Have a Nice Death

Have a Nice Death Test+

Sensensause mit Blutarmut

Dennis Hilla / 13. März 2022 - 13:48 — vor 2 Jahren aktualisiert
Steckbrief
PCPS4PS5SwitchXOneXbox X
2D-Actionadventure
12
08.03.2022
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Teaser

Bei Death Inc. ist Tod am Mann. Also müsst ihr für Ordnung im Unternehmen sorgen. Das Knochenkopf-Metroidvania bietet im Early Access ein starkes Fundament, aber hat noch wenig Fleisch auf den Knochen.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Metroidvanias sind ein ganz eigenes Genre. Wie der Name schon dezent andeutet, mischen sie Elemente aus den ikonischen Metroid- und Castlevania-Reihen zu einem interessanten Genre-Mix. Neben einem üblicherweise hohen Schwierigkeitsgrad zeichnen sie sich durch verschachtelte Spielwelten aus, die sich nach und nach öffnen. Je mehr Fähigkeiten ihr habt, umso mehr Pfade stehen euch offen. Dieses Prinzip lässt schon erahnen, dass Level Designer eine Menge zu tun haben, denn schließlich will ein so ausgearbeitetes Labyrinth bis ins kleinste Detail durchdacht sein. Da mag es auf den ersten Blick gar nicht passen, einen Roguelike-Überbau drüber zu stülpen.

Spätestens im Jahr 2017 wurden alle Zweifler aber Lügen gestraft, denn Dead Cells startete in den Early Access. Trotz der Zufallsgenerierung wirkten die Levels wie aus einem Guss und die Kämpfe schepperten mindestens genauso gut wie bei den damaligen Genre-Größen Ori and the Blind Forest (im Test, Note: 9.0), Hollow Knight oder Guacamelee!. Doch schon Rogue Legacy bewies Jahre zuvor, was möglich war, wie nachfolgend auch Titel aus anderen Genres mit einem ähnlichen Ansatz, beispielsweise Hades (im Test, Note: 9.0) und Curse of the Dead Gods.

Mit Have a Nice Death springen nun auch die französischen Magic Design Studios auf den Roguelike-Metroidvania-Zug auf. Beeinflusst wurden die Entwickler klar von Dead Cells, haben aber ihren eigenen Grafikstil aufgesetzt und erzählen eine Geschichte vom Sensenmann, dessen Unternehmen gerade den Bach runter geht. Was das genau bedeutet und wie gut Have a Nice Death bereits im Early Access funktioniert, das habe ich für euch im Test herausgefunden.
Brad ist nur einer der Mitarbeiter, die sich den direkten Anweisungen des Todes widersetzen.
 

Immer Ärger mit den Mitarbeitern

Es ist nicht leicht, ein Unternehmen zu führen. Das muss auch der Tod höchst selbst einsehen, denn Death Inc. geht langsam, aber sicher den Weg alles Irdischen. Schuld daran ist aber nicht der vollkommen überarbeitete Kuttenträger selbst, sondern seine faulen Mitarbeiter. Die haben kurzerhand entschieden, ihre Tätigkeiten niederzulegen. Weil der Tod aber keine Gewerkschaften kennt, macht ihr euch auf, um sie zurück an ihren Arbeitsplatz zu prügeln.

So düster dieser Ansatz auch sein mag, die Entwickler haben ihn mit viel Humor umgesetzt. Das liegt nicht zuletzt an dem knuffigen Cartoon-Stil, der an Fernsehcartoons am Sonntagnachmittag erinnert. Oder Nickelodeon. Auch die Gespräche mit den noch treuen Angestellten haben mir immer wieder ein Schmunzeln entlockt. Die charmante Musik rundet den Gesamteindruck perfekt ab.
Mit einem Meteorschauer könnt ihr großflächig Schaden verursachen.
 

