Hard West 2

Hard West 2 Test+

Rundentaktik-Knobelei

Hagen Gehritz / 8. August 2022 - 20:00 — vor 7 Wochen aktualisiert
Steckbrief
PC
Strategie
Rundentaktik
Ice Code Games
04.08.2022
Link
GMG (€): 19,99 (STEAM)

Teaser

In Hard West 2 spielt ihr eine Bande bunter Gestalten, die einen Dämon jagen. Die Kämpfe haben eine besondere Dynamik, da jeder erledigte Feind einen Extra-Zug gewährt.
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Anders als Hard West (im Test) stammt die Fortsetzung nicht von CreativeForge (den Macher von Phantom Doctrine), sondern Publisher Good Shepherd beauftragte mit Ice Code einen anderen Entwickler mit der Fortsetzung. Der übernimmt neben dem Szenario aber nur gewisse Details wie den Skill, mit dem Kugeln an Objekten abprallen und dann ihr Ziel finden. Ingesamt setzt das Team jedoch einen deutlich anderen Fokus und der bietet einiges Spaßpotential, wenn man sich mit einem Knackpunkt arrangieren kann.

In Hard West 2 spielt ihr Revolverheld Gin und seine Bande: Mystikerin Flynn, Haudrauf Laughing Deer und seinen Protegé Kestrel Colt. Zu Beginn überfallen sie den "Mitternachtszug", der transportiert angeblich Goldreserven, soll aber verflucht sein. Gin lebt zwar in einer Welt voller Zombies, Monster und schwarzer Magie, bei Flüchen ist aber für ihn Schluss, das ist bestimmt nur Quatsch. Nachdem im schönen Tutorial der Zug gekapert wurde, verwandelt der sich in ein seltsames Stahlungetüm und der Dämon Mammon erscheint. Gin will um die Seelen der Bande spielen (an Seelen glaubt er auch nicht), doch was nützt ein gezinktes Deck, wenn der Teufel besser betrügt? Dank Flynn entkommt Gin gerade so. In der Story  müsst ihr seine anderen Mitstreiter wiederfinden und neue Helfer wie den untoten Cowboy Bill anheuern, um Mammon zu jagen und die Seelen eurer Truppe zurückholen.
Bill kann die Kugeln in seinem Leib auf alle Gegner in Sichtweite schleudern. Je mehr Lebenspunkte der untote Kompagnon zuvor verlor, desto mächtiger wird die Attacke.


Bravo Bravado!

Das Kampfsystem von Hard West 2 bietet ein paar Feinheiten, so könnt ihr gewisse Tische umstoßen oder Särge aufklappen, um Deckungen zu erzeugen und es gibt Status-Effekte wie Blutung und Selbstheilung. Jedoch sind die Kämpfe in vielerlei Hinsicht reduziert in ihrer Komplexität, so kennt die Trefferwahrscheinlichkeit nur die Stufen 0, 25, 50, 75 und 100 Prozent, Nachladen spielt keine Rolle und jedes Squadmitglied hat genau eine Fähigkeit. Figuren besitzen drei Aktionspunkte, die ihr auf Bewegung, Angriff und andere Aktionen verteilt. Ein Nahkampfangriff kostet nur einen AP, die Pistole zwei und Gewehre alle drei.

Der zentrale Kniff: Besiegt jemand aus eurer Truppe einen Feind, füllen sich alle AP wieder auf. Ihr wollt also die Aktionen eures Squads möglichst effektiv kombinieren. Wenn ihr mehrere Gegner schwächt, kann sich der flinke Nahkampfexperte Laughing Deer von Opfer zu Opfer prügeln und so enorme Distanzen überwinden. Auch die Skills sind für Kombos entscheidend, insbesondere Flynns Fähigkeit, mit Freund oder Feind den Platz zu tauschen. Auch habe ich mich oft diebisch gefreut, wenn Gin eine breite Schattensalve durch Wände schoss, hinter denen sich die Gegner in Sicherheit glaubten.

