Force seinen Dienst antritt. Zunächst hüpft ihr in eure Maschineund legt mit einem kleinen Tutorial los, in dem ihr nach und nach in die Spielmechanismen eingeführt werdet; Tiefflüge, enge Kurven und Verfolgungsjagden mit ersten Feinden inklusive. Die Steuerung des Fliegers, den ihr aus der Verfolgersicht immer etwas schräg vor euch seht (es gibt keine Cockpit-Sicht), geht dabei leicht von der Hand. Lediglich Kurven fliegen ist mit Maus und Tastatur nicht ganz so einfach.
 
Habt ihr die erste Mission geschafft, offenbart sich gleich eine Eigenart von Heroes over Europe. Nach getaner Arbeit geht es nicht zurück in den Hangar, sondern der Folgeauftrag kommt meist noch in der Luft. So habt ihr es in der Regel immer mit sehr langen Einsätzen zu tun, die aus vielen Unteraufgaben bestehen. Habt ihr also etwa eine Schwadron Bomber abgeschossen, heißt es plötzlich, deutsche Kanonenboote würden sich auf der Themse einem englischen Zerstörer nähern. Schnell rast ihr im Tiefflug über den Fluss und lasst Raketen und Blaue Bohnen auf die gegnerischen Schiffe regnen. Kurz darauf erscheint ein deutsches Flugass und holt einen eurer Flügelmänner nach dem anderen vom Himmel. Also, ans Heck des Fliegers geheftet und losgeballert. Durchatmen könnt ihr in Heroes over Europe meinst erst nach einer halben Stunde Einsatz. Glücklicherweise findet nach erledigten Missionszielen ein automatisches Speichern statt, sodass ihr Einsätze nicht von ganz vorne beginnen müsst, solltet ihr scheitern. Bei den schwierigen Missionen (wie der Jagd nach deutschen Kriegsschiffen im Torpedoflieger oder dem finalen Angriff auf Berlin) ginge es anders nicht.
 
Die Konsolenfassung
Die Xbox-360- und PS3-Fassung wirken -- vor allem bei Verwendung eines Rumble-Controllers -- etwas besser als auf dem PC. Die grafischen Erwartungen an ein Flugspiel (wir nehmen nicht das Wort "Simulation" in den Mund) sind auf dem PC einfach höher, die blockigen Schatten stören mehr, die Standard-Steuerung via Maus und Tastatur gibt ein schlechteres Fluggefühl. Vor allem aber macht dieser Popcorn-Titel einfach auf der Couch eine bessere Figur.

Unser Video zeigt eine der ersten Missionen auf der Xbox 360, absichtlich in der englischen Version, die besser klingt.

 
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