Test: Diablo im Weltraum?

Greed - Black Border Test

Viele der Talente machen sich mit umfangreichen Effekten bemerkbar; hier seht ihr das "Plasmabeben".
 
Gemeinsam gegen den Feind

Kommen wir zu einem echten Highlight von Greed: Werdet ihr allein der Gefahr nicht Herr, verlauft ihr euch in den großen Levels oder seid ihr generell nicht erpicht darauf, allein durch schummrige Höhlen zu laufen, so dürft ihr auch gemeinsam losziehen. Ein Koop-Modus für bis zu drei Spieler steht bereit, den ihr sowohl über LAN als auch Internet nutzen könnt. Zudem dürft ihr von Haus aus einen dedizierten Server einrichten – ein Feature, das heutzutage so mancher Blockbuster-Titel vermissen lässt. Etwas Handarbeit ist gefragt, denn der Serverbrowser funktioniert nur im Netzwerk. Wollt ihr Koop per Internet nutzen, so müsst ihr wie vor 15 Jahren die IP manell eintippen. Auch eine Chat-Lobby sowie einen integrierten VoiceChat haben wir schmerzlich vermisst.

Der vom Host ausgewählte Charakter (seit Patch 1.1 könnt ihr auch euren Solohelden im Multiplayer-Modus spielen) bestimmt den Schwierigkeitsgrad, und welche Levels zur Verfügung stehen. Da ist man von vergleichbaren Spielen komfortablere Optionen gewöhnt -- auf der anderen Seite gängelt auch Modern Warfare 2 seine Multiplayer-Fans gehörig, und wird dennoch gern gespielt. Alles in allem macht es in Greed großen Spaß, mit Freunden durch die Science-Fiction-Welt zu streifen und sich den Gegnerhorden in den Weg zu stellen.

Technisch gelungen

Der Pyro heizt hier einem Kampfroboter mächtig ein.
Die äußerst gelungen Lichteffekte hatten wir ja bereits erwähnt. Aber auch die Animationen der Charaktere können sich sehen lassen. Im Gegensatz dazu sind die Texturen niedrig aufgelöst, und Kanten trüben das Bild. Auf der höchsten Zoomstufe ist das Spiel zwar keinesfalls hässlich, zeigt sich aber auch nicht von seiner besten Seite. Das wiegt aber nicht sonderlich schwer, da ihr die meiste Zeit eh der Übersicht wegen weit weggezoomt aufs Spielgeschehen schauen werdet.

Beim Sound gibt es nichts zu meckern: Vor allem der Soundtrack aus der Feder von Henning Sommer kann sich hören lassen, wird aber auch nie aufdringlich. Wer sich davon selbst ein Bild machen will, der kann sich die komplette Stunde Musikuntermalung kostenlos beim Publisher Headup Games herunterladen. Aber auch die Sprachausgabe ist sowohl in der englischen als auch in der deutschen Fassung (beide auf der DVD enthalten) sehr gelungen und mit hochkarätigen Stimmen besetzt. Kenner der Spongebob-Serie werden dummerweise nicht umhin kommen, im Gespräch mit dem Händler an einem Schwamm mit Hosen zu denken -- dieser NPC wird nämlich von der deutschen Stimme des Spongebobs gesprochen, Santiago Ziesmer. Die Stimme des Marines hört hingegen auf den Namen Torsten Michaelis und sollte Filmfans als Wesley Snipes und Sean Bean bekannt sein. Nur die Dialoge sind im Spiel vertont. Die teils umfangreichen Texte auf PDAs müsst ihr selbst lesen.

Greed – Black Border kommt komplett ohne Kopierschutz in den Handel und kostet 29,99 Euro. Von ein paar wenigen Abstürzen beim Speichern abgesehen (die aber zu keinem Spielstandsverlust geführt haben), lief Greed stabil. Allerdings gab es zwei Stellen, an denen die Performance aus unerfindlichen Gründen massiv in den Keller ging. Für uns unverständlich, gibt sich das Spiel doch ansonsten äußerst hardwarefreundlich.