Nichts ärgert dabei mehr, als wenn mitten in einer Kette ein Schuss mit 75 Prozent Trefferchance daneben geht. Daher ist es ratsam, das Glückselement möglichst zu reduzieren. Mit Bravado könnt ihr auch super einen Feind in die Flanke fallen, ihn erschießen, in die Flanke des nächsten ziehen und so weiter. Wenn das nicht geht, nutzt ihr das schön bescheuerte Querschläger-Feature und lasst Kugeln von rot markierten Metallobjekten abprallen. Das senkt nicht etwa die Trefferchane, sondern gilt als Umgehung der Flanke. Schließtlich gibt es Glückspunkte, die bei Aktivierung eure Trefferchance so weit wie möglich hochstufen (50 Glück macht aus 25 Prozent 75 Prozent). Glück kriegt ihr durch Sondereffekte, wenn ihr in Deckung getroffen werdet oder daneben schießt – es lohnt sich also auch mal, daneben zu ballern, was das Gefühl unterstreicht, trotz geruhsamem Rundentaktik-Gerüst durch die Levels zu preschen und mit rauchenden Colts um sich zu schießen.
Die deutsche Übersetzung ist überwiegend gelungen. Im Englischen kommentiert Gin aber kerniger den sprechenden Bärengeist mit "He spoke! In fucking English, I kid you not!"


Abenteuer im finsteren Westen

Nach dem Auftakt, der euch gelungen in das Prinzip einführt, werden die Karten der Hauptmissionen bald größer. Optionale Schätze auf der Karte zu erbeuten ist oft nicht schwer, wenn es kein Zeitlimit gibt. Es gibt jedoch auch optionale Herausforderungen, wie kein Squad-Mitglied zu verlieren oder einen Boss ohne Skills zu besiegen. Die Umgebungen reichen dabei von Städten über Altäre in der Wildnis bis hin zu Kämpfen zu Pferde oder auf Zügen. Auch die Gegner werden nach dem Auftakt vielfältiger. Angeschossene Untote heilen sich in ihrem Zug komplett, verlieren aber immerhin einen Punkt ihrer maximalen Lebenskraft dadurch. Gewisse Ureinwohner-Magier solltet ihr nie angeschossen überleben lassen, weil sie dann mit ihrer Zauberei ihre Lebenspunkte und Status-Eigenschaften mit denen eines Mitglieds eurer Truppe tauschen (diesen Trick kann auch Priester Lazarus auf eurer Seite lernen).

Zwischen Kämpfen reist ihr auf der Oberwelt umher. Auch wenn sich eure Gang im ersten großen Gebiet über die Kälte beschwert, verbraucht ihr keine Vorräte oder dergleichen. Ihr könnt euch also alle Zeit der Welt lassen, um den Kriegsnebel zu lichten und Text-Events anzugehen. Dort stoßt ihr auf verfluchte Bäume oder geht auf Kopfgeldjagd. Immer wieder trefft ihr dabei Entscheidungen. Manche stärken die Bindung zu einem Bandenmitglied. Gewisse Stufen schalten Perks frei oder erlauben euch, Verbündete ab einem gewissen Vertrauenslevel in Events einzusetzen. Insgesamt funktioniert dieser Spielbestandteil wie ein Abenteuerspielbuch: Bedingung X ist erfüllt oder Gegenstand Y wird geopfert, um die Situation zu lösen. Teils könnt ihr auch optionale Kämpfe umgehen, je nachdem, was ihr tut. Hier vereinfacht Hard West 2: Nie drohte eine Entscheidung das Vertrauen zu einem Begleiter zu senken und in fast allen Events könnt ihr einfach gehen und später wiederkommen, wenn ihr die entsprechenden Bedingungen erfüllt habt.

Die stimmigen Events sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern bringen euch Belohnungen wie Artefakte die zum Beispiel nach Abschüssen heilen oder die Chance auf kritische Treffer erhöhen. Oder Waffen mit besserem Schaden oder größerer Reichweite. Ähnliche Belohnungen gibt es für optionale Ziele in Missionen. Darunter auch Geld, dass ihr nicht nur bei Händlern gebrauchen könnt, sondern mit dem ihr auch Heiler auf der Weltkarte bezahlt. Eure Truppe bleibt nämlich in Sachen Lebenspunkte exakt auf dem Stand vom Ende der letzten gespielten Mission.
Jede Karte gibt eigene kleine Boni, doch noch wichtiger sind die freigeschalteten Perks für gute Poker-Kombinationen.
 

