Need for Grid

Grid 2 Test

Benjamin Braun 28. Mai 2013 - 15:00 — vor 5 Jahren aktualisiert
before
after
Die Xbox-360-Version rechts macht eine immer noch ziemlich gute Figur, und enthält alle, wenn auch schwächere Spiegel- und Schatteneffekte. Sowohl bei den Fahrzeugen als auch in der Umgebung wie etwa der Straße wirken die Texturen gröber. Deutlich sichtbar ist auch die fehlende Kantenglättung. Die Ladezeiten fallen in der Konsolenversion in etwa gleich aus.
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Großer Fuhrpark ohne CockpitÜber einen Mangel an Rennautos können wir uns in Grid 2 wahrlich nicht beklagen. Neben unzähligen leicht gepimpten Serienfahrzeugen von BMW, Nissan, Chevrolet oder Mercedes stehen auch zig typische Rennkarossen wie der CLK GTR, der Pagani Zonda oder der Ariel Atom zur Verfügung. Gemein haben all diese Fahrzeuge, dass sie ein gutes bis sehr gutes Schadensmodell bieten, das ziemlich detaillierte Beschädigungen an den Autos zulässt. Das geht zwar nicht ganz so weit wie in einem Burnout Paradise, hat dafür aber die realistischeren Auswirkungen aufs Fahrverhalten.

So detailverliebt die Autos aber auch nachgebildet sind und auch soundtechnisch kaum Wünsche offenlassen, wenn etwa die Muscle-Cars ohrenbetäubend ihr Triebwerk sprechen lassen – ein großes Manko vereint alle: es gibt keine Cockpitperspektive. Anstatt also aus der denkbar authentischsten Position heraus die Rennen fahren zu können, seid ihr auf eine der vier Außenperspektiven angewiesen. Begründet hatte Codemasters die Streichung der Cockpitperspektive damit, dass die Spieler sie im Vorgänger kaum genutzt hätten. Ob das nun stimmt oder die Entwickler womöglich einfach nur den Mehraufwand scheuten: Mit dieser Entscheidung geht Grid 2 ein besonders reizvolles Element verloren. Nicht, dass die Rennen aus der Außenansicht nicht spannend wären und kein intensives Mittendringefühl vermitteln würden, aber aus der echten Fahrerperspektive heraus und mit dem Blick in den Rückspiegel hätte Codemasters dieses Gefühl noch deutlich intensivieren können. Immerhin haben die Entwickler einen echten Fahrer hinters Steuer gesetzt, den wir je nach Fahrzeug und Perspektive beim Schalten und Lenken beobachten können. So oder so: Das Geschwindigkeitsgefühl ist groß, auch, da es sehr geschickt durch Motion-Blur-Effekte unterstützt wird. Am besten zur Geltung kommt es aber natürlich in der Asphaltansicht oder der Motorhaubenperspektive.
Auf die Cockpitperspektive müsst ihr in Grid 2 verzichten. Anstelle eines Blicks in den Rückspiegel müsst ihr die Kamera kurz drehen, damit ihr genauer seht, was gerade hinter euch passiert.


