Review: Solo, Koop & Multiplayer

Gears of War 3 Test

Wir haben Gears of War 3 einem umfangreichen Test unterzogen und verraten euch alle Infos zur Solo-Kampagne, dem Koop-Modus und den weiteren Multiplayer-Modi. Bei allen Stärken von Gears 3 -- nicht zuletzt bei der Präsentation der Story -- verschweigen wir auch die Schwächen nicht. So erweist sich die KI nicht als die allerklügste.
Benjamin Braun 16. September 2011 - 23:37 — vor 8 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von uns.

Info: Wenn Ihr den Solo- und Koop-Test schon kennt, springt einfach direkt zur Multiplayer-Testseite.

Deutsche Spieler trauten ihren Ohren nicht, was Microsoft im Juli dieses Jahres auf einer eigens dafür anberaumten Pressekonferenz bekannt gab: Gears of War 3 erscheint ungeschnitten in Deutschland. Erstaunlich war das insofern, als Teil 1 sehr schnell durch die BPjM indiziert und der Nachfolger von Microsoft gar nicht erst zur Prüfung vorgelegt wurde. Mit dem Abschluss der Trilogie wagte Microsoft einen weiteren Versuch – und wurde mit der 18er Freigabe der USK belohnt. Fortan machten sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit hochrangige Epic-Mitarbeiter über den Umstand lustig, dass sie sich auch nicht erklären könnten, wieso ausgerechnet Gears of War 3 auf einmal präsentabel sei (für Volljährige) in Deutschland. Es sei jedenfalls nicht unblutiger als die Vorgänger...

Doch diese Vorgeplänkel sind Vergangenheit: Jetzt ist Gears of War 3 da, und zwei unerschrockene GamersGlobal-Soldaten (Autor Daniel Wendorf und Redaktionsmitglied Benjamin Braun) haben sich den Titel in den letzten zwei Tagen ausgiebig vorgenommen. Zwei weitere GG-Einsatzkräfte (Harald Fränkel und Jörg Langer) beginnen zu dieser Stunde bereits mit den mentalen Aufwärmübungen, um euch pünktlich zum Release auch noch eine Koop-Spezialfassung der Stunde der Kritiker zu diesem Spiel zu bieten. Aber jetzt zum Test...

Von Locust und Menschen
Schon der erste Bossgegner in Gears of War ist gigantisch.
Seit Jahrzehnten tobt auch auf Sera der Pendulum-Krieg: Zwei Parteien wollen die Vorherrschaft auf dem Planeten erkämpfen. Eines Tages jedoch werden die Menschen von den bis dato unbekannten Locust überrascht, einer angriffslustigen Spezies, die wie eine Mischung aus Humanoiden und Insekten (Locusts sind Heuschrecken im Englischen) wirkt. Die hausten auf Sera tief unter der Planetenoberfläche, doch einmal aufgeschreckt, erweisen sie sich als erbitterte Feinde. In den folgenden 14 Jahren rotten die Locust die menschliche Bevölkerung von Sera durch brutale Guerilla-Taktiken nahezu aus, die letzte Hoffnung sind die Gears, Spezialeinheiten der KOR (Koalition der ordentlichen Regierungen). Allerdings sind die robust-rabiaten KOR-Elitesoldaten nicht unbedingt beliebt beim Rest der Menschheit, weshalb sie fast überall auf Ablehnung treffen und nur widerwillig Hilfe erhalten.

Die beiden Vorgänger stellten den fast aussichtslosen Kampf gegen die Locust dar: Immer wieder gelang es, den ein oder anderen Stich gegen die Alien-Wesen zu setzen, ein Triumph war allerdings utopisch. Immerhin: Die Stollen der Locust um Jacinto wurden am Ende des zweiten Teils überflutet, die KOR wähnte sich ein ganz klein bisschen vorschnell schon als Sieger. Doch es kommt bekanntlich erstens anders und zweitens als man denkt. Die „Leuchtenden“ (in der englischen Fassung Lambent genannt) sind auf dem Vormarsch und machen Marcus und Dom zu Beginn des dritten Teils das Leben zur Hölle.
Im Laufe der Handlung begeben wir uns auch unter Wasser, wo natürlich riesige Gefahren auf uns warten.