Karten auf den Tisch

Mit am wichtigsten sind Spielkarten. Die gebt ihr der Bande in einem separaten Aurüstungsfenster. Stellt ihr gewisse Poker-Hände zusammen, schaltet ihr stärkere Varianten und mächtige Perks frei. So ist Flynns Perk, dank dem sie nicht unter 25 Glückspunkte fallen kann, überaus mächtig. Mit einem Full House hat Gin sowohl den Perk, dass er im Bravado-Zustand einen Schadenspunkt mehr anrichtet, als auch einen verstärkten Skill und allgemein einen Schadenspunkt extra, wenn er Revolver benutzt. Kämpfe bestreitet ihr immer zu viert, wenn ihr also die Trupp-Zusammensetzung ändert, weil zum Beispiel Laughing Deer angeschlagen ist und ihr nicht direkt alle heilen wollt, dann werdet ihr vor dem Kampf diverse Minuten gründlich Spielkarten und gegenbenenfalls auch Waffen und Items wie Dynamit und heilende Dosenbohnen hin- und herschieben.

Grafisch setzt Hard West 2 auf die Unity-Engine. Aus der nähe gewinnen Figuren und Kulissen keinen Schönheitspreis, aber die Levels sind detailreich gestaltet. Die Events mögen bei dem (mit 25 Euro bepreisten) Hard West 2 nur Illustrationen zeigen, doch sind es schöne Zeichnungen, die ebenso zur Stimmung beitragen wie Soundkulisse und Musik. Auch die englischen Sprecher von Gins Truppe machen einen Spitzenjob. Die sind nicht nur in Cutscenes oder auch mal Events zu hören, die Figuren haben eine Reihe netter Sprüche zur Auswahl, wenn ihr sie im Kampf anwählt und ab und zu gibt es auch in der Mission einen Kommentar über andere Mistreiter, die den Figuren etwas Farbe verleihen. Allerdings ist die Darstellung der amerikanischen Ureinwohner teils schon sehr arg klischeehaft, besonders bei Soundschnipseln von Feinden.

Autor: Hagen Gehritz (GamersGlobal)
 
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Meinung: Hagen Gehritz

Hard West 2 stammt von einem anderen Entwicklerteam als der Erstling. Das nimmt sich nur einige Elemente des Vorgängers wie Abprall-Schüsse und das coole okkulte Western-Szenario und strickt ein sehr eigens Spiel daraus. Die Kampfmechanik ist ganz auf das Bravado-System fokussiert und verliert sich abseits davon nicht in zu vielen Details. So lerne ich, die Gefechte nach Möglichkeiten abzusuchen, um die Umgebung und die Skills meiner Bande am besten auszunutzen und meinen Zug maximal zu verlängern. Mit einer Bravado-Kette einen ganzen Raum leerzufegen oder eine verzwickte Situation Stück für Stück aufzurollen ist jedes Mal ein Genuss! Auch wenn die Komplexität insgesamt reduziert ist, motiviert es ungemein, alle zur Verfügung stehenden Register zu ziehen mit gezieltem Wechsel von Revolver auf Gewehr, Schüssen in die Flanke über die Bande oder der Kombination von Fähigikeiten, indem zum Beispiel der angeschlagene Priester mit seinem Skill die Lebenspunkte mit dem untoten Bill tauscht, damit wiederum die Fähigkeit von Letzterem noch tödlicher wird.