Details am Streckenrand gibt es mehr als genug – und zumindest am PC meist gestochen scharf. Die regenverdächtigen Wolken am Himmel täuschen allerdings: Wettereffekte gibt es in Grid 2 nicht.
Schöne Grafik, schönes Wetter Ohne der Xbox-360-Version zu nahe treten zu wollen: Gegen die PC-Fassung von Grid 2 sieht das Rennspiel ziemlich alt aus. Während es auf der Konsole recht grobpixelig wirkt, zeigt die PC-Fassung größtenteils gestochen scharfe Texturen. Dass Codemasters hier extra noch mal Hand angelegt hat, zeigt auch die reine Datenmenge des Spiels. Während auf der Xbox gerade mal etwas mehr als fünf Gigabyte auf die Festplatte gespült werden können, wiegt die Steam-Fassung stolze 13 GB. Wertiger sieht die Version für den heimischen Rechenknecht aber nicht nur bei den Texturen, sondern auch bei den Effekten aus. Insbesondere die Spiegelungen auf dem Hochglanzlack der Boliden können sich mehr als sehen lassen. Von den deutlich sichtbaren Klötzchen der 360-Fassung abgesehen, macht aber auch die  Konsolenumsetzung alles in allem keine schlechte Figur. Auch hier sind gerade während der Nachtfahrten tolle Licht- und Schatteneffekte zu sehen, und beim Geschwindigkeitsgefühl durch verschiedene Verzerreffekte gibt es aus unserer Sicht ebenfalls wenig zu klagen. Partikeleffekte wie etwa bei aufgewirbeltem Staub oder beim Verlassen der Piste sehen auf dem PC erwartungsgemäß natürlich besser aus.

Alternativen
Freunde von Arcade-Racern mit Hang zu wilden Drifts kommen im Codemasters Rally-Ableger Dirt Showdown (GG-Test: 8.0) auf ihre Kosten. Noch arcadiger und rasanter geht es in Need for Speed Most Wanted (GG-Test: 8.0) zu. Wenn für euch kein Weg um simuliertes Rennfeeling inklusive wechselnder Witterungsverhältnisse und Cockpitperspektive vorbeiführt, dürfte F1 2012 (GG-Test: 8.5) interessant sein. Xbox-360-Besitzer sollten den Schönwetter-Raser Forza Horizon (GG-Test: 8.0) ins Auge fassen, das ähnlich wie Grid 2 arcadiges Fahrgefühl und relativ realistische Fahrzeugphysik vereint.
Beide Plattformen gemein haben, dass auch neben der Strecke viel los ist. Gerade auf den Stadtkursen wimmelt es nur so von detailliert nachgestalteten Gebäuden oder Denkmälern wie dem von Columbus in Barcelona, und überall tummeln sich Zuschauer, von denen wir beim Fahren kaum merken, dass sie öfter nur rumstehen als uns mit ausgestreckten Armen zuzujubeln. Sehr schön ist auch der Himmel, an dem mal die Sonne, mal dunkle Regenwolken stehen. Schade eigentlich, dass es in Grid 2 niemals anfängt zu regnen. Das hätte nicht nur gut aussehen können, sondern hätte auch einen spielerischen Mehrwert gebracht. Wetter gibt es auch in den Multiplayer-Rennen nicht, die wir vorab noch nicht ausführlich testen konnten. Dort könnt ihr eine eigene Online-Lobby eröffnen und so selbst über Renntyp, manuelle Schaltung oder auch Kollisionsverhalten bestimmen. Auch, ob das Fahrerfeld mit KI-Gegner aufgefüllt werden soll oder nicht, liegt dann in eurer Hand. Zusätzlich warten die "Global Challenges" auf euch, wobei ihr Medaillen und EXP sammelt, indem ihr Bestzeiten auf den Rennstrecken aufstellt. Später soll es auch wöchentliche Events geben, in denen ihr euch in speziellen Rennen mit anderen Spielern messen könnt. Wer keine Lust auf den Online-Mehrspielermodus hat, kann aber auch offline im Splitscreenmodus gegen Freunde antreten. Der Splitscreenbetrieb steht euch für alle Eventtypen zur Verfügung.

