Der Kriegsgott ist zurück [16+]

God of War III Test

Eigentlich begründete Devil May Cry diese spezielle Spielart der Action-Adventures, doch mittlerweile ist die God-of-War-Reihe das Synonym für blutige Splatteraction nebst (teils überraschend kernigen) Rätseln. Aber macht God of War 3 seine Sache so gut wie der Vorgänger für PS2, und besser als Dante's Inferno, Darksiders und Co.?
Jörg Langer 12. März 2010 - 17:13 — vor 9 Jahren aktualisiert
PS3
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God of War 3
ist... monumental.

Jedes andere Wort würde dem nicht gerecht werden, was bereits in der ersten Stunde über euren Bildschirm tobt. Die Kamera zoomt langsam einen Berg hoch, er scheint schier unendlich ui seom. Es ist der Olymp, der Berg der Götter, das Machtzentrum der griechischen Mythologie. An den Felsen kraxelt etwas hoch, aus der Totalen wirken die Kreaturen wie harmlose Bergsteiger. Doch im Zoom sehen wir dann riesige Pranken, eine Kreatur so groß wie ein Büroturm, Äste und Zweige schlingen sich um den steinernen Körper. Es ist Gaia, die Mutter aller Titanen. Mit ihrer Armee und Kratos auf den steinernen Schultern schiebt sie langsam den Olymp hinauf. Wie die Urgewalt, die sie ist.

Um gleich mal die Gigantomanie des Spiels herauszustreichen: Ohne Klick aufs Bild werdet ihr Kratos kaum finden...

Zeus, der alte arrogante Göttersack, sieht keinen Grund zur Panik, schickt seinem Sohn Kratos lediglich ein paar Wellen untoter Soldaten entgegen. Optimal um seine Klinge zu schärfen und ein paar Kombos auszuprobieren: Mit seinen Chaosklingen schnetzelt sich der Kriegsgott mühelos durch die Leiber seiner Feinde. Liegt ein Gegner am Boden, tritt er per Knopfdruck auf dessen Bauch, packt seinen Kopf und rupft ihn ab wie eine Gänseblume. „Komm schon Zeus, mehr hast du nicht aufzubieten?“ schreit Kratos gen Olymp.  Geboren als Gott wurde er von seinem Vater Zeus ins Menschenreich verstoßen und führte dort das Heer Spartas von Sieg zu Sieg. Doch das reichte dem ehrgeizigen Kratos nicht, er tötete im Verlauf seiner Abenteuer kurzerhand den Gott des Krieges, Ares, schwang sich selbst zu dessen Nachfolger auf und schmiedete in God of War 2 ein Bündnis mit den Titanen. Die eigentliche Schlacht um den Olymp blieb uns Sony Santa Monica allerdings schuldig, sie wird nun in God of War 3 nachgeliefert und bildet das furiose, effektgewaltige, Hektoliter Blut verströmende (und doch auch tragische) Ende der God of War-Trilogie.
 
Poseidon – der Wassermann mit drei PS

(1) Poseidon schickt erstmal seine Riesenpferde aus "geschliffenem Wasser" los, die hart wie Stahl sind.
(2) So ein Biest bläst Wasser durch die Nüstern...
(3) ... ist aber an den krustenartigen Beinen und an der Nase empfindlich. Blutiger Quicktime-Event voraus!
Wir wollen euch nicht unnötig mit Details zu all den Gegnerschwärmen langweilen und Kämpfe gegen untote Soldaten, Steinfiguren und Zentauren mit meterlangen Lanzen sezieren, ähem, analysieren. Wie bei jedem Schnetzelspiel habt ihr es anfänglich und immer wieder mit Horden von minderen Gegnern zu tun, von denen ihr meist mehrere mit einem Rundumschlag oder sonstigen Attacken aus dem Weg räumt. Das alles kennt ihr schon aus God of War 2 oder zig anderen Spielen. Auch die Steuerung ist schnell gemeistert: Laufen per Stick, Springen via Kreuztaste, die Dreiecktaste führt einen harten, die Quadrattaste einen leichten, aber schnellen Schlag aus. Auch das Klettern, Springen und Schwingen sowie Flattern mit den original Ikarusflügeln sind kein Neuland. Klar ist natürlich: Wer auf echte Bewegungsfreiheit Wert legt, greift zu Asssasin's Creed 2, bei God of War 3 geht es um lineare Action mit richtig imposanten Bossgegnern.

So wie Poseidon, der sich mit seinem Streitwagen aus den Fluten erhebt. Seine Vorhut bilden drei riesige Rosse, die Kratos mit ihren Klauen aus stahlgewordenem Wasser an den Lendenschurz wollen. Poseidon selbst sticht immer wieder mit seinem Dreizack zu. Wo der auf die Erde trifft, entladen sich Blitze. Es gilt hier, schnell zu sein, den Überblick zu behalten und natürlich die Schwachstelle des Bosses zu finden. Das sind die drei Wasserpferde, deren krustentieräähnliche Beine fachgerecht zerbrochen werden.

Das geht uns alles richtig gut von der Hand. Kratos ist extrem wendig: Rolle vorwärts oder ein paar Salti rückwärts gelingen mit einfachen Bewegungen des Sticks. Sobald die Pferde am Ende sind, geht es Poseidon selbst an den Kragen: Immer schön geschickt dem Dreizack ausweichen, dann bleibt genug Zeit, um machtvolle Kombos auszulösen. Poseidon hingegen braucht ziemlich lange, um mit seinem 30-Meter-Dreizack auszuholen und zuzustechen.

Geht Poseidons Energie zur Neige, kommen wie üblich bei God of War mehrere Quicktime-Events. Die sind sehr clever angelegt, so erscheinen die Buttons Dreieck, Viereck, Kreis und Kreuz am Bildschirm analog zur Anordnung auf dem Pad, ihr könnt sie also nur aus den Augenwinkeln heraus erkennen und ausführen. Aber Schnelligkeit müsst ihr beweisen: Wenn Poseidon in sich zusammensackt, müsst ihr ruck-zuck einen Baum über seinem Schädel erklimmen, die Kreistaste hämmern und eure Klingen in den göttlichen Körper rammen. Daran gleitet ihr hinab, um euren Stahl schließlich direkt ins orange glühende Herz des Bossgegners zu rammen.

Haben wir im Test von Final Fantasy 13 nicht eben erst die Lichtorgien gelobt? Was Sony Santa Monica bei God of War 3 mit diversen Post-Processing-Effekten und Licht-Schatten-Gewittern treibt, geht noch weit darüber hinaus.

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