Test: GTA auf dem iPhone

GTA - Chinatown Wars Test

Etwas über ein Jahr ist es her, dass GTA - Chinatown Wars die beliebten Autojagden und Gangstermissionen von Rockstar Games auf den DS übertrug. Kürzlich folgte eine PSP-Fassung, und nun macht der Triaden-Handlanger Huang auch noch iPhone/iPod Touch unsicher. Kann das 8 EUR günstige Spiel auf der Apple-Plattform überzeugen?
GG-Redaktion 28. Januar 2010 - 2:34 — vor 6 Jahren aktualisiert
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von Marcus Rothermel

In Grand Theft Auto - Chinatown Wars kehrt ihr einmal mehr in die wohl kriminellste -- und glücklicherweise fiktive -- Stadt der USA zurück: Liberty City. Dort schlüpft ihr in die Rolle von Huang Lee, dem Sohn eines verstorbenen Triaden-Bosses, der damit beauftragt worden ist, seinem Onkel Kenny ein altes Schwert zu überbringen. Da sich Huang bisher eher dem Ausgeben des familiären Vermögens im heimischen China als der Beteiligung an den väterlichen Geschäften gewidmet hat, möchte er den Botendienst einfach nur schnell hinter sich bringen. Doch schon bei seiner Ankunft in Liberty City wird Huang angegriffen und ausgeraubt. Fortan beginnt das alte Spiel des Hochdienens vom Handlanger zum Gangster-Großkaliber, das bislang noch jedes GTA bestimmt hat.

Wie in alten Zeiten
Übersichtlich: In Chinatown Wars betrachten wir das Geschehen immer von schräg oben.

Chinatown Wars erinnert grafisch stark an die ersten beiden GTA-Spiele für den PC aus den Jahren 1997 und 1999: Statt in 3D steuert ihr Huang nämlich aus der Vogelperspektive, die euch trotz kleinem Bildschirm die nötige Übersicht verschafft. Nachdem ihr erfolgreich den Entführern entkommen seid, müsst ihr euch ein Auto schnappen und dem besagten Onkel einen Besuch abstatten -- allerdings mit leeren Händen. Hierbei bekommt ihr gleich einen der wenigen Schwachpunkte von Chinatown Wars auf dem iPhone zu spüren: Die Steuerung von Fahrzeugen ist etwas ungenau. Während ihr beim Laufen über einen gut funktionierenden virtuellen Analog-Stick die Bewegungen eures Charakters steuert, stehen euch bei den (wichtigen!) Autofahrten nur noch zwei Pfeile zum Lenken zur Verfügung. Gerade in späteren Missionen, bei denen ihr möglichst schnell an einen anderen Ort kommen müsst, wird euch diese Steuerung Nerven kosten, da es durch Ungenauigkeiten kaum möglich ist, längere Strecken schnell und ohne Crash zu absolvieren. In diesem Punkt ist die iPhone-Version ganz deutlich den famos zu steuernden Varianten für DS und PSP unterlegen.

Hat man sich aber etwas an die holprigen Fahrten gewöhnt, wird das Fahren in Chinatown Wars dennoch zu einem echten Erlebnis. Denn auch auf dem iPhone sowie dem iPod Touch sind deutlich die unterschiedlichen Eigenschaften der Autos zu spüren: Einige sind schneller, andere wiederum robuster. Manche Fahrzeuge kommen in jeder schärferen Kurve ins Schlittern, andere ändern ihre Fahrtrichtung nur schwerfällig.

Triaden-Arbeit

Während ihr ein paar Missionen für euren Onkel absolviert, entbrennt in Chinatown ein Kampf um die Nachfolge eures Vaters. Mit der Zeit schaltet ihr immer mehr Auftraggeber frei, die euch davon überzeugen wollen, dass sie der Richtige für diese Position sind und so um eure Arbeitskraft werben. Die alltäglichen Aufgaben für den Sohn eines verstorbenen Triaden-Bosses variieren dabei stark. Da der Ruf der Triaden durch den Tod eures Vaters stark gelitten hat, muss der Bevölkerung wieder Respekt eingeflößt werden. Dies schafft ihr, indem ihr Geschäfte anzündet oder feindliche Gruppierungen schwächt und deren Pläne durchkreuzt.

Häufig sind derartige Missionen unter Zeitdruck zu erledigen, etwa dann, wenn ihr verhindern müsst, dass Läden angezündet werden, von denen euer Auftraggeber Schutzgeld kassiert. Der eine oder andere Missionsgeber schafft es aber auch, euch eher seltsame Arbeiten als Dienst für die Triaden zu verkaufen. So müsst ihr einmal euren derzeitigen Chef bei einem Autorennen unterstützen, indem ihr im Vorfeld die gegnerischen Wagen manipuliert und während des Rennens die anderen Fahrer von der Straße rammt.

In einer anderen Mission müsst ihr einen angeblichen Freund eures Auftragsgebers aus der Obhut der Polizei befreien. Der herzkranke Gefängnisinsasse soll aus gesundheitlichen Gründen verlegt werden. Ihr müsst also unter Zeitdruck zum Flughafen, dort die ihn bewachenden Polizisten ausschalten, den Krankenwagen inklusive Patient entführen und ihn, verfolgt von den deutlich schnelleren Polizei-Autos, sicher in ein Versteck bringen. Natürlich dürft ihr nicht zu schnell oder turbulent fahren, da ansonsten das Herz des Patienten versagt und ihr ihn erst einmal wiederbeleben müsst. Endlich im Versteck angekommen, bringt euer Auftraggeber den aufwändig befreiten Bekannten einfach um. Sorry für den Spoiler, aber es gibt noch viele andere solch zynischen Überraschungen.

Effektvoll: Die Explosionen von zerstörten Fahrzeugen füllen meistens den ganzen Bildschirm aus. Gegen unseren gut gepanzerten Rhino-Tank hat die Polizei keine Chance.
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