Der Tod steht ihm gut

Beim Spielprinzip orientieren sich die Entwickler sichtlich an Vorbildern wie Dead Cells und Hades. Die prozedural generierten Umgebungen wirken ebenfalls wie aus einem Guss. Unterwegs findet ihr neue Items und Fähigkeiten sowie Ressourcen (Seelenmark und Prismium), die ihr zur Freischaltung von neuer Magie, Waffen und Flüchen nutzen könnt.

Flüche sind passive Skills, die ihr von einem bestimmten Mitarbeiter verliehen bekommt. Aber Obacht, diese vermeintlichen Helferlein können auch mit negativen Strafen belegt sein. Beispielsweise verstärkt ihr eure Sense, dafür werden bestimmte Gegner aber stärker. Mit einem speziellen Item können diese Strafen aber auch wieder neutralisiert werden, oder ihr würfelt die Effekte der Flüche einfach neu aus.

Der Tod ist fester Bestandteil von Have a Nice Death. Damit mein ich jetzt aber nicht den Hauptcharakter, sondern tatsächlich euer Ableben – wie auch immer es möglich sein soll, dass der Sensenmann verreckt. Frustig wurde das Spiel für mich aber nie wirklich, denn mit jedem neuen Anlauf habe ich gemerkt, wie ich mehr Skill entwickelte und die Bewegungsmuster der Gegner und Bosse verinnerlichte.

Außerdem bringt euch euer Ableben auch einen gewissen Bonus. Denn wenn ihr noch Seelenmark und/oder Prismium im Inventar habt, dann werden die Rohstoffe nach eurem Tod in Goldbarren umgewandelt. Die tauscht ihr bei einem Mitarbeiter gegen neue Items ein. Besonders cool ist hier das Rabattsystem: Jedes Objekt wird billiger, wenn ihr eine Aufgabe erfüllt: bestimmte Gegner töten, viel Schaden verursachen und so weiter.
Der Schleimbolzen Grimes ist der Anführer der Plagegeister. Und ein knackig schwerer Boss.
 

Faule Angestellte als Bosse

Unterteilt ist die Spielwelt in diverse Ebenen, die jeweils aus eigenen Levels bestehen, die per Aufzug miteinander verbunden sind. Denn passend zum Szenario sind die einzelnen Abschnitte nach typischen Firmenabteilungen benannt. Am Ende einer größeren Ebene wartet stets ein Obermotz, Hades lässt grüßen. Dazu gesellen sich regelmäßig Zwischenbosse. Die großen Gegner sind größtenteils klasse designed. Beispielsweise der Chef des Sicherheitsdienstes, Brad. Der faulenzt am Schreibtisch, während ihr Überstunden schiebt. Da will man doch einfach draufhauen! Der Schleimbrocken Grimes hingegen führt die Plagegeister an und beharkt euch mit ekligen Schleimangriffen.

Autor: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Dennis Hilla

Wer befürchtet, dass Have a Nice Death sich auf seiner schicken Cartoon-Optik ausruht, der irrt gewaltig. Denn das Kampfsystem des Roguelike-Metroidvanias zwiebelt ordentlich und geht fluffig von der Hand. Naturgemäß ist die Lernkurve ziemlich steil, aber nach einigen Durchläufen werdet ihr wie Profis durch die Gegnerhorden dashen, in die Luft katapultieren, Zauber wirken und wieder hinabsausen. Das macht einfach nur Spaß und ist immens belohnend. Nur schwer gewöhnen konnte ich mich aber an die teils sehr unübersichtliche Darstellung. Wenn mehrere Gegner sich euch stellen, dann wird es im Effektgewitter mitunter schon schwer, etwas zu erkennen.

Doch auch wenn das Kampfsystem gut funktioniert, die verfügbaren Waffen interessant und Bosse charmant sind, so hat Have a Nice Death doch noch seine Early-Access-Probleme. Mehr Heil-Items wären beispielsweise nett, nicht einmal wenn ihr eine Ebene abschließt und den Aufzug in den nächsten Bereich nehmt, kriegt ihr etwas aufgefüllt. Aber am schwersten wiegt doch der aktuelle Mangel an Inhalt. Denn auch, wenn ihr drei Waffen gleichzeitig führen und coole Kombos auslösen könnt, so habt ihr doch schnell alles gesehen und genutzt.