Die Kombo-Fixierung ist aber auch ein Stückweit der Pferdefuß von Hard West 2: Frühe Erfolge machen das weitere Vorankommen leichter. Verpasse ich jedoch Chancen und die Feindhorden heizen mir ein, wird es schnell kaum mehr möglich, wieder die Oberhand zu gewinnen. Das gilt nicht nur für die langen Missionen der Hauptgeschichte (in denen vereinzelt ohne Vorwarnung zwei Kämpfe Rücken an Rücken folgen) sondern auch zu gewissem Grad für die Kampagne als Ganzes, denn die Belohnungen für optionale Herausforderungen sind oft sehr nützlich. Die Kämpfe sind somit eher Puzzles. Gebe ich eine “falsche Lösung” ein und ein Squad-Mitglied wird schwer getroffen oder gar getötet, fühle ich mich regelrecht zum Neuladen gezwungen. Da fällt Hard West 2 jedoch auf die Füße, dass ich Züge nicht zurücknehmen kann. Auch wenn zu Beginn jedes Zugs gespeichert wird, sind außerdem die Ladezeiten bei Neuladen für so ein Spielprinzip einen Tick zu lang. Im schlimmsten Fall merke ich sogar mitten in einem langen Gefecht, dass ich bestimmte Items oder eine andere Squad-Zusammensetzung brauche und fange von vorne an. Das ist mir jedoch nur sehr selten passiert.

Auch wenn das sich in die länge ziehende Neuladen nach einem mehrfach verpatzten Zug manchmal frustrierte: Grundsätzlich habe ich mich gerne auf den Knobel-Taktik-Ansatz von Hard West 2 eingelassen und hatte Spaß an den Gefechten. Die Schnitzeljagd nach dem Geisterzug bleibt interessant, es warten spannende Begegnungen auf der Weltkarte und durch die Eigenheiten gewisser Gegner-Typen und die gute Mischung an Levels wird auch Abwechslung geboten.

Jörg Langer

Wenn mich Hard West 2 nicht so wahnsinnig angemacht hat, liegt das vor allem an dem Wahnsinn des Szenarios. Wilder Westen plus Science Fiction nehme ich jederzeit (Firefly), aber was haben die denn gerade „alle“ (Weird West, Hard West 1 und nun eben Teil 2) mit Okkultismus? Und wenn mich ein Szenario nicht anmacht...

Zudem mag ich Rundentaktik nicht, wo es vor allem darauf ankommt, einen Gegner komplett zu schrotten, um quasi einen Turn Reset zu bekommen um dann den nächsten zu schrotten, und so weiter. Dieses "Killing Spree"-Prinzip als Spezialität eines Einheitentyps wie bei Warhammer 40K – Chaos Gate? Okay. Aber als zentraler Bestandteil wie bei Gears of War Tactics ist mir das zu viel. Denn wenn es mal schiefgeht, heißt es oft genug neuladen.
 
Hard West 2 macht vieles richtig. Das Umherreiten auf der Landkarte ist nicht neu, gibt mir aber die Illusion, selbst meinen Weg zu suchen. Die Charaktere spielen sich abwechslungsreich, auch wenn die „3x über Bande"-Kunstschüsse fast schon zu viel sind. Via Kartendecks kann ich die Leute pimpen, ich habe Auswahl bei der Bewaffnung, alles okay. Aber „okay“ ist mir bei Rundentaktik nicht genug.
 