Die Leuchtenden als dritte Partei
Die Leuchtenden sind mutierte Locust, die übrigens auch gegen ihre Artverwandten kämpfen. Allerdings sind sie physisch nicht so stark wie ihre „normalen“ Schwestern und Brüder. Macht nichts, denn die Lambent explodieren beim Ableben, was sie zu sehr unangenehmen Gegnern macht, da man als Gear-Soldat oft noch im Moment des Sieges durch sie verwundet wird. Und die normalen Menschen sind gegen sie so gut wie machtlos. Zu Hunderten suchen sie die Kolonien heim und lassen jede Hoffnung schwinden.

Doch in Zeiten der größten Not gibt es auch Hoffnung. Der Vater von Protagonist Marcus Fenix (der einer von zwei Haupthelden ist, der andere heißt Cole) ist gar nicht so tot, wie Marcus immer angenommen hat. Wir spoilern da nichts, das erfahrt ihr schon nach wenigen Minuten durch einen spielbaren Rückblick. Papa Fenix also hat als hochangesehener Wissenschaftler eine Idee,
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wie den Mutationen beizukommen ist und man die Locust wieder in den Untergrund verbannen könnte. Doch die Idee muss auch noch umgesetzt werden, und so erlebt ihr – abwechselnd als Marcus und Cole mit je einem eigenen Team unterwegs – eine spannende und für Action-Verhältnisse erfreulich lange (acht bis zehn Stunden) Kampagne. Ihr lernt neue Mitstreiter kennen, müsst liebgewonnene Freunde zurücklassen und kämpft nicht nur zu Lande, sondern auch auf dem Wasser und in der Luft.

Die Spielhandlung teilt sich in zwei Stränge auf, die eine Zeit lang unabhängig voneinander laufen und später ineinander übergehen. Zum einen seid ihr als Marcus Fenix mit euren alten Getreuen Dominic Santiago, Anya Stroud und Jace Stratton unterwegs, um zunächst einmal Marcus' Vater zu finden. Dieser Vierertrupp wird wiederum von einem zweiten gesucht, hier gruppieren sich Clayton Carmine, Samantha Byrne und Damon Braird um den ehemaligen Sportstar Cole Train. In typischer Kriegsfilmmanier schenkt Epic den Acht durchaus ein wenig Zeit, um zu Charakteren zu werden. Es gab freilich schon komplexere Helden, doch im Bezugssystem Shooter wollen wir uns nicht beschweren.
Gegnervielfalt in Gears of War

Gears of War 3 bietet rund 25 bis 30 Gegnervarianten (teils nur mit unterschiedlicher Bewaffnung). Einige stellen wir euch hier vor:  1 Der haushohe Burnak flößt nicht bloß mit seiner Statur Angst ein, sondern auch mit den Raketenwerfern, die er an seinen nicht gerade zarten Handfesseln trägt.  2 Von den Grenadieren gibt es mehrere Stufen im Spiel. Bei diesem Exemplar handelt es sich um die Standardausgabe mit leichter Waffe und Rüstung.  3 Der Priester ist seit dem zweiten Teil dabei. Er kann unter anderem gefallene Locust wiederbeleben und die explosiven Ticker herbeirufen.  4 Ganz neu in Gears of War ist der Berserker (einer der "Leuchtenden"), der uns als Zwischengegner begegnet. Autowracks wirft er aus dem Handgelenk und stürmt blitzschnell auf uns zu. Nur mit Schnelligkeit und Geschick ist ihm beizukommen, denn er ist nur an einer kleinen Stelle von vorne verwundbar.  5 Die Palastwachen kennen wir ebenfalls aus dem Vorgänger. Sie sind unterschiedlich bewaffnet: Manche mit Shotgun oder Lancer, andere mit einem Bogen, der explosive Pfeile verschießt.  6 Auch der Drudge gehört zu den Leuchtenden. Nach einigen Treffern wachsen ihm Tentakel, mit denen er giftiges Zeug auf uns verschleudert. Wie alle Vertreter seiner Spezies.

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