Auch in der Wüste geht es heiß her -- dieser Akt erinnert stellenweise recht deutlich an Diablo 2.


Fazit: Ein Zwitter mit Schwächen

Greed – Black Border ist weder ein richtiges Action-Rollenspiel noch ein Top-Down-Shooter – und genau hier liegt das Problem. Für ein Action-Rollenspiel gibt es streng genommen zu wenige Gegenstände, das bremst die Sammel- und Inventarverwaltungslust doch beträchtlich. Für einen Top-Down-Shooter ist es hingegen trotz der action-orientierten Kämpfe zu langsam. Auch bei der Gegnervielfalt kann sich Greed eine große Scheibe von Diablo 2 und Co. abschneiden.

Und doch: wir sind gerne durch die wirklich sehr schönen Umgebungen gestapft und gerollt. Die Jagd nacn Erfahrungspunkten entfaltet auch bei Greed ihren schwer zu begründenden Reiz -- mögen die Gegner noch so stupide vorstürmen, durch ihre schiere Masse werden sie herausfordernd. Auch das alte "nur noch einen Level aufsteigen"-Gefühl kommt durch das dreigeteilte Skillsystem voll zum Tragen. Und es motiviert zum erneuten Durchspielen, da man nur so seinen Charakter "ausmaxen" kann. Den Koop-Modus schließlich empfinden wir trotz seiner Spartanität als echten Gewinn -- und wie gesagt, ihr könnt dedizierte Server einrichten.

Wer noch unsicher ist, dem empfehlen wir die brandneue Demo herunterzuladen (450 MByte). Darin erwarten euch zwei Levels des Minenschiffs und einer  aus dem dritten Akt des Spiels. Diese drei Levels dürft ihr etwa eine Stunde lang erkunden, als Pyro oder Marine. Unser Fazit lautet:  Wer genug von Fantasy hat und dennoch wieder mal ein Action-RPG spielen möchte, wird die Investition nicht bereuen. Besser als das ehemalige Vollpreisspiel Space Siege ist Greed – Black Border allemal, und ihr könnt die Wartezeit auf Diablo 3 damit gut verkürzen.

Autor: Christoph Hofmann (GamersGlobal)

Einstieg/Bedienung Simple Standard-Steuerung Übersichtliche Menüs mit hilfreichen Tooltips Schneller Teleport zum Händler Nur Text-Tutorials Kein automatisches Aufsammeln von Gegenständen
Spieltiefe/Balance Drei sehr unterschiedliche Klassen Kleinere Rätsel- und Geschicklichkeitseinlagen Umfangreiches Skillsystem Geringe Item- und Gegnervielfalt Schwankender Schwierigkeitsgrad
Grafik/Technik Gelungene Licht- und Schatteneffekte Gut animierte Charaktere Atmosphärisch gestaltete Umgebungen Niedrig aufgelöste Texturen Deutliche Kanten
Sound/Sprache Gute Synchronisation mit bekannten Sprechern Stimmige Musikuntermalung Solide Effekte Nur Dialoge vertont
Singleplayer 10 bis 12 Stunden Spielzeit Riesige Levels Action-orientiertes Kampfsystem Oberflächliche Hintergrundgeschichte mit unbefriedigendem Ende
Multiplayer Koop-Modus für bis zu drei Spieler Über LAN und Internet spielbar Dedizierter Server möglich Kein Server-Browser für Internetspiele Kein integrierter Voice-Chat
Christoph Licht 8. Dezember 2009 - 16:00 — vor 10 Jahren aktualisiert
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Hack and Slay
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Headup Games
10.12.2009
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7.0
7.0
PC
Amazon (€): 0,50 (Preisgranate)
GMG (€): 4,99 (STEAM), 4,49 (Premium)