HARD WEST 2 PC
Einstieg/Bedienung
  • Übersichtliche Steuerung
  • Gute Visualisierung von Sichtlinien und Trefferchancen bei Zugplanung
  • Drei Schwierigkeitsgrade
  • Automatisches Speichern nach jedem Zug und an Orten auf der Weltkarte
  • Schnelltaste, um Glück für Schuss zu nutzen, funktionierte standardmäßig nicht
  • Teils fummelige Inventarverwaltung (keine Figur darf alle Waffen ablegen)
Spieltiefe/Balance
  • Motivierendes Kampfsystem, indem ausgeschaltete Feinde Extra-Züge bringen
  • Taktisch interessanter individueller Skill für jedes Squad-Mitglied
  • Gegnertypen und Umgebungen sorgen für Varianz
  • Interessantes Stärkung der Party durch Poker-Karten-System
  • Kurzweilige Choose-Your-Own-Adventure-Events auf Weltkarte
  • Cooles Szenario und kernige Anti-Heldentruppe
  • Durch Kombo-Fokus  enden Patzer häufiger in negativen Domino-Effekt, der zum Neuladen nötigt
  • Trial&Error-Elemente treffen auf fehlende "letzten Zug zurücknehmen"-Funktion und lange Ladezeiten
  • Keine Vorschau auf Karte oder Gegnertypen vor Einsatz
Grafik/Technik
  • Detailliert gestaltete Umgebungen
  • Teils macht KI idiotische Züge
  • Kamera zeigt teils lieber die Kulisse statt der Figur, die momentan durchlöchert wird
  • Eher grobe Figurenmodelle
Sound/Sprache
  • Stimmige Musik
  • Sehr gute englische Sprecher der Bande
  • Akzente und Brüllen der amerikanischen Ureinwohner wirkt sehr klischeebeladen
  • Events nur teilweise vertont
Multiplayer
Nicht vorhanden
7.5
Userwertung8.7
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
Minimum: Win 10, i5-4690T / Phenom X4 9850, GTX 750 II/ RX 550, 8 GB RAM, 35 GB HDD
Maximum: Win 10, i5-2320/ Ryzen 3 3200, GTX 1050Ti II, RX 570, 8 GB RAM, 35 GB SSD
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
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Hagen Gehritz 8. August 2022 - 20:00 — vor 7 Wochen aktualisiert
Hagen Gehritz Redakteur - P - 112203 - 8. August 2022 - 20:00 #

Viel Spaß mit dem Test!

"Was haben denn nun 'alle' mit Okkultismus?" > Endlich mal guten Geschmack! Oder immerhin meinen Geschmack. Das war noch nichtmal das letzte Spiel mit dem Setting in diesem Jahr. Flying Wild Hog ist als nächstes dran mit Evil West.

xan 18 Doppel-Voter - P - 11506 - 8. August 2022 - 20:46 #

Danke für das schöne Testvideo und den Test. Mich hat Weird West auch ungewohnt gut abgeholt, wo ich mir da fast mehr ein Rundentaktiksystem gewünscht hätte, aber habe mich reingefuchst.

Hard West 2 sieht auch gut aus, ob mir das Bravado-System nicht ein Hauch zu actionlastig ist mag ich noch nicht sagen, aber was ist mit der Story?

(Zuerst haben mich die Charakterwechsel bei Weird West erst abgeschreckt, aber habe es dann doch lieben gelernt durch die gut geschriebene Geschichte. Und wie man sich Charakter für Charakter der 'Wahrheit' hinter allem annähert.)

Hagen Gehritz Redakteur - P - 112203 - 8. August 2022 - 21:06 #

Gin und seine Posse sind mir durch ihre Sprüche sympathisch geworden und die bringen sich auch in den Events immer wieder in Erinnerung. Mit höherem Vertrauenslevel erzählen sie auch mehr zu ihren tragischen Hintergrundstories. In einer Mission muss sich auch jemand den eigenen inneren Dämonen stellen, was aber eher für schön schräges Level- und Sounddesign genutzt wird.

Die Hauptgeschichte ist letztlich eine Schnitzeljagd nach Spuren zum Zug, aber die Missionen, die sich daraus ergeben, schöpfen ebenso wie die Events schön aus dem Szenario. Ist alles düster und überall gibt es nur Tod, aber durch die abgebrühten Bandenmitglieder bleibt es überwiegend leichtherzig und kurzweilig.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 71168 - 8. August 2022 - 21:29 #

Also ich find das Setting auch ansprechend. :)

Slaytanic 25 Platin-Gamer - - 60674 - 9. August 2022 - 0:30 #

Ich habe mit dem Setting auch keine Probleme. ;)

Vampiro 27 Spiele-Experte - - 76072 - 8. August 2022 - 20:15 #

Vielen Dank für den schönen Tets! Wieso wurde denn ein anderer Entwickler beauftragt?