Aber wie bereits erwähnt, Have a Nice Death ist noch im Early Access. Die Konkurrenz im Roguelike-Metroidvania-Bereich können die Magic Design Studios nicht ausstechen. Wenn sie aber kontinuierlich neue Inhalte einpflegen, dann hat das Spiel durchaus das Potenzial, eine Alternative zu Dead Cells, Rogue Legacy oder Curse of the Dead Gods zu werden.
 
Have a Nice Death PC
Einstieg/Bedienung
  • Präzise Steuerung
  • Nützliche Tutorials im Stil einer Firmeneinführung
  • Controller wird nicht zuverlässig erkannt
Spieltiefe/Balance
  • Witziger Story-Ansatz
  • Flotte, fordernde Kämpfe
  • Spaßige Spezialfähigkeiten
  • Simples, aber gutes Upgrade-System
  • Stark gemachte Bosse
  • Sinnvolle Upgrade-Mechanik
  • Unterhaltsame Gespräche mit Mitarbeitern
  • Aktuell noch ziemlich wenig Inhalt
  • Gegnertypen abwechslungs- aber nicht zahlreich
  • Heilkugeln sehr selten
Grafik/Technik
  • Sehr schicker Cartoon-Grafikstil
  • Flüssiger Spielablauf
  • Durch viele Effekte teils unübersichtlich
Sound/Sprache
  • Passender Soundtrack
  • Wuchtige Soundeffekte
  • Gebrabbel bei Dialogen nervt
Multiplayer

Nicht vorhanden
 
7.0
Note für Test der Early Access-Version (Stand: März 2022) : 7.0
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
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Dennis Hilla 13. März 2022 - 13:48 — vor 2 Jahren aktualisiert
Dennis Hilla 30 Pro-Gamer - P - 172474 - 11. März 2022 - 17:58 #

Viel Spaß beim Schauen und Lesen!

Goremageddon 16 Übertalent - 4035 - 11. März 2022 - 18:59 #

Klingt interessant. Mal schauen was letzten Endes daraus wird. Danke auf jedem Fall für den Einblick.

Labrador Nelson 31 Gamer-Veteran - P - 266417 - 12. März 2022 - 0:10 #

Mensch Dennis, ITEMS! Hat dir nicht der Christoph schon vor Jahren beigebracht, dass man "Items" englisch ausspricht? Also "eitems" und nicht "ihtems". Wenn deutsch, dann bitte "Gegenstände". Also wirklich, cringe galore... ;)

TheRaffer 23 Langzeituser - P - 40292 - 18. März 2022 - 17:22 #

Danke :)

Ganon 27 Spiele-Experte - - 83895 - 21. März 2022 - 23:19 #

Ich schließe mich an. ;-)

Shake_s_beer 19 Megatalent - - 19073 - 12. März 2022 - 9:27 #

Danke für den Einblick. Metroidvania ist definitiv eines meiner Lieblingsgenre, von Spielen mit Roguelike-Elementen habe ich mich hingegen immer ferngehalten.
Have A Nice Death klingt aber ganz spannend und sieht charmant aus. Vielleicht gebe ich dem Titel mal eine Chance, wenn es aus dem Early Access raus ist. :)

Faerwynn 20 Gold-Gamer - P - 20268 - 13. März 2022 - 13:16 #

Oh, das könnte später mit mehr Inhalten tatsächlich was für mich werden.

Ganon 27 Spiele-Experte - - 83895 - 21. März 2022 - 23:20 #

Geiler Grafikstil aber Roguelike, meh...

Maverick 34 GG-Veteran - - 1328144 - 28. März 2022 - 8:38 #

Optisch sieht der Titel jedenfalls doch ganz nett aus. :)