Onlinespaß in Los Santos

Grand Theft Auto Online Test

Zwei Wochen nach Release von GTA 5 startete kürzlich der Mehrspieler-Modus zu Rockstars Megahit, in dem Spieler online eine Verbrecherlaufbahn einschlagen. Nach ernsten Serverproblemen in den ersten Tagen konnten wir mittlerweile im Internet-Los-Santos klären, ob die Online-Fassung ebenso ein Pflichtspiel ist wie das Hauptprogramm.
Christoph Vent 7. Oktober 2013 - 19:34 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Ob nun Final Fantasy 14 Online (GG-Test: 7.5), Sim City (GG-Test: 7.5) oder Diablo 3 (GG-Test: 9.0): Bei heiß erwarteten Onlinetiteln müssen sich Spieler zum Start regelmäßig auf lange Wartezeiten gefasst machen. So auch bei Grand Theft Auto Online, dem aufwändigen Onlinemodus zu Grand Theft Auto 5 (GG-Test: 10.0). In diesem Fall half aber auch kein Sitzfleisch, für die meisten Interessierten war es in den ersten Tagen schlicht unmöglich, den Onlinemodus zu betreten. Und wenn, dann fand man kaum andere Spieler, verlor seinen Charakter oder wurde wieder aus dem Spiel geworfen. Nach dem ersten Patch kehrte am Wochenende etwas Ruhe ein, sodass ein Erkunden von Los Santos in Begleitung anderer menschlicher Spieler ohne ständige Verbindungsabbrüche möglich war.

Alte BekannteGTA Online ist zwar in derselben Welt wie die Singleplayer-Kampagne angesiedelt, doch spielt es ein paar Jahre vor dieser. Auf bekannte Charaktere müsst ihr dennoch nicht verzichten. Nachdem ihr im Intro mit dem Flugzeug in Los Santos landet, holt euch etwa Lamar ab, der euch anschließend direkt zu eurem ersten Einsatz kutschiert. Zudem ruft euch nach kurzer Zeit der zwielichtige Autohändler Simeon an, der euch – wie könnte es anders sein – darum bittet, ihm einige Luxusschlitten zu beschaffen. Nach wenigen Spielstunden schaltet sich auch Lester ein. Versprecht euch aber keine ausgearbeitete Hintergrundgeschichte, die Story ist schlicht: Ihr reist als Neuling nach Los Santos und beginnt dort eure kriminelle Laufbahn. Zwischensequenzen sind zudem selten und dienen hauptsächlich dazu, eine neue Spielfigur vorzustellen.

In den folgenden Zeilen verraten wir euch, worauf ihr euch in GTA Online gefasst machen dürft. Auf einzelne Themen wie die Langzeitmotivation gehen wir aber noch nicht ein, da wir diese derzeit noch nicht bewerten können. So verspricht Rockstar unter anderem, in Zukunft neue Inhalte nachzuschieben. Ob sie hier Wort halten und welche Qualität die neuen Aufträge erreichen, werden wir erst in einem Testupdate klären können. Des Weiteren sind einige Spielinhalte, wie das Erstellen eigener Rennen, noch nicht integriert. Und auch das Kaufen von Spielwährung gegen Einsatz von Echtgeld ist derzeit noch nicht möglich

Aufwendige Charaktererstellung
Die Einstellung der Charakterwerte erfolgt indirekt und ergibt sich über die Tageseinteilung diverser Beschäftigungen.
Bevor es losgeht, erstellt ihr euer Alter Ego. Das funktioniert in GTA Online anders als bei der Konkurrenz: Anstatt Mund, Nase, Kinn und so weiter direkt auszuwählen, sucht ihr euch in einem alles andere als hübschen Menü eure Großeltern aus. Über die Vererbung wird so ohne lange Verzögerung das Aussehen eurer Eltern festgelegt, ihr dürft lediglich noch bestimmen, ob sie eher ihrer Mutter oder ihrem Vater ähneln. Eure Gesichtszüge hängen dann schließlich vom Aussehen eurer eigenen Eltern ab, wobei ihr erneut aussucht, wem ihr mehr ähnlich seht. So witzig und aufwändig die Idee der Vererbung bei der Charaktererstellung aber auch ist, so sehr hätten wir uns letzten Endes doch einen klassischen Editor gewünscht. Bis wir über die Auswahl der Großeltern und die insgesamt drei Schieberegler die gewünschten Gesichtszüge erhalten, vergeht zu viel Zeit. Schneller und effektiver ist es, so lange Figuren zu generieren, bis ihr mit dem Zufallsprodukt zufrieden seid. Nach einigen Spielstunden bekommt ihr übrigens einmalig Gelegenheit, Änderungen an euren Vorfahren vorzunehmen.

Auch die folgende Verteilung der Charakterwerte erfolgt indirekt, nämlich über die Aufstellung eines groben Tagesablaufs, von Rockstar „Lifestyle“ genannt. In Halbstundentakten legt ihr fest, wie viel Zeit ihr für diverse Beschäftigungen wie Schlafen, Sport, Rumlungern oder sowohl legaler als auch illegaler Arbeit aufwendet. Davon wiederum hängen eure eigentlichen Charaktereigenschaften ab, die mit denen aus dem Hauptspiel übereinstimmen. Welche der Beschäftigungen sich wie genau auf euer fahrerisches Talent, eure Stärke oder euer Lungenvolumen auswirken, müsst ihr allerdings selbst herausfinden. Wie auch bei der optischen Gestaltung der Spielfigur geht auch hier viel Zeit für das Herumprobieren drauf. Direkter ist die abschließende Kategorie „Erscheinung“. Hier spendiert ihr eurem Charakter etwa noch eine Kopfbedeckung oder eine stylische Sonnenbrille.

Lamar weist den Weg
Kaum in Los Santos angekommen, geht es auch gleich los. Lamar fährt euch zu einem Rennen (und es wird viele geben!), einem einfachen Rundkurs. Wurde die maximale Spielerzahl für den Einst
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ieg kurz nach dem Launch von GTA Online auf zwei Teilnehmer gesenkt, rasen nun wieder bis zu acht Spieler durch das nächtliche Vinewood. Vor dem Start darf jeder Spieler noch eine Wette platzieren, und los geht’s. Die Teilnahme bei den Wetten ist übrigens freiwillig, zudem müsst ihr nicht zwingend auf euch selber setzen, wenn ihr einen anderen Spieler als Favoriten ausmacht.

Das Tutorial bringt euch in etwa 30 Minuten alle wichtigen Spielelemente bei. Nach dem Rennen folgt die erste Mission, in der ihr für den NPC Gerald Drogen von einer Gang beschafft. Anschließend raubt ihr einen Laden aus, kauft neue Klamotten und sucht eine Werkstatt auf. Erst mit dem Start einer ersten Partie "Last Team Standing" seid ihr auf euch alleine gestellt. Grundsätzlich nimmt Rockstar neue Spieler hier gut an die Hand und führt sie bedacht in die Onlinewelt von GTA ein. Allerdings gibt es keine Möglichkeit, das Tutorial vorzeitig abzubrechen: Beginnt ihr mit einem neuen Charakter von vorne, müsst ihr auch alle Hinweise und Ratschläge erneut durchgehen. Besonders ärgerlich ist auch, dass sich Zwischensequenzen und Hilfstexte online generell nicht überspringen lassen.
Mit einem lahmen Wohnmobil vor schießwütigen Hillbillies zu entkommen klingt zunächst leichter, als es in Wirklichkeit ist.
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