Ich hatte Hard West damals gebacken. Dann habe ich das mit dem etwas weirden setting gelesen irgendwann (also vor oder zum Release) und es ist auf meiner "to play" Liste nach unten gerutscht, immer noch nicht gespielt :-/

"Wilder Westen plus Science Fiction nehme ich jederzeit (Firefly)" --> Ist das jetzt endlich die Bewerbung für ein RimWorld Let's Play?!?!!?!?!? ;-D

Q-Bert 23 Langzeituser - - 41253 - 8. August 2022 - 21:02 #

Mir gefällt HW2 bisher sehr gut. Deutlich besser als Teil 1, deutlich besser als Weird West, aber nicht ganz so gut wie Phantom Doctrine oder gar Wasteland 3.

Das Setting von HW2 ist klar: Schrott. Den bescheuerten Geisterzug hätt`s echt nicht gebraucht und Wilder Westen im Tiefschnee auch nicht. Die gesamten Mechaniken hätte man auch wunderschön ein ein normales "Native American Setting" mit etwas indigener Schamanenzauberei einfügen können. Ohne die Steven-King'sche-Horrorscheiße.

Die Taktikpuzzle-Gefechte machen aber mächtig Spaß und sind auch auf der Stufe "normal" schon gut fordernd. Die Charakterentwicklung über Pokerkarten find ich wunderbar gelöst. Die Waffenvielfalt, naja, wird hoffentlich noch besser und schade, dass es generell (bis auf einen "Talisman") keinerlei Rüstungs- oder Klamotten-Items gibt.

Das Rumreiten auf der Landkarte ist ziemlich überflüssig, trotz Zeitbeschleunigungsfunktion. Das war bei Wasteland 3 sinnvoller gelöst, da war die Map schicker und es gab auch Zufallsereignisse. Da verliert HW2 einiges an Flair gegenüber der Konkurrenz mit ähnlichen Mechaniken.

Für Widescreener: Hard West 2 läuft problemlos in 32:9, lediglich bei den Ladebildschirmen haben die Entwickler peinlichst gepatzt, da sind an den Rändern z.T. noch Dummytexte zu sehen. Tststs.

Mein Fazit: Die Wertung passt schon so, vielleicht mit leichter Tendenz nach oben.

Goremageddon 15 Kenner - 3911 - 9. August 2022 - 20:36 #

"Den bescheuerten Geisterzug hätt`s echt nicht gebraucht und Wilder Westen im Tiefschnee auch nicht. Die gesamten Mechaniken hätte man auch wunderschön ein ein normales "Native American Setting" mit etwas indigener Schamanenzauberei einfügen können."

Stimmt aber das fände ich nicht halb so interessant wie das gewählte Setting.
Wie so oft Geschmackssache.

GeneralGonzo 14 Komm-Experte - 2256 - 8. August 2022 - 21:24 #

Keine Kaufempfehlung - zu viele Bugs !

Spiele die letzte Mission von Kapitel 1 auf "Hard" !

Spielziel: erreiche Position X ! Ok....kein Rundenlimit, läuft!

Harte Gegner, kämpfe mich gut durch - nach 4 Runden sagt das Spiel: Verloren, deine Bande hat das Ziel nicht in der angegebenen Zeit erreicht !!!!

Hallo ? Wie bitte ? Reloads, Saves - egal was man tut - Ergebnis bleibt das Gleiche! Gamebreaker - vielen Dank, und delete.....

Hagen Gehritz Redakteur - P - 112203 - 8. August 2022 - 21:45 #

Just bei der Mission habe ich mich beim ersten Mal auch gewundert, aber nach dem Neuladen habe ich den Rundentimer oben rechts gesehen, kann also nicht sagen, ob ich es in dem Fall nur übersehen habe. Konnte die Mission jedenfalls im Test beenden.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 41253 - 9. August 2022 - 1:47 #

Bei mir wird der Timer mit 8 Runden angezeigt (Stufe normal) und auch im Missionsziel steht es. Aber 4 Runden?? Vielleicht wenn Flynn sich zum Ziel teleportiert :)

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 71168 - 8. August 2022 - 21:28 #

Schöner Test. Den Vorgänger fand ich ganz gut, aber Teil 2 lass ich wohl aus, mich spricht das nicht so an, dass die Taktik-Gefechte nun mehr nen Puzzle-Charakter haben.