Autor: Benjamin Braun/ Redaktion: Christoph Vent (GamersGlobal)

Benjamin Braun
Mensch, Codemasters. Erst streicht ihr die Cockpitperspektive und dann weicht ihr den im Vorgänger noch mehr oder weniger gleichwertigen Simulationsaspekt durch mächtige Drifts noch weiter auf. Und erklärt mir bei Gelegenheit auch mal, weshalb ich die Fahrhilfen nicht mehr nach eigenem Gusto beeinflussen darf. Da hätte ich mir zumindest einen Teil des Rennfeelings frei gestalten können. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Mir macht Grid 2 viel Spaß. Es sieht gut aus, Siege werden mir auf den höchsten Schwierigkeitsgraden nicht geschenkt und zumindest bei aktiviertem Schadensmodell kann ich nicht wie in einem Need for Speed mit Bandenberührung sogar einen Vorteil im Kampf um die Plätze erwarten. Vor allem gefällt mir auch, dass es quasi keine Gummiband-KI gibt. Wenn der Vordermann einen großen Vorsprung hat, hole ich ihn nicht locker noch vor der Ziellinie ein, und wenn ich keinen Mist baue, geht es meinen Verfolgern ähnlich.

Mir persönlich macht es eben aufgrund der Arcadelastigkeit auch nicht so viel aus, dass ich nicht aus dem Cockpit heraus steuern kann. Sicherlich hätte es das Mittendringefühl noch erhöht, aber so bekomme ich immerhin mehr von der Umgebung mit. Paris oder auch Barcelona sehen schon schön aus – und zweifellos auch spektakulärer als die normalen Rennkurse. Was mir allerdings ein bisschen gefehlt hat, ist eine Wettersimulation. Klar, auch aus Forza wird trotz fehlenden Wetters kein schlechtes Spiel. Aber auf regennasser Strecke Abflüge zu verhindern oder sich auf sonstige Witterungsbedingungen einzustellen, hätte Grid 2 in jedem Fall bereichert. Mehr als Nachtrennen sind aber nicht drin. So bleibt für mich am Ende ein Spiel, das mich zwar gut unterhalten hat und immer noch eine ansprechende Rennmixtur bietet, aber eben auch eins, bei dem der Simulationsaspekt für ein Grid etwas zu stark unter den Tisch fällt. Mehr hätte sich Grid 2 der Need-for-Speed-Serie jedenfalls nicht mehr annähernd dürfen.

 Grid 2
Einstieg/Bedienung
  • Eingängige Steuerung
  • Vier Schwierigkeitsgrade (jederzeit im Menü änderbar)
  • Rückspulfeature ermöglicht Ausbessern von Fehlern ohne kompletten Neustart des Rennens
 
Spieltiefe/Balance
  • Rasante Drifts...
  • Fahrzeuge optisch stark individualisierbar...
  • Spannende Rad-an-Rad-Rennen
  • Abwechslungsreiche Spielmodi
  • Riesiger Fuhrpark
  • Hohe Spielzeit
  • Schadensmodell mit realistischen Auswirkungen aufs Fahrverhalten
  • Fast alle Eventtypen ohne Gummiband-KI
  • Großes Angebot an Strecken und Streckenverläufen
  • Dynamische Steckenveränderungen in "Live Route"-Events
  • ... die den Simulationsaspekt etwas zu stark aufweichen
  • ... aber kein technisches Tuning
  • Kein Wetter (nur Nachtrennen)
  • Fahrhilfen nicht einzeln zu- bzw. abschaltbar
  • Keine Cockpitperspektive
Grafik/Technik
  • Schöne Spiegel- und Glanzeffekte
  • Sehr detaillierte Fahrzeugmodelle
  • Gute Licht-, Schatten- und Partikeleffekte
  • Viel los neben der Strecke (Stadtkurse)
  • Einzelne Details wirken wie aufgeklebt
Sound/Sprache
  • Rennsounds an Umgebung angepasst...
  • Authentische Motorengeräusche
  • ... allerdings nicht immer fehlerfrei
  • Boxenfunk meist nur nutzloses Blabla
Multiplayer
Bewertung folgt  
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Userwertung
7.8
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Sport
Rennspiel
3
Codemasters
27.05.2013
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MacOSPCPS3360XOne
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Benjamin Braun 28. Mai 2013 - 15:00 — vor 5 Jahren aktualisiert

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