GeneralGonzo 14 Komm-Experte - 2256 - 8. August 2022 - 21:32 #

iss leider so ! Savescum at it´s best

TheLastToKnow 26 Spiele-Kenner - - 75157 - 9. August 2022 - 7:30 #

Ich muss sagen, dass mich das Spiel schon sehr gut unterhalten hat, auch wenn es nicht perfekt ist. Ich mag das cheesige Setting, die Over-The-Top-Ballereien, die kleinen Abenteuer auf der Worldmap, das Pokerkartensystem,...
Bugs hatte ich übrigens keine, und auch Savescum ist meiner Meinung nach nicht nötig, wenn man nicht unbedingt den härtesten Schwierigkeitsgrad braucht. Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit und stimme dem Test größtenteils zu, würde allerdings noch eine ganze Note drauflegen aus meiner persönlichen Sicht.

Flooraimer 12 Trollwächter - P - 959 - 9. August 2022 - 10:20 #

Danke für den Test, Hagen. Der ganz große Wurf scheint es nicht geworden zu sein, aber ich hab meinen Spaß mit Hard West 2. Hoffentlich warten noch mehr abgedrehte Gebiete. Nach dem fulminanten Auftakt wirkt das alles eher nüchtern. Scars of Freedom bleibt mein Favorit der Serie. Der Test und die Note sind absolut nachvollziehbar. Schön das Jörg mit einem Meinungskasten seine Sicht hinzufügt. Ich bin optimistisch das ein eventueller Dlc noch eine Schippe drauflegen kann, was Spielmechanik und Atmosphäre angeht.

Goremageddon 15 Kenner - 3911 - 9. August 2022 - 20:39 #

Das schaut doch eigentlich richtig gut aus. Danke für den Test. Den Titel hatte ich nicht auf dem Radar. Wird eingetütet.

AL 612 TV 05 Spieler - 35 - 11. August 2022 - 19:50 #

Ach wenn´s doch mal wieder ein ordentliches RTS-Spiel - gerne mit genau dem Setting - gäbe.

So muss ich dann doch wieder C&C, Warcraft II oder Commandos ausgraben.

Vampiro 27 Spiele-Experte - - 76072 - 11. August 2022 - 20:28 #

AoE4

Goremageddon 15 Kenner - 3911 - 13. August 2022 - 20:36 #

Commandos? RTS?

TheRaffer 22 Motivator - - 34920 - 13. August 2022 - 10:16 #

Schade, wenn die Schlachten eher ein Puzzle mit einer Musterlösung sind. Das hätte ich mir anders gewünscht.
Allgemein schreckt mich aber auch eher der Mysterieaspekt ab. Reines Wild West hätte mir besser gefallen. :)

Q-Bert 23 Langzeituser - - 41253 - 13. August 2022 - 16:50 #

Es gibt keine Musterlösung und auch nicht "den einen, richtigen Weg". Aber du musst dir halt in jeder Runde Gedanken machen, wie du den Bravado-Streak am Laufen hältst... mein Rekord steht bei 6 Kills mit einem Charakter in einer Runde. Solche Kill-Streaks sind notwendig, sonst überrennen dich die Gegner aufgrund ihrer massiven Überzahl. Aber es gibt es zig unterschiedliche Möglichkeiten und Taktiken und wenn du auf der normalen Schwierigkeitsstufe spielst, ist es auch nicht kriegsentscheidend, wenn du mal nen Fehler machst.

TheRaffer 22 Motivator - - 34920 - 14. August 2022 - 18:51 #

Danke Q-Bert für die Erläuterungen. Dann ist es ja nicht ganz so gravierend :)

Christoph 18 Doppel-Voter - P - 9970 - 16. August 2022 - 17:43 #

Gute Gelegenheit, endlich mal den vor Ewigkeiten gekauften Teil 1 zu spielen